Dax am Freitag Der Dax meistert den Hexentanz

Der Hexensabbat kann den Dax nicht schocken – eine klare Richtung findet der Leitindex bis zum Handelsschluss trotzdem nicht. Verlierer der Woche sind deutsche Energiekonzerne, die starke Einbußen hinnehmen müssen.
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Fokus auf Janet Yellen – wie baut sie ihre große Last ab?

Fokus auf Janet Yellen – wie baut sie ihre große Last ab?

FrankfurtDer deutsche Leitindex kam am Hexensabbat nicht vom Fleck. Zu groß war die Vorsicht der Börsianer. So schloss der Dax mit einem Minus von 0,17 Prozent. Auf Wochensicht verbuchte der Dax ein Plus von 1,7 Prozent, womit sich der Aufwärtstrend im saisonal sonst schwachen Börsenmonat September fortsetzte.

Trotz des Auslaufens verschiedener Futures und Optionen zur Mittagszeit wollten sich die von Anlegern erwarteten herbstlichen Kursturbulenzen nicht einstellen. Zu den Uhrzeiten der Verfallstermine waren Kursausschläge zwar wahrnehmbar, jedoch nicht richtungsweisend. Die zweite Frankfurter Reihe, der MDax, ging mit einem leichten Minus von 0,1 Prozent aus dem Handel. Der Technologiewerte-Index TecDax zeigte sich bei Handelsschluss unverändert. Der Leitindex der Eurozone EuroStoxx 50 verzeichnete ein Minus von 0,3 Prozent.

Der erneute Raketentest Nordkoreas führte auf Anlegerseite zu sorgenvollen Mienen. Größere Kapitalverschiebungen in die sicheren Häfen von Gold & Co. blieben dennoch aus. „Die Börsianer warten jetzt auf die Reaktionen der USA und des UN-Sicherheitsrats“, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. „Die Androhung eines Militärschlags hätte sicherlich größere Auswirkungen auf die Börsen.“

Für zusätzliche Verunsicherung sorgten Meldungen über eine Explosion in der Londoner U-Bahn.

Die größten Anlegerfehler
Privatanleger machen vermeidbare Fehler
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Eine Studie der Wirtschaftsprofessoren Andreas Hackethal und Steffen Meyer für das Magazin „Finanztest“ hat knapp 40.000 Wertpapierdepots von Direktbankkunden im Zeitraum von 2005 bis 2015 ausgewertet.

Das Ergebnis zeigt, dass die Anleger weit hinter den Wertzuwächsen des Gesamtmarktes liegen. Während eine Rendite von jährlich 8,7 Prozent realistisch gewesen wäre, kommen die Anleger nur auf einen Wertzuwachs von 3,1 Prozent. Mangelnde Finanzkenntnisse müssen nicht die Ursache sein. Zu Einbußen führen meist kurzfristiges Denken, Gier und Aktionismus. Die vier gängigsten Fehler sind leicht zu beheben. Wir stellen sie vor – und entsprechende Gegenstrategien.

Das Bild zeigt die Börse von Abu Dhabi. Hier handeln Privatanleger mit größeren Beträgen als in Deutschland.

Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Befund Sie ist die wichtigste Voraussetzung für eine erfolgreiche Geldanlage – dennoch vernachlässigen sie viele Anleger: die Risikostreuung. Wie die Studie zeigt, streuen Anleger ihre Wertpapiere zu wenig; die Aktienkonzentration ist höher als noch vor zehn Jahren. Eines der untersuchten Depots beinhaltet heute im Schnitt zwölf Aktien.

In Santiago de Chile bedient ein Mitarbeiter der chilenischen Zentralbank eine Sicherheitstür.

Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Folgen Zwischen der Streuung und dem Chance-Risiko-Verhältnis besteht laut den Autoren ein klarer Zusammenhang. Selbst die relativ breit aufgefächerten Depots reichen nicht entfernt an das Verhältnis des Weltaktienindexes MSCI World heran.

In manchen Depots befindet sich nur eine einzige Aktie. Wenn diese auch noch ein spekulativer Titel ist, unterliegt das Depot enormen Kursschwankungen.

Am 24. Oktober 1929, dem „Schwarzen Donnerstag“ kommen Menschen vor der New York Stock Exchange zusammen.

Fehler 1: Mangelnde Streuung
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Gegenmittel Es ist leicht, ein breit gestreutes Depot aufzubauen: durch börsengehandelte Indexfonds (ETF). Sie beteiligen Anleger, je nach Art, an 1600 bis 2500 internationalen Aktien. Für Staatsanleihen gibt es ebenfalls ETFs.

