Dax am 23.01.2018 Dax beendet Handel so hoch wie nie zuvor

Frankfurt kann's noch: Nach genau elf Wochen gelingt dem Dax der Sprung auf ein neues Allzeithoch. Die Kauflaune entwickelt sich zu einer richtigen Januar-Rally. So mancher Experte bläst schon zur Attacke auf die 14.000.
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„Anleger sind wieder in Kauflaune“ – Dax knackt Allzeithoch

„Anleger sind wieder in Kauflaune“ – Dax knackt Allzeithoch

FrankfurtAnleger haben am Dienstag ein neues Allzeithoch beim Dax gefeiert. Hatte das mit der Jahresendrally nicht so richtig funktioniert, legt Frankfurt einen starken Jahresauftakt hin. In den nicht mal vier Wochen, die bisher gehandelt wurde, kletterte der Dax ganze fünf Prozent rauf und konnte die Januar-Rally mit einer neuen Bestmarke krönen. Als Messlatte führt die Kurstafel nun einen Stand von 13.596 Punkten.

Gleich am Morgen hatte das wichtigste deutsche Marktbarometer den bisherigen Bestwert von 13.525 Zählern aus dem frühen November 2017 übertrumpft. Zeitweise war der Dax um ein Prozent gestiegen. Ab dem Nachmittag gab es Gegenwind vom Devisenmarkt, wo der Euro drehte und sich verteuerte. Die Wall Street kam nur allmählich in Fahrt. So kam der Dax am Ende auf 13.559 Punkten und ein Plus von 0,7 Prozent.

Damit mussten die deutschen Anleger zumindest heute nicht neidvoll auf die Wall Street lugen, wo die Rekordjagd anders als in Europa nach dem goldenen Herbst nicht abriss, sondern munter weiterging. Allein 2018 durchbrach der Dow Jones zwei Tausender-Schallmauern und rückte mehr als sechs Prozent vor.

Mit diesen Aktien machten Anleger 2017 Kasse

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
Xetra

+0,01 +0,03%
0,00€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat 1
1 von 30

Der Fernsehmarkt verändert sich radikal, und der Medienkonzern Pro Sieben Sat 1 bekommt das deutlich zu spüren. Unterhaltung lieferte der Konzern aus Unterföhring mit der Posse um Vorstandschef Thomas Ebeling selbst. Dieser muss nach unbedachten, teils diskriminierenden Äußerungen über die eigenen Kunden gehen. 23,7 Prozent beträgt das Minus des Aktienkurses in diesem Jahr. Ein Papier ist inzwischen weniger als 29 Euro wert. Experten glauben, dass der Konzern gar aus der ersten Börsenliga absteigen könnte, sollte sich dieser Trend im neuen Jahr fortsetzen.

Quelle: Bloomberg

FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785604
Börse
Xetra

-0,26 -0,39%
0,00€
Chart von FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius
2 von 30

Erst hui, dann eher pfui: Fresenius fiel in der zweiten Jahreshälfte an der Börse deutlich ab. Grund für den Kursverlust dürfte insbesondere der Preisdruck in der US-Medikamentenbranche sein. Auch Verzögerungen bei der Übernahme des US-Konzerns Akorn drückten die Stimmung der Anleger. 13 Prozent beträgt das Minus auf Jahressicht.

MERCK KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006599905
Börse
Xetra

+0,02 +0,02%
0,00€
Chart von MERCK KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Merck
3 von 30

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck muss an der Börse auf ein eher schwaches zweites Halbjahr zurückblicken – auch die Umsätze waren im dritten Quartal rückläufig. In nächster Zeit soll entschieden werden, ob die Sparte mit rezeptfreien Medikamenten verkauft werden soll. Die Aktie sank von 101,25 Euro auf 89,75 Euro (minus 11,4 Prozent).

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
Xetra

+0,09 +0,64%
0,00€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom
4 von 30

Die Deutsche Telekom hat kürzlich angekündigt, den österreichischen Kabelnetzbetreiber UPC zu übernehmen. Experten erwarten dadurch neue Impulse für den Aktienkurs. Die Telekom könnte ein solches Signal gut gebrauchen. Durch den hohen Preisdruck und eine weitgehende Sättigungen der Kernmärkte war die Performance auf dem Parkett 2017 eher schwach – minus zehn Prozent.

HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N

WKN
ISIN
DE0006048432
Börse
Xetra

-0,90 -0,86%
0,00€
Chart von HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N
Henkel
5 von 30

Zuletzt hatte Henkel mit weiteren Investitionen in den US-Markt geliebäugelt. Ob das dem Aktienkurs stärken würde? Anleger müssen für 2017 ein Minus von vier Prozent hinnehmen.

