Dax-Ausblick
Allzeithoch, was nun?

Der Dax hat in der vergangenen Woche eine Rekordjagd hingelegt. Doch die Gewinne stehen auf wackligen Beinen, sagen einige Analysten. Andere hingegen sehen weiter steigende Kurse beim Dax.
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FrankfurtAn den Märkten herrscht weltweit Kauflaune. Egal, ob Deutschland oder USA: Getragen von der Welle billigen Zentralbank-Geldes eilen die internationalen Aktienmärkte derzeit von einem Rekord zum nächsten. Einige Analysten warnen jedoch, dass der Aufwärtstrend auf wackligen Beinen steht. „Die Weltwirtschaft dürfte sich in diesem Jahr zwar erholen, aber die Risiken haben insgesamt zugenommen“, sagt Matthias Thiel, Kapitalmarktstratege bei MM Warburg. Vor allem in der Euro-Zone, aber auch in den USA hätten die Frühindikatoren zuletzt alles andere als überzeugt.

Rücksetzer im Dax sind für den Experten daher nicht ausgeschlossen. Der deutsche Leitindex hat in der abgelaufenen Woche das Rekordhoch aus dem Jahr 2007 geknackt und stieg in der Spitze auf 8358,23 Zähler. In der alten Woche gewann der Dax mehr als zwei Prozent. Auch an der Wall Street ging es zuletzt munter bergauf: Das weltweit wichtigste Börsenbarometer, der Dow-Jones-Index, schloss erstmals in seiner Geschichte über 15.000 Punkten.

Die Strategen der Weberbank sehen speziell für deutsche Aktien noch weiteres Potenzial: „Deutsche Unternehmen sind weiterhin nicht zu teuer bewertet, zieht man die erwarteten Gewinne heran“, kommentiert die Bank. „Da die Gewinnerwartungen sogar steigen, sind höhere Kurse von Dax-Unternehmen durchaus gerechtfertigt.“

Noch hinkt die Realwirtschaft den Märkten hinterher. Sollte die Konjunktur nicht bald nachliefern, könnte die Stimmung an den Märkten kippen. In den kommenden Tagen könnte sich zeigen, ob es den Anlegern weiterhin gelingt, das Thema Konjunktur so erfolgreich auszublenden. Nach Einschätzung der Commerzbank dürften zumindest die BIP-Daten aus dem Euro-Raum (Mittwoch) für Ernüchterung sorgen. Analysten erwarten, dass die Wirtschaft in der Währungsunion zum Jahresauftakt erneut geschrumpft ist. Zudem sei das Risiko gestiegen, dass sich die Konjunktur auch im Frühjahr nicht spürbar beleben werde, prognostiziert Commerzbank-Expertin Ulrike Rondorf.

Die schwache wirtschaftliche Entwicklung im Euro-Raum dürfte auch auf dem Eurofinanzminister-Treffen zu Wochenbeginn in Brüssel diskutiert werden. Viele Anleger hoffen auf eine zunehmende Abkehr von den Sparanstrengungen, weil das die Wachstumsaussichten der Peripherieländer zumindest kurzfristig verbessern sollte.

Kommentare zu " Dax-Ausblick: Allzeithoch, was nun?"

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  • @Lungomolch

    Womit Sie wieder in der Papierwelt gelandet sind. Eine versprochene, mit Gold unterlegte Anlage ist es dann doch nicht, wenn sie nur in Papiergeld abgewickelt werden kann. Natürlich kauft man Gold mit ursprünglich mit Papiergeld - in Vertrauen durch den Kauf Gold erworben zu haben, das danach von der Bank verwaltet wird (ist ja deren Versprechen). Allerdings erwartet man NICHT dass das Golddepot nur auf leeren Behauptungen und "Papiergeldgarantien" beruht. Eine ETF-Anlage die nicht gegen Gold eintauschbar ist, ist ein glatter Betrug.

  • Gold ETFs werden meines Wissens in Geld gehandelt. Ich kaufe Anteile an dem ETF in Euro. Wenn ich die Anteile wieder verkaufe, bekomme ich ebenfalls Euro.

  • Nach jedem Hoch kommt ein Tief und dieses Tief wird es in sich haben....doch das weiß doch jeder !

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