Dax-Ausblick
Anleger, fürchtet Euch nicht!

Die Delle in der Entwicklung der Konjunktur lässt sich nicht leugnen. Aber sollten Anleger deshalb gleich in Panik verfallen? Wie Finanzmarktexperten das Risiko einer Rezession bewerten und was das für den Dax bedeutet.
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DüsseldorfAn den Börsen geht die Angst um, die Angst vor einer Rezession. Doch aller Konjunkturabkühlung zum Trotz, Finanzexperten sehen keinen Grund zur Panik. Die Abwärtsrisiken für die Konjunktur sind in den vergangenen Wochen zwar größer geworden. Eine Rezession sieht aber anders aus.

Die Nerven der Anleger wurden zuletzt stark strapaziert. In nur einem Monat hat der Dax knapp elf Prozent verloren. Daran konnte auch der versöhnliche Wochenausklang nichts ändern. Am Freitag ging der deutsche Leitindex mit einem Plus von 3,1 Prozent bei 8850 Punkten aus dem Handel. Doch an den Vortagen hatte er stets mit nur minimalen Gewinnen oder deutlichen Verlusten von bis zu drei Prozent geschlossen.

Auslöser für die Verunsicherung waren vor allem Konjunkturmeldungen. Der Internationale Währungsfonds (IWF) bezifferte das Risiko, dass die Euro-Zone erneut in eine Rezession rutscht, auf bis zu 40 Prozent. Die wichtigsten Frühindikatoren haben sich mehrheitlich verschlechtert. Darunter beispielsweise das Ergebnis der ZEW-Umfrage unter Anlegern und Analysten – der Wert liegt erstmals seit November 2012 wieder im negativen Bereich.

Auch die Bundesregierung hatte ihre Wachstumsprognose für das kommende Jahr in dieser Woche von bisher 1,8 Prozent auf nur noch 1,2 Prozent gesenkt. „Eine konjunkturelle Delle in Deutschland und in Europa kann zum heutigen Zeitpunkt als sicher erachtet werden“, heißt es vom Research-Team bei M.M. Warburg & Co.

Eine Delle, ja, aber keine Rezession. „Selbst wir als Konjunkturpessimisten erwarten keine Rezession“, sagt Jörg Krämer, Chef-Volkswirt der Commerzbank. „Zum einen ist die US-Konjunktur robust. Zum anderen ist die Schuldenblase im Euro-Raum bereits 2008 geplatzt.“ Auch sein Ausblick für den Aktienmarkt klingt optimistisch: „Der Dax dürfte in den kommenden Tagen und Wochen volatil bleiben, aber mittelfristig sollten sich die Kurse wieder erholen.“ Dafür spreche auch die Politik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Wahrscheinlichkeit sei deutlich gestiegen, dass die EZB nicht erst Anfang 2015, sondern noch in diesem Jahr in großem Stil Staatsanleihen kaufe.

Auch das Warburg-Team erwartet keinen „wirtschaftlichen ‚Strömungsabriss‘“, im Gegenteil: „Wir halten es für wahrscheinlich, dass die September-Daten eine Gegenreaktion zeigen und stärker als üblich ausfallen.“ Ob sie Recht behalten, wird sich erst am 5. November zeigen. Dann werden die Zahlen zu den Aufträgen, zur Produktion und zu den Exporten im September veröffentlicht. Und für das kommende Jahr? „Hier deuten die Indikatoren aus unserer Sicht darauf hin, dass die Phase des geringen Wachstums erst einmal anhalten wird“, so das Research-Team von M.M. Warburg.

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