Dax-Ausblick
Anleger müssen weiter schwitzen

Die vergangenen Tage vermitteln einen Vorgeschmack auf die weitere Entwicklung von Dax und Co.: Die Angst vor einer Eskalation des Griechenland-Dramas gibt den Börsentakt vor. Experten rechnen mit hohen Kursschwankungen.
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FrankfurtEs sind nicht nur die sommerlichen Juni-Temperaturen, die Investoren in den kommenden Börsentagen gehörig ins Schwitzen bringen dürften: Heftige Kursturbulenzen an Europas Anlagemärkten werden Experten zufolge eher weiter zunehmen als abklingen. Maßgeblicher Grund: Mit der wachsenden Gefahr eines schon bald nicht mehr abwendbaren unkontrollierten Grexits wird die Nervosität der Investoren immer größer.

Einen vorläufigen Höhepunkt erreicht hat das hellenische Drama Ende vergangener Woche: Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat sein Verhandlungsteam aus Brüssel abgezogen - wegen „großer Differenzen“ in den Gesprächen zur Lösung des Schuldenstreits. Zudem soll sich die Bundesregierung Medienberichten zufolge auf ein Ende der Euro-Mitgliedschaft der Griechen vorbereiten.

„Wir schätzen die Wahrscheinlichkeit, dass sich Griechenland aus freien Stücken aus der Euro-Zone verabschiedet, mittlerweile auf fast 50 Prozent“, sagt der Leiter des Rentenfondsmanagements bei Union Investment, Frank Engels. Zwar prognostizieren die meisten Experten für dieses Szenario langfristig eher geringe Ansteckungsgefahren für die Wirtschaft der anderen europäischen Staaten. Wie genau die Finanzmärkte kurzfristig auf solch einen Schock reagieren würden, gilt jedoch als nahezu unkalkulierbar.
Vorsichtige Anleger gehen daher auf Nummer sicher und ziehen sich sowohl aus Anleihen- aber auch Aktiengagements zurück: Zeitweise mehr als zehn Prozent hat beispielsweise der Dax inzwischen seit seinem Allzeithoch von Mitte April bei 12 391 Punkte eingebüßt – in erster Linie wegen des ungewissen Ausgangs der Griechenland-Frage. Vergangene Woche war der deutsche Leitindex dadurch vorübergehend sogar deutlich unter die Elftausendermarke eingebrochen.

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