Dax-Ausblick: Anleger fürchten griechische Tragödie

Dax-Ausblick
Anleger fürchten griechische Tragödie

Gleich zu Jahresanfang brauchen Aktionäre gute Nerven. Meldungen aus Griechenland sorgen vor der Parlamentswahl für Unsicherheit. Doch das ist nicht das Einzige, was die Märkte in der kommenden Woche bewegen wird.
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DüsseldorfDie Unsicherheit vor der Neuwahl in Griechenland dürfte die Dax-Anleger auch in der kommenden Woche in Atem halten: Werden sich die anstehenden Wahlen auf die Staatsanleihekäufe der Europäischen Zentralbank auswirken? Wird es einen zweiten Schuldenschnitt geben? Und wird Griechenland aus dem Euro austreten?

Klarheit wird es frühestens in zwei Wochen geben, am 25. Januar wählen die Griechen ein neues Parlament. Schon vorher könnten jedoch Wahlumfragen für Bewegung an den Märkten sorgen. Und am 22. Januar tagt zudem der Rat der Europäischen Zentralbank (EZB). Dass die EZB sich dadurch in ihrer Entscheidung für einen breit angelegten Kauf von Staatsanleihen – auch Quantitative Easing (QE) genannt – beeinflussen lässt, glaubt Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, jedoch nicht. „Die EZB wird sich den Zeitpunkt ihrer Entscheidungen nicht von den Widrigkeiten der griechischen Politik diktieren lassen wollen“, so Krämer.

Auch die Wahrscheinlichkeit für einen Austritt Griechenlands aus der Währungsunion schätzt der Commerzbank-Experte eher gering ein. „Wir gehen in unserem Hauptszenario – mit einer Wahrscheinlichkeit von 75 Prozent – davon aus, dass Griechenland auch unter einer von der SYRIZA geführten Regierung in der Währungsunion bleibt“, sagt Krämer. Trotzdem sei es nicht ausgeschlossen, „dass der Verhandlungspoker über ein neues Hilfsprogramm scheitert und Griechenland die Währungsunion verlässt“.

Nach der Wahl wird es aber wohl erst einmal Koalitionsverhandlungen geben müssen, denn viele Experten gehen davon aus, dass keine Partei eine absolute Mehrheit der Sitze im Parlament erreichen wird. Für die Anleger bleibt es also noch eine Weile spannend.

Erfreulicher scheint dagegen die Lage in den USA zu sein, denn die Konjunkturprognosen fallen weiter positiv aus. Dazu passten am vergangenen Freitag auch die Beschäftigungszahlen: Der US-Arbeitsmarkt brummt wie seit 1999 nicht mehr. Diese volkswirtschaftlich positive Nachricht sorgte bei den Anlegern jedoch für Unmut. Sie befürchteten, dass sich die US-Notenbank wegen der positiven Zahlen für eine frühere Zinswende entscheidet.

Der Dow Jones schloss am Freitag etwa ein Prozent schwächer. Für den Dax kamen noch enttäuschende deutsche Konjunkturdaten hinzu, so dass der Leitindex knapp zwei Prozent ins Minus rutschte und mit 9648 Punkten aus der Woche ging. Damit liegt er nun knapp 160 Punkte unter seinem Stand zum Jahreswechsel. Auch für den Leitindex der Euro-Zone war es am Freitag um 3,1 Prozent bergab gegangen. Schwache Banken-Titel hatten den Euro-Stoxx-50 zusätzlich belastet. MDax und TecDax verloren dagegen nur 0,5 Prozent beziehungsweise 0,3 Prozent.

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