Dax am 24. Oktober 2017
Dax-Anleger liegen sich wund

Auch am Dienstag fehlte jede Spur von Esprit im europäischen Handel. Seit zwei Wochen kommt der Dax nicht vom Fleck, während die Wall Street weiter Rekorde feierte. Vor der EZB-Sitzung herrscht Zurückhaltung.
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FrankfurtZuschauen und abwarten– das scheint aktuell die Devise der Frankfurter Anleger zu sein. Auch am Dienstag fehlte jede Form von Schwung im europäischen Handel. Der Dax hielt über weite Strecken die 13.000-Punkte-Marke, hatte aber Mühe den nächsten Schritt zu machen – wie schon in den vergangenen Tagen. Während der Dow Jones an der Wall Street mal wieder einen neuen Höchststand feierte, schloss der Dax mit 13.013 Punkten 0,1 Prozent fester. Sein europäisches Pendant, der Euro-Stoxx-50, kam mit einem 0,1-Prozent-Plus und einem Stand von 3610 Zählern ebenfalls nicht recht voran.

Der Deutsche Aktienindex pendelt um die Tausendermarke, die inzwischen anderthalb Wochen alt ist. Vor der anstehenden Notenbanksitzung will sich keiner die Finger verbrennen. Denn wenn der Rat der Europäischen Zentralbank am Donnerstag zusammenkommt, geht es um nichts Geringeres als einen möglichen Paradigmenwechsel der Geldpolitik.

EZB-Chef Mario Draghi und seine Kollegen könnten eine erste Straffung ihres expansiven Kurses beschließen und damit vorgeben, wie ein Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik aussehen könnte. Eine Entscheidung um die Laufzeit des billionenschweren Anleiheprogramms muss ohnehin demnächst fallen, das Programm läuft im Dezember aus.

Bei so einem richtungsweisenden Entscheid möchte keiner auf dem Parkett auf dem falschen Fuß erwischt werden. Dementsprechend herrscht gerade Zurückhaltung. Zusätzlich ist es aber auch die Rally selbst, die ihren Tribut fordert. Eine solche Gipfeljagd wie auf die 13.000-Punkte-Marke ist anstrengend, seit Ende August legte der Dax knapp neun Prozent – mehr als 1000 Punkte – zu.

Und dennoch rechnen nicht wenige Experten mit weiteren Kursanstiegen. „Eine mögliche Korrektur der heiß gelaufenen Börsen liegt in der Luft“, meint etwa Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Markets. „Aber gerade weil sie in der Luft liegt, wird sie eher nicht kommen.“

Viel werde seiner Ansicht nach auch davon abhängen, welches Tempo die Europäische Zentralbank auf dem Weg hin zu einer Normalisierung der Geldpolitik ankündigen wird. Er erwartet, dass die Notenbanker eher Vorsicht walten lassen, damit der Euro nicht zu stark werde und Europas Wirtschaft nicht ausbremse.

Auch das Dax-Sentiment, eine Handelsblatt-Umfrage unter mehr als 2600 Anlegern , signalisiert höhere Notierungen. „Ich würde für die kommenden Wochen auf weiter steigende Kurse setzen, jedoch die Positionen gut absichern“, meint Börsenexperte Stephan Heibel, der die Erhebung auswertet und interpretiert.

Absicherungen können Anleger durch enge Stop-Loss-Marken vornehmen, oder aber auch sogenannte Put-Positionen auf den Dax kaufen, die im Wert steigen, wenn die Kurse fallen. „Für Privatanleger, die aktiv handeln, halte ich aber Stop-Loss -Marken für angebracht.“

In New York nutzten die Aktionäre die Verschnaufpause vom Vortag, um am Dienstag noch einmal einzusteigen. Getrieben von starken Quartalszahlen von Caterpillar und 3M, deren Papiere sich jeweils um sechs Prozent verteuerten, kletterte der Dow Jones um solide 0,8 Prozent auf 23.458 Zähler. Es ist der größte Tagesgewinn seit dem 11. September. Zwischenzeitliche 23.466 Stellen bedeuteten eine neue Bestmarke. Der zumindest heute abgehängte S&P 500 notierte mit 2569 Punkten 0,2 Prozent über Vortagsniveau.

Die Technologiebörse Nasdaq kam mit ihrem Composite auf ein Plus von 0,3 Prozent und einen Stand von 6602 Stellen. Schon in Tokio hatte sich die Rally fortgesetzt. Der Nikkei gewann ein halbes Prozent und notierte mit 21.805 Zählern so hoch wie seit

1996 nicht mehr. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,2 Prozent auf 3388 Punkte.

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