Dax-Ausblick
Anleger müssen mit Gegenwind rechnen

Teures Öl, die Krise in Japan und die Euro-Schuldenprobleme könnten den globalen Aufschwung ins Stocken bringen - und so die Aktienmärkte belasten.
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FrankfurtDie Zeit der großen Sprünge am Aktienmarkt scheint vorerst vorbei. Ein holpriger Start in die Bilanzsaison, immer neue Schlagzeilen rund um die europäische Schuldenkrise, Wachstumssorgen nach der Japan-Katastrophe - viele Unsicherheitsfaktoren dämpfen die Lust auf Aktien. Schon in der zu Ende gehenden Woche ist dem Dax spürbar die Puste ausgegangen. Auf Wochensicht hat der Leitindex 0,45 Prozent verloren. Zuvor war er drei Wochen in Folge gestiegen und liegt auch aktuell noch rund zehn Prozent über dem Tief von Mitte März. Am Freitagnachmittag bewegte sich der Dax um 7170 Punkte. Nach Einschätzung von Philippe Gijsels, Chef-Analyst bei BNP Paribas Fortis Global Markets, steht der Aktienmarkt auf wackligen Füßen. Die Herabstufung der Bonität Irlands auf „Baa3“ durch die Ratingagentur Moody’s zeige einmal mehr, dass die Probleme der Euro-Zone noch nicht vollständig überwunden seien und jederzeit wieder hochkochen könnten. „Dem Börsenmotto „Sell in May and go away“ ('Verkaufe im Mai und ziehe Dich zurück') zu folgen, könnte gar keine schlechte Idee sein“, betonte er.

Zumindest etwas Schwung erhoffen sich Experten von der in Fahrt kommenden Bilanzsaison. Unter anderem berichten weitere US-Großbanken und zunehmend auch europäische Unternehmen. „Hauptthema bleibt das globale Wachstum“, sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Von den in der Karwoche anstehenden Konjunkturdaten erhofft er sich vor allem vom Philadelphia Fed Index wichtige Hinweise. „Dieser Frühindikator vermittelt einen Eindruck darüber, inwieweit die Unternehmen in der Lage sind, ihre gestiegenen Einkaufspreise an die Verbraucher weiterzugeben, und das ist ja im Moment die entscheidende Frage“, so Basse.

Aussichten werfen einen Schatten über gute Bilanzen

Die ursprünglich ambitionierten Erwartungen an die Berichtssaison sind nach einem eher gemischten Auftakt inzwischen gedämpft. Hauptgrund sind die sich eintrübenden Aussichten. „Ob die insgesamt vermutlich recht ansprechenden Ergebnisse noch einmal einen Kursschub auslösen können, ist fraglich“, sagt deshalb Aktienstratege Markus Reinwand von der Helaba. Die unterstellte Geschäftsentwicklung des abgelaufenen Quartals sei meist schon im Aktienkurs vorweggenommen. Für größere Ausschläge brauche es entsprechendes Überraschungspotenzial. Gleich am Montag berichtet die drittgrößte US-Bank Citigroup, am Dienstag folgt Goldman Sachs. Die Rivalen JP Morgan und Bank of America hatten Anleger in den vergangenen Tagen mit ihren Zahlen nicht hundertprozentig überzeugt.

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  • Globaler Aufschwung - so ein Schwachsinn !!!
    Und die Börse ist schon lange Zeit manipuliert, mit viel Fiat-Money !!!
    Und es dauert nicht mehr lange, da kracht es gewaltig - GEPLANTERWEISE !!!

  • Guten Tag,.... Deutsche Bank am Pranger ( zurecht ) Dredner Commerzbank auf Sturzflug ( auch zurecht ). Komisch VW... Superzahlen aber der Kurs ist runter. Jedoch ueber die wahrhaft stabilen Werte wie Henkel oder Linde;... redet keine Sau. Wahrscheinlich machen deren Bosse weiniger Wind und tun einfach so wie ihre Mitarbeier ehrlich ihre Arbeit. Besten Dank.

  • Die Aktienmärkte weltweit sind nur noch eine Blase, die durch billiges Geld noch nicht geplatzt ist. Wo liegen noch die Unternehmenswerte, die Banken sind pleite,haben Schuldverschreibungen der Pleitestaaten,die Großunternehmen haben Schuldverschreibungen der Banken, die nichts mehr wert sind, die Unternehmensanleihen sind auch wertlos, da die Unternehmen alle hoch verschuldet sind. 50% der Deutschen haben Probleme mit ihrem Einkommen, es ist zu wenig, die Schulden werden immer mehr.

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