Dax-Ausblick
Anleger brauchen den Adlerblick

Das vergangene Quartal brachte an den Börsen Verluste, und das neue startete ebenfalls wenig erfreulich. Anleger haken aber die Vergangenheit ab und schauen nach vorne. Denn die neue Woche könnte einige Überraschungen bieten.

An der Börse ist alles eine Frage der Perspektive. Da gibt es etwa den längerfristigen Blick zurück. In der vergangenen Woche beendete der Dax das Quartal mit einem Minus von gut sieben Prozent. Auf dem ersten Blick wirkt das ziemlich schlecht. Auf dem zweiten Blick wiederum etwas besser, weil die Verluste bis Mitte Februar weitaus horrender ausfielen und der Leitindex seitdem mehr als tausend Punkte aufholen konnte. „Offenbar waren die Märkte zwischenzeitlich wirklich einem übertrieben großen Pessimismus verfallen“, sagt Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege bei der Deutschen Bank.

Es gibt aber auch den kurzfristigen Blick. Am Freitag verlor der Dax in der Spitze mehr als zwei Prozent. Schwache Konjunkturdaten aus Japan - die Stimmung in der japanischen Industrie fiel auf den schlechtesten Stand seit fast drei Jahren und der Nikkei verlor rund 3,6 Prozent - trieben die Investoren auch aus dem deutschen Aktienmarkt.

Erfahrene Anleger wissen aber: Weder kurz- noch längerfristige Historienbetrachtungen bringen den Erfolg. Es geht immer um die Zukunft. „Wir müssen uns ständig neu beweisen“, erklärt etwa ein langjähriger, prominenter Fondsmanager, der nicht mit Namen genannt werden möchte und ergänzt: „Dabei fürchten wir uns wie die Gallier jeden Tag davor, dass uns der Himmel nicht auf den Kopf fällt“.

Der Blick nach vorn zeigt: Auch in der neuen Woche stehen den Anlegern wieder haarsträubende Abenteuer bevor. So sind einige Konjunkturberichte angekündigt. „Die fundamentalen Daten der Wirtschaft weltweit zeigen tendenziell nach unten und dieser Trend wird auch in den kommenden Wochen voraussichtlich anhalten“, sagt Christian Jasperneite, Marktstratege bei MM Warburg.

Vor allem die gesenkten Gewinnschätzungen der Analysten für die Unternehmen dürften Experten für trübe Stimmung sorgen. Für Jasperneite könnte sich der Dax deshalb in der neuen Woche weiter von der psychologisch wichtigen Marke von 10.000 Punkten entfernen und bis zu 300 Punkte verlieren. In der verkürzten Handelswoche nach Ostern hat der Dax bis Freitagmittag bereits mehr als zwei Prozent eingebüßt.

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