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
Xetra

+0,14 +0,15%
0,00€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN
BMW
6 von 30

Zum Jahresende konnte sich der Autobauer über das Milliardengeschenk von US-Präsident Trump in Form der Steuerreform freuen. Zuvor gab es bei BMW, zumindest hinsichtlich des Aktienkurses, wenig zu feiern. Die Aktie, die zu Jahresbeginn noch mit über 90 Euro gehandelt wurde, fiel Ende Juli auf ein 52-Wochen-Tief von 77 Euro. Minus 3,5 Prozent unterm Strich insgesamt.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
Xetra

+0,68 +0,63%
0,00€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siemens
7 von 30

Die Nachricht eines Stellenabbaus bei Siemens sorgte im November für sehr starke Aufmerksamkeit. SPD-Parteichef Schulz schaltete sich ein und attackierte das Management des Konzerns scharf, das die Vorwürfe wiederum in einem Brief entscheidend zurückwies. Wie dem auch sei: Der Siemens-Aktienkurs büßte nach einem starken ersten Halbjahr seine Gewinne ein – minus 1,5 Prozent auf Jahressicht.

Auch heute gab es die obligatorischen Rekordwerte. Dow und S&P 500 bewegten sich aber nur geringfügig, anders die Top 100 aus der Technologie-Börse Nasdaq. Getrieben von sehr starken Netflix-Zahlen legte die Auswahl 0,8 Prozent zu auf 7453 Punkte.

Für Kauf- und Feierlaune sorgt ein weiter um sich greifender Konjunkturoptimismus. Die bisher veröffentlichten Wirtschaftsdaten konnten die Börsianer überzeugen, und zwar nicht nur aus Deutschland, sondern aus allen wichtigen Wirtschaftsregionen. Die positive Sichtweise findet sich auch in den bisherigen Konzernbilanzen der angelaufenen US-Berichtsaison. Ein überwiegender Teil der Konzern konnte Erwartungen für Umsatz und Gewinn toppen. Im einfachen Marktumfeld reichte die heutige Meldung vom Kompromiss im US-Haushaltsstreit um die Kurse in Europa zu treiben.

Dass sich US-Republikaner und Demokraten auf einen Zwischenhaushalt einigen konnten, sorgte für Kursaufschläge in Amerika, Fernost und Europa. Damit endet der dreitägige „Shutdown“ der Regierung, bei dem diverse Behörden ihre Beschäftigten in Zwangsurlaub schicken – und die Verwaltung zum Erliegen kommt.

Zwar hätten schon frühere „Shutdowns“ die Börsen nicht nachhaltig belastet, etwa der 2013 unter US-Präsident Barack Obama, doch nun sei wieder Platz für die generell große Zuversicht der Anleger, erklärte Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege bei der Deutschen Bank. Weltweit brummt die Konjunktur und Investoren setzen darauf, dass der Aufschwung anhält.

„Als nächstes Ziel haben die Bullen die Hürde von 14.000 Punkten vor Augen“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Handelshaus AxiTrader. „Mit der derzeitigen Stimmung an den Aktienmärkten ist dies für die kommenden Wochen ein durchaus realistisches Szenario.“ Auch die zweite Frankfurter Garde mit MDax und SDax erklomm neue Rekordhochs, auch wenn sie die Gewinne nicht halten konnte. Der Euro-Stoxx-10 legte 0,1 Prozent zu auf 26.227 Punkte.

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6 Kommentare zu "Dax am 23.01.2018: Dax beendet Handel so hoch wie nie zuvor"

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  • Frau Dr. Merkel ist schuld an den hohen Dax-Stand

  • Gibt es denn nur noch Miesmacher in unserem Lande, in den Kommentaren vermisse ich nur, dass `
    die Merkel an allem schuld ist.

  • @ x y 23.01.2018, 10:42 Uhr

    Meine Rede - schon seit Jahren: Wer hoch steigt, der tief fällt.

  • 0,7 Prozent fester als am Vortag. Es geht aufwärts, bei 364 Tagen, also Sa+So mitgerechnet, sind das über 250 Punkte, davon können die Amis nur träumen. Albträume meine ich natürlich.

  • Meinetwegen soll der Dax auf 1 Million springen. Irgendwann kommt er rasend schnell nach unten.

    Wer den Dax analysiert, aber nicht die Stimmung in der Bevölkerung beobachtet, der wird die Million im Dax ggf. mit Mistgabeln erleben.


  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

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