Dax-Ausblick
Anleger warten auf den Kick

Gefangen zwischen fernen Konjunktursorgen und Hoffnungen auf Unterstützung durch die Notenbanken pendelt der Dax auf und ab. Impulse könnten in der nächsten Woche die amerikanischen Großunternehmen bringen. Zum Auftakt der US-Quartalssaison überzeugte Alcoa mit starken Zahlen. Doch erst die Ergebnisse von Schwergewichten wie Intel oder JP Morgan werden zeigen, wo der Weg hingeht.
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HB DÜSSELDORF. Mit guten Zahlen von Alcoa startete die Berichtssaison der US-Unternehmen für das dritte Quartal. Doch an Fahrt gewinnt sie erst in der kommenden Woche. Dem Dax, so sagen Analysten, könnte das nach monatelangem Seitwärtspendeln einen Kick geben. "Sollten vor allem die Ausblicke der Unternehmen gut ausfallen, ist ein neues Jahreshoch nicht auszuschließen", meint Aktienstratege Steffen Neumann von der LBBW.

Seinen bisherigen Höchststand markierte der deutsche Leitindex im August bei 6 386 Zählern. Am Freitag notierte der Dax zum Börsenschluss bei 6 291 Punkten und legte damit auf Wochensicht ein knappes Prozent zu.

Für Unruhe an den Märkten sorgen allerdings die zunehmenden Turbulenzen am Devisenmarkt. Seit Tagen wird über wird vor einer Esakalation des internationalen Währungsstreits gewarnt. Anlass waren neben den üblichen Scharmützeln zwischen den USA und China die geldpolitische Wende der japanischen Notenbank. Die Bank of Japan senkte ihren Leitzins von 0,1 auf null bis 0,1 und kehrte damit zur Nullzinspolitik der Jahre 2000 bis 2006 zurück. Das Ziel, damit die Landeswährung Yen zu schwächen, erreichte sie aber bisher nicht.

Die zunehmende Aktivität der Notenbanken schüren Sorgen vor einem globalen Abwertungswettlauf. "Die Anleger wissen noch nicht, wie sie mit dem Thema umgehen sollen, das verunsichert", sagt Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg. Aufmerksam blicken die Investoren daher auf die bis zum Sonntag andauernde Herbst-Tagung der Weltbank und des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. "Es wäre mehr als wünschenswert, wenn sich die großen Staaten auf Maßnahmen einigen könnten, den aktuellen Abwertungswettlauf zu bändigen", sagte ein Händler.

Einige Staaten versuchen, ihre schwächelnde Konjunktur durch niedrige Wechselkurse anzukurbeln - sie versprechen sich davon Wettbewerbsvorteile für die heimische Industrie. Im Mittelpunkt der Kritik steht vor allem China: "Die Unterbewertung des Yuan ist die Quelle von Spannungen in der Weltwirtschaft, die dabei sind, zu einer Bedrohung zu werden", warnte IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn zuletzt.

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