Dax-Ausblick
Alte Ängste flackern wieder auf

Zweifel an der Zahlungsfähigkeit Irlands und Spekulationen um eine anstehende Zinserhöhung in China: Die Anleger nutzen zurzeit jeden Anlass für Gewinnmitnahmen. Analysten sehen Risiken für weitere Rücksetzer. Aber es gibt auch einen Hoffnungsschimmer: Konjunkturdaten aus Übersee könnten die Wende bringen.
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HB FRANKFURT DÜSSELDORF. Der Dax hat seit seinem Jahrestief Anfang Februar um 20 Prozent zugelegt. Daher ist es nicht verwunderlich, dass Anleger zurzeit jeden Anlass für Gewinnmitnahmen nutzen. "Nach den Kursgewinnen der vergangenen Woche ist eine solche Korrektur nicht ungesund", zeigt sich ein Händler denn auch optimistisch. Am Freitag lag der Leitindex nach anfänglichen Kursverlusten mit 0,2 Prozent im Plus bei 6 734 Punkten - nachdem er zu Wochenbeginn noch ein Jahreshoch bei 6 810 Punkten markiert hatte.

Wohin geht die Reise des Dax? Zwar hat der Leitindex - gestützt auf zuversichtlich stimmende Unternehmensbilanzen - seit Anfang Oktober eine steile Rally hingelegt. Mit Auslaufen der Berichtssaison gehen aber nun die positiven Treiber aus. Stattdessen dürfte sich der Fokus der Anleger wieder auf die europäische Schuldenkrise richten. "Am Aktienmarkt war die Wahrnehmung zuletzt sehr selektiv und nur auf positive Faktoren ausgerichtet", sagt LBBW-Stratege Steffen Neumann. "Aber so etwas geht in der Regel nicht lange gut, und da von Unternehmensseite kaum noch Impulse zu erwarten sind, dürfte die Schuldenkrise in den nächsten Tagen die Börse belasten."

An den Anleihe- und Devisenmärkten hat die Befürchtung, dass Irland zu einem neuen Griechenland werden könnte, schon in den vergangenen Tagen für große Unruhe gesorgt. Denn nach 2013 sollen private Investoren nach dem Willen Deutschlands und Frankreichs einen Teil des Insolvenzrisikos tragen. Die Risikoaufschläge für finanziell klamme Länder wie Irland und Portugal stiegen in der Folge auf Rekordniveaus, das Vertrauen in den Euro schwand.

Inzwischen haben sich die Ängste um das hoch verschuldete Irland etwas gelegt: Grund hierfür ist die Erklärung von fünf führenden Euro-Ländern, darunter Deutschland, für mögliche Hilfen keine privaten Gelder aufwenden zu wollen. Dem positiven Impuls vom G-20-Gipfel in Seoul stehen jedoch Gerüchte über eine mögliche Zinserhöhung in China entgegen.

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