Dax am Freitag
Schwaches Ende in einer schwachen Woche

Auch am Freitag kommt der Dax kaum aus der Deckung und verliert letztlich 0,4 Prozent. Gegenwind gibt es von mehreren Seiten. „Star Wars“ hingegen sorgt mit einer Ankündigung für einen Kurssprung.
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FrankfurtZum Abschluss der mit Bilanzzahlen vollgepackten Woche agierten Anleger äußerst vorsichtig. Der Dax setzte seine schwache Performance fort und schloss letztlich 0,42 Prozent schwächer bei 13.127 Punkten. Zwischenzeitlich war er gar auf 13.111 Zählern zurückgefallen. Bereits am Donnerstag hatte der deutsche Leitindex 1,5 Prozent eingebüßt. Der MDax der mittelgroßen Werte verlor gut 0,4 Prozent auf 26.494 Punkte. Für den Technologiewerte-Index TecDax dagegen hob ab und legte 1,3 Prozent zu auf 2489 Zähler.

„Viele Unternehmen haben mit ihren Quartalszahlen enttäuscht oder gerade so die Erwartungen erfüllt, weshalb Anleger nun lieber Gewinne einstecken“, sagte ein Händler. „Die Berichtssaison hat die Laune der Anleger deutlich getrübt“, sagte auch Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners.

Auf Wochensicht hat der deutsche Leitindex 2,6 Prozent eingebüßt. „Es gibt aus fundamentaler Sicht nichts Katastrophales, das hinter der jüngsten Korrektur steckt“, betonte Fondsmanager Giuseppe Sersale vom Vermögensverwalter Anthilia. „Das Wirtschaftswachstum ist stark und die Unternehmensgewinne sind gut, aber eben nicht herausragend.“ Nach Schätzungen der Deutschen Bank hat sich das Gewinnwachstum je Aktie bei den 600 größten europäischen Unternehmen im Schnitt auf 7,6 Prozent von zuvor zweistelligen Wachstumsraten abgeschwächt.

Der Dax war seit Ende Oktober von einem Rekord zum anderen geeilt. Auch die Börsen in Japan und den USA waren wegen der Hoffnung von Anlegern auf einen globalen Wirtschaftsboom heiß gelaufen. „Gewinnt die Abwärtsbewegung an Fahrt, könnte sogar die psychologische Marke bei 13.000 Zähler in den Fokus der Bären gelangen“, warnte Marktanalyst Christian Henke vom Brokerhaus IG.

Stimmungsbremser war auch die Sorge von Anlegern vor Verzögerungen bei der von US-Präsident Donald Trump vollmundig angekündigten Steuerreform. Seine Republikaner im Kongress liegen hier noch weit auseinander. „Wenn sich die Pläne tatsächlich um ein Jahr verschieben, wird das Investoren enttäuschen“, sagte Investmentstratege Hirokazu Kabeya vom Broker Daiwa Securities. An der Wall Street gingen die Kurse deshalb zum Wochenschluss in die Knie. Auch der Dollar rutschte ab. Die Ankündigung einer weiteren Triologie der „Stars Wars“-Saga euphorisierte Anleger von Walt Disney. Die Papiere des Unterhaltungskonzerns verteuerten sich um zweieinhalb Prozent.

Bei den Dax-Werten setzten die Aktien von ProSiebenSat.1 ihre Talfahrt fort und fielen um rund drei Prozent. Der Medienkonzern hatte am Donnerstag mit einer erneuten Prognosesenkung für Unruhe gesorgt. Nun fürchten Investoren, dass die Aktien aus dem Dax fallen könnten. ProSiebenSat.1 gilt nach Einschätzung von Experten wegen des geringen Börsenwertes schon länger als Wackelkandidat. Seit Jahresanfang verloren die Titel bereits 30 Prozent.

Commerzbank-Papiere sackten um 0,9 Prozent ab. Das Frankfurter Geldhaus ist wegen umstrittener Tricks mit Dividendenpapieren (Cum-Ex) erneut ins Visier der Strafverfolger geraten. Ermittler der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt, des Bundeskriminalamts und der hessischen Steuerfahndung durchsuchten Geschäftsräume der Bank und die Wohnungen von drei Beschuldigten. An die Dax-Spitze setzten sich die Deutsche Bank und Adidas mit Zugewinnen von über drei Prozent.

Im MDax kletterten die Titel von Ströer um sieben Prozent auf den höchsten Stand seit zwei Jahren. Der Werbevermarkter baute Umsatz und Ergebnis aus und zeigte sich zuversichtlich für den Rest des Jahres.

An der Börse in Italien tauchten Leonardo-Aktien um 21,5 Prozent ab. Der Rüstungskonzern senkte wegen fallender Umsätze in der Helikopter-Sparte seine Gewinnziele. Die Leonardo-Rivalen Rheinmetall, Thales und BAE Systems gaben bis zu 1,4 Prozent nach.

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Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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