Dax-Ausblick Angst vor Enttäuschungen

Die Mini-Rally ist erst einmal vorbei. Nach den Verlusten der vergangenen Woche sollten Anleger keine Wunderdinge vom Dax erwarten. Bei den Quartalszahlen, darunter VW, BASF und Siemens, könnte es Enttäuschungen geben.
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Händler an der Börse Frankfurt. Quelle: dpa

Händler an der Börse Frankfurt.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie vergangenen Handelstage waren gute Tage für Anleger, mit Ausnahme des Freitags, als der Dax rund zwei Prozent verlor. Die EZB hatte mitgeteilt, ab kommendem Mittwoch vorerst keine Staatsanleihen Griechenlands mehr als Sicherheiten bei ihren Refinanzierungsgeschäften zu akzeptieren.

Auf Wochensicht steht immerhin ein Gewinn von zwei Prozent zu Buche auf mehr als 6600 Punkte. Die kommende Woche jedoch könnte etwas ungemütlicher werden für Anleger. "Der Dax hat in den vergangenen Tagen deutlich zugelegt, dieses Tempo wird er jedoch kaum beibehalten können", sagt Bernd Krampen, Stratege bei der NordLB.
Für Enttäuschung könnte die deutsche Berichtssaison sorgen, die in der neuen Woche an Fahrt aufnimmt. Die Krise in Südeuropa werde bei einigen Unternehmen wohl ihre Spuren hinterlassen haben, sagt Krampen. Auch Commerzbank-Analyst Markus Wallner geht davon aus, dass die Berichte für das zweite Quartal die Erwartungen eher verfehlen dürften.
In die Bücher schauen lassen sich neben der Deutschen Börse und VW (Donnerstag) auch die Dax-Schwergewichte Daimler (Mittwoch), BASF und Siemens (Donnerstag). Zudem legen zahlreiche Unternehmen aus der zweiten und dritten Reihe ihre Zahlen vor, unter anderem Qiagen, Dialog Semiconductor, Kontron (Dienstag) und Wacker Chemie (Mittwoch).

Aufmerksamkeit werden auch die Konjunkturdaten dies- und jenseits des Atlantiks auf sich ziehen. Commerzbank-Analyst Christoph Balz erwartet, dass die US-Wirtschaft am Freitag eine unbefriedigende Bilanz für das zweite Quartals vorlegt. Er rechnet mit einem Wachstum von 1,2 Prozent - im Schnitt gehen die Experten von einem Plus von 1,8 Prozent aus nach 1,9 Prozent im ersten Quartal. Auch der Auftragseingang für langlebige Güter im Juni (Donnerstag) birgt Enttäuschungspotenzial. "Sollten die Konjunkturdaten anhaltend schwächeln, wird die Hoffnung auf neue Stützungsmaßnahmen der US-Notenbank Fed immer größer", sagt ein Börsianer.
US-Notenbankchef Ben Bernanke hatte jüngst vor beiden Kammern des US-Kongresses betont, dass die Fed bereit sei zu handeln, sollte dies nötig werden. Die Fed entscheidet das nächste Mal am 1. August über ihren weiteren geldpolitischen Kurs.

Wenig erfreulich könnten auch die Zahlen aus dem Euroraum ausfallen. "Zwar dürften sich die Einkaufsmanagerindizes (Dienstag) auf niedrigem Niveau stabilisieren, das Ifo-Geschäftsklima ist aber wohl weiter gefallen", schreibt Commerzbank-Experte Balz. Die Stimmung in der deutschen Wirtschaft war im Juni im Sog der Eurokrise bereits so schlecht ausgefallen wie seit über zwei Jahren nicht mehr. Analysten rechnen am Mittwoch im Schnitt mit einem erneuten Rückgang auf 104,8 von zuletzt 105,3 Punkten.

Euro-Krise noch lange nicht vorbei
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11 Kommentare zu "Dax-Ausblick: Angst vor Enttäuschungen"

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  • [+++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++]

  • Wegen Spanien muss eine politische Lösung so schnell wie möglich in die Wege geleitet werden
    Die Rekapitalisierung ist nicht zu stemmen! Ich schlage vor, die Abteilungen von EuroStat in die Hauptstädte zu verlegen. Die Brüssler und LuxembourgerFrösche sollen den Sumpf trocken legen und kontrollieren? Wer soll das glauben?
    Es geht an`s Fundament!!!! Reihenfolge bis 2. August nachhaltig bei Wiederkehr beachten!!!!!!

    Lebt glücklich auch ohne eigenes Geld

  • Was passiert, wenn Griechenland pleite geht (gehen lassen wird)?

    Die großen Notenbanken pumpen Geld in beliebiger Menge in die Märkte und Banken.

  • Schlickgesicht: Vielleicht geht der Dax auch wieder gegen Richtung 6800 - deshalb und aus diesem wichtigen Grund bin ich gleichermaßen long wie short investiert (gleicher Einsatz und gleicher Hebel).
    So ist man immer auf der Gewinner Seite!
    Ps: Wer Ironie findet kann sie gerne behalten ;-)

  • Hafen-Gemüse: Es besteht ein klein wenig Hoffnung, die aufgelaufenen Verluste zu mindern. Vielleicht!!

  • Schaut mal auf Spiegel Online Seite 1!

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/euro-krise-iwf-will-griechenland-hilfen-stoppen-a-845718.html

    Ps: Schließe mich meinen Vorrednern an, der Dax wird zu Beginn der nächsten Woche wieder abtauchen. 6780 war wohl die Spitze der "Sommer-Rally".
    Allen Shorties eine schöne nächste Woche und natürlich auch allen "Longies" :-)

  • bin mal gespannt wann die Märkte zum Angriff auf den Bund Future blasen - erst dann geht´s rund.

  • Ohja: die "Märke" sind beunruhigt.

    [...]!

    LG
    Blackstone

    [+++ Beitrag von der Redaktion editiert +++]

  • Der Zahltag zeigt es immer wieder... und in die Bilanz schauen, wieviel geliehenes Geld im Vergleich zum Gesamt unterwegs ist und ob die Einnahmen auch eine vernünftige Rückführung ermöglichen. Nebenwerte vorziehen.

  • Das sagt sich natürlich leicht, wenn man diese Aussage nicht mit eigenem Geld untermauert. "Put your money, where your mouth is!"

    Also ich bin am Freitag, leider erst gegen Ende der Sitzung short gegangen, mittelfristiges Ziel 5807. Es wird deutlich werden, dass die Spanier/Italiener die Sparmaßnahmen nicht ertragen können. Steigende Defizite gekoppelt mit einem Unwillen zu größeren Reformen werden die Euroretter vor sich hertreiben. Die Bürger der "Zahlerstaaten" werden sich fragen, ob weitere Hilfe noch Sinn macht. Alle größeren Börsen befinden sich im Bereich von Widerstandszonen und der Kursanstieg letzte Woche dürfte einige aus den Shortpositionen herausgetrieben haben. Die Chartisten sehen momentan Korrekturbedarf, es wurde sogar geschrieben "Wir haben das Sommerhoch gesehen". Nach einer Korrektur dürfte es im Spätherbst womöglich wieder nach oben gehen. Nach den US Wahlen rechne ich mit einem verstärkten Crash, mindestens bis auf 5807 oder sogar auf 5400. Das BundesVerfG muss auch noch entscheiden und könnte weitere "Rettungstaten" erschwerten.

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