Dax an der Börse Frankfurt
Das Wort Schwung wäre zu viel der Ehre

Seit über einer Woche kommen die Märkte nicht vom Fleck. Schwunglosigkeit, Gewinnmitnahmen, geopolitische Risiken – es gibt viele Problemfelder. Am Mittwoch verzagten die Dax-Anleger an ihrer eigenen Vorsicht.
  • 0

FrankfurtDer Dax hat zur Wochenmitte federleichte Lebenszeichen gesendet. Nach einem schwungvollen Frühhandel ebbte der Schwung rasch ab – wie so oft in den vergangenen Tagen. Am Nachmittag rutsche der Dax mit der Wall Street ins Minus, am Ende ging er 0,1 Prozent fester aus dem Handel bei 12.154 Punkten. Im frühen Handel hatte er seine Wochenverluste vollständig aufgeholt und fast ein Prozent zugelegt. Der Euro-Stoxx-50 schloss mit 3468 Zählern wenige Punkte leichter. Der MDax rückte gegen den Trend 0,4 Prozent vor auf 24.282 Punkte, der TecDax 0,2 Prozent vor auf 2020 Stellen.

So blieb das ganze ein kurzes Aufbäumen inmitten einer Phase der Windstille. Seit dem misslungen Angriff auf das Allzeithoch zum Monatsanfang dümpelt der Leitindex vor sich hin. Die Anlegerschaft zeigt sich erschöpft, zudem drückt die angespannte geopolitische Lage die Stimmung. Doch das Niveau ist unvermindert hoch: Zum Allzeithoch fehlen dem Dax knapp 200 Punkte.

Auch wenn die Börsianer auf der Hut bleiben zeigt sich eine Beobachtung, die in jüngerer Vergangenheit schon öfters zu sehen war: Die Geopolitik nimmt keinen allzu großen Einfluss auf das Marktgeschehen. Zwar werden sichere Häfen wie Gold und US- sowie Nippon-Staatsanleihen gefragter. Doch deutliche Abschläge verzeichnet der Aktienmarkt keine. Zudem deutete sich bei den aktuellen Krisenherden heute Morgen eine erste Entspannung an. In der Causa Nordkorea sicherte Chinas Staatschef Xi Jinping US-Präsident Donald Trump am Telefon eine friedliche Beilegung des Konfliktes zu. Dies berichteten chinesische Staatsmedien. Und in den wachsenden Spannungen zwischen den USA und Russland in Sachen Syrien versicherte der amerikanische US-Verteidigungsminister, dass diese nicht außer Kontrolle geraten werden.

An der Wall Street hielten sich Anleger etwas deutlicher zurück. Der Dow-Jones-Index gab 0,4 Prozent nach auf 20.576 Punkte. Beim S&P 500 betrug das Minus ebenfalls 0,4 Prozent auf 2343 Zähler, während der Nasdaq-Index um 0,4 Prozent auf 5375 Stellen fiel. Noch deutlicher fielen die Verluste in Japan aus. Der Nikkei-Index war ein Prozent tiefer aus dem Handel gegangen bei 18.552 Punkten. Im Handelsverlauf fiel er zeitweise auf den niedrigsten Stand seit Anfang Dezember.

Mit Blick auf die Konjunkturdatenfront überrascht die Bewegungsarmut im bisherigen April. Denn die meisten der Eingaben überzeuge, in Deutschland etwa zeigt sich die Wirtschaft so zuversichtlich wie seit knapp zwei Jahren nicht mehr. Das vielbeachtete Barometer für deutsche Konjunkturerwartungen kletterte im laufenden Monat überraschend deutlich auf 19,5 Punkte, wie das Mannheimer Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung ZEW am gestrigen Dienstag mitteilte. Volkswirte hatten nur mit 14 Zählern gerechnet.

Neben den zahlreichen politischen Risiken sehen Experten in den seit Jahresanfang bereits deutlich gestiegenen Kursen einen weiteren Grund für die Zurückhaltung an der Börse: „Es ist nicht nur der beinahe erreichte Rekordstand, der Investoren vorsichtiger werden lässt“, urteilt das Börsenstatistik-Magazin Indexradar. Auch die leichte Überhitzung des Leitindex Dax verleite Marktteilnehmer zur teilweisen Mitnahme erzielter Gewinne.

Seite 1:

Das Wort Schwung wäre zu viel der Ehre

Seite 2:

Daimler-Aktien nach Zahlen an der Spitze

Kommentare zu " Dax an der Börse Frankfurt: Das Wort Schwung wäre zu viel der Ehre"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%