Dax-Ausblick
Anleger hoffen auf die Macht der Euro-Gipfel

Die Märkte schauen gebannt auf den EU-Doppel-Gipfel. Die Erwartungshaltung ist hoch, doch kann die Politik die Krise in den Griff bekommen? Zahlreiche Firmenbilanzen geben zudem Einblick in den Zustand der Wirtschaft.
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Frankfurt, DüsseldorfUngeachtet einer Flut von Firmenbilanzen wird es für Anleger an den Aktienmärkten in der neuen Woche wohl nur ein Thema geben: Der Ausgang der beiden EU-Gipfel zur Lösung der Euro-Schuldenkrise. Zuletzt bemühten sich Frankreich und Deutschland, ihren Streit um die Ausgestaltung des Euro-Rettungsschirms EFSF beizulegen. Statt am Sonntag soll nun auf einem zweiten Gipfel am Mittwoch eine Lösung präsentiert werden. Das Hin und Her auf politischer Ebene hatte die Kurse in der abgelaufenen Woche belastet: Der Dax verlor auf Wochensicht bis Freitagmittag 2,8 Prozent.

Nach Ansicht vieler Marktbeobachter könnten die Erwartungen der Märkte an eine allumfassende Lösung zu hoch gegriffen sein. „Wir glauben nicht, dass den Politikern bereits in den kommenden Tagen der erhoffte Befreiungsschlag gelingt“, sagte Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Am Ende der Verhandlungen dürften sich die EU-Regierungschefs wohl darauf einigen, die Feuerkraft des Euro-Rettungsschirms EFSF zu erhöhen, indem der Fonds künftig die Anleihen der Problemländer teilweise gegen einen Zahlungsausfall versichern werde, erklärte Krämer. Dieser Weg wird von der Bundesregierung bevorzugt. Die von Frankreich ins Spiel gebrachte Banklizenz für den EFSF und damit dessen Finanzierung über die Europäische Zentralbank (EZB) wurde von Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble zuletzt kategorisch abgelehnt.

Auch die Analysten der Helaba sind davon überzeugt, dass die Kursentwicklung an den Märkten in erster Linie politisch geprägt bleiben wird. Von den EU-Gipfeln erwarten die Experten keine einfachen Lösungen, Erwartungen sollten nicht zu hoch gesteckt werden. Mit einem baldigen Befreiungsschlag für den Aktienmarkt rechnet die Helaba nicht, dafür seien die Wachstumsaussichten innerhalb der Eurozone zu unsicher. Erst wenn sich die Erwartungen der Unternehmen verbesserten, werde die Nervosität der Marktteilnehmer zurückgehen - und ein Ende der anhaltenden Schaukelbörse eingeleitet.

Analyst Holger Schmieding von der Berenberg Bank indes ist davon überzeugt, dass nur die EZB eine Panik an den Märkten verhindern kann, sollte es hart auf hart kommen. Eine Lösung könnte darin bestehen, dass die EZB weiter übergangsweise Staatsanleihen kauft, auch wenn der EFSF Bonds erwirbt oder versichert. Zumindest in Bezug auf Griechenland machte sich zuletzt Hoffnung breit, nachdem sich die aus EU, IWF und EZB bestehende Troika für eine rasche Auszahlung der nächsten Kredittranche für das von einer Pleite bedrohte Land ausgesprochen hat. Ein Schuldenschnitt für Griechenland ist damit aber nicht vom Tisch.

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