Dax am Montag

Flaute zu Wochenbeginn

Ernüchterung auf dem Frankfurter Parkett: Bei Handelsschluss am Montag notiert der Dax leicht im Minus. Trumps Steuerreform und der Konflikt zwischen Iran und Saudi-Arabien machen die Anleger vorsichtig.
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Wankelmut bei den Anlegern: Dax benötigt neuen Zündstoff

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FrankfurtDeutsche Aktienanleger machten zu Wochenbeginn weiter Kasse. Der deutsche Leitindex ging am Montag mit einem Verlust von 0,4 Prozent aus dem Handel. Der MDax verzeichnete ein Minus von 0,8 Prozent. Der paneuropäische EuroStoxx büßte ebenfalls 0,8 Prozent ein. Viele Analysten rechneten schon länger mit einer Korrektur und sahen nun die Zeit dafür gekommen.

„Einigen Investoren scheint aufgefallen zu sein, dass der Aktienmarkt mit dem jüngsten Anstieg für die Jahresendrally zu früh dran gewesen ist“, sagte Analyst Jochen Stanzl vom Brokerhaus CMC Markets. Fondsmanager Thomas Altmann vom Frankfurter Vermögensberater QC Partners stellte fest: „Die große Euphorie ist erst einmal vorbei. Skepsis und Verunsicherung haben zuletzt wieder deutlich zugenommen.“

Ein Dämpfer für die Kauflaune der Anleger war einmal mehr das Ringen um die US-Steuerreform. Börsianer hoffen seit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump auf milliardenschwere Steuererleichterungen für Firmen und Privatleute. „Alle Augen sind darauf gerichtet, was der Senat und das Repräsentantenhaus bei der Steuerreform als nächstes machen“, sagte Anlagestratege Nobuhiko Kuramochi vom japanischen Wertpapierhändler Mizuho Securities

Beide Kammern des US-Kongresses hatten zuletzt unterschiedliche Steuerpläne vorgelegt. Diese finanzpolitischen Unsicherheiten machten sich auch im New Yorker Handel bemerkbar: Dow Jones, S&P 500 und Nasdaq eröffneten allesamt leicht im Minus.

Mit Sorge blickten Investoren in Richtung Naher Osten: Der Rücktritt des libanesischen Ministerpräsidenten Saad al-Hariri hatte international für Verwirrung gesorgt. Vertraute des Regierungschefs gehen davon aus, dass er von Saudi-Arabien dazu gezwungen wurde, weil er nicht gegen die im Libanon mitregierende Hisbollah vorgehen wollte.

„Saudi-Arabien sucht zunehmend den Konflikt mit dem Iran, und US-Präsident Trump ist nicht gerade als Friedensstifter bekannt“, sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. „Die Lage im Nahen Osten ist bereits angespannt, und es braucht nicht viel, um neues Chaos auszulösen.“

Ausbleibende Fortschritte bei den Verhandlungen über die künftigen Beziehungen Großbritanniens zur EU machten derweil Pfund-Anleger nervös. Die britische Währung verlor am Montag 0,7 Prozent auf 1,3101 Dollar. Trotz des Ultimatums der Staatengemeinschaft drohe der geplante Brexit-Gipfel im Dezember zu scheitern, warnte Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann.

„Die Sachlage wird dadurch verkompliziert, dass Premierministerin Theresa May innerhalb der eigenen Partei noch deutlicher angeschlagen scheint, als bisher schon zu vermuten war.“ Großbritannien sperrt sich gegen die EU-Forderung nach Aussagen über die Höhe der britischen Zahlungen für den Abschied aus der Union. Zudem unterstützen einem Medienbericht zufolge 40 Abgeordnete der Konservativen Partei ein Misstrauensvotum gegen May – notwendig sind mindestens 48 Stimmen.

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