Dax-Ausblick
Anleger warten auf Yellens Signale

Nach der Sommerflaute kommt wieder mehr Bewegung aufs Börsenparkett. Die Bundestagswahl mag hierzulande die Schlagzeilen bestimmen, Börsianer blicken in der neuen Woche aber vor allem in die USA.
  • 0

DüsseldorfDie Sommerferien