Bestehende Depots umzubauen, ist nicht nicht ganz einfach. Anleger sollten sich von Verlustpositionen trennen. Ein Papier erst zu verkaufen, wenn es seinen einstigen Kaufpreis erreicht hat, ist irrational. Es sollten triftige Gründe für eine zu erwartende Wertsteigerung vorliegen.

Ein chinesischer Investor analysiert im August 2015 eine Kurstafel.

Fehler 2: Aktien-Picken
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Befund Der Fehler erinnert an das Muster von Sportwetten: Unerfreuliche Ergebnisse werden ausgeblendet, Erfolgserlebnisse übermäßig hochgehalten. Anleger sollten aber ausschließlich die langfristige Entwicklung des Gesamtdepots im Blick haben.

Oft suchen sie ihr Heil in einer Kombination aus Einzelaktien: Im Falle eines Missgriffs ist es eine beliebte Methode, die Position aufzustocken, um den durchschnittlichen Einstandspreis zu senken und von der erwarteten Erholung zu profitieren. Das kann jedoch auch weiteres Unheil anrichten: Das sogenannte Klumpenrisiko, eine Übergewichtung einzelner Anlagen im Depot, steigt. Private Anleger haben gegenüber Profis hier offenbar schlechtere Karten.

Das Foto vom 20. Oktober 1987 zeigt Händler in der Frankfurter Börse. Am 19. Oktober 1987 erlebte die Wall Street einen ihrer schwärzesten Tage.

Fehler 2: Aktien-Picken
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Folgen Vom Aktien-Picken betroffene Depots bringen nur 3,1 Prozent Rendite. Mit einer Indexmischung, die die durchschnittliche Vermögensaufteilung der Anleger widerspiegelt, hätten sie dagegen 8,7 Prozent erzielt.

Jeder fünfte Deutsche legt sein Geld in Fonds an. Diese werden von Fondsmanagern verwaltet, die das eingesammelte Geld in Aktien, Obligationen, Immobilien und andere Wertpapiere anlegen.

Fehler 2: Aktien-Picken
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Gegenmittel Aktien- und Renten-ETFs sind auch hier ein probates Mittel. Passionierte Zocker von einer solchen Strategie zu überzeugen, fällt manchmal schwer. Wer unbedingt eigenhändig zusammenstellen will, sollte zwingend auf eine möglichst gleichmäßige Verteilung auf die wichtigsten Branchen achten.

Die USA gelten als Nation der Aktienbesitzer.

Lufthansa-Anleger blickten derweil mit Spannung auf die insolvente Fluggesellschaft Air Berlin. Am Nachmittag lief die Frist zur Einreichung von Übernahmeangeboten aus. Air-Berlin-Sprecher Ralf Kunkel berichtete vom Eingang mehrerer Offerten, die jetzt detailliert ausgewertet würden. Namen nannte Kunkel nicht. Am Freitag bestätigte neben der Lufthansa das Berliner Logistikunternehmen Zeitfracht das Einreichen eines Angebots. Bis zur endgültigen Entscheidung über den Zuschlag – die am 25. September getroffen wird – müssen sich die Aktionäre noch einige Tage gedulden.

Zuletzt trieb der Bieterkampf die gebeutelten Air Berlin-Aktien in ungewohnte Höhen: Nach einem donnerstäglichen Plus von 36 Prozent legten sie zunächst um weitere 17 Prozent zu. Gegen Mittag folgte dann allerdings eine scharfe Gegenbewegung, die in ein abschließendes Minus von knapp 12 Prozent mündete.

Bei den Konjunkturdaten lohnte sich am Freitag ein Blick nach Übersee: In den USA waren die Einzelhandelsumsätze überraschend gefallen. Im Vergleich zum Vormonat sanken die Umsätze um 0,2 Prozent. Führende Volkswirte hatten mit einem Zugewinn von 0,1 Prozent gerechnet. Folge der Umsatzeinbußen war ein uneinheitlicher Handelsstart an der New York Stock Exchange.

Deutsche Energiekonzerne im Abwärtssog
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  • Schon mehrmals wurde das alte Tier gesund gespritz, es ist eine Schande wie mit maroden Tieren umgegangen wird. Jetzt sieht der alte Dax auch noch Hexen, offenbar wurden wieder Opiate gegeben. Schande, Schande und Asche ins Haar.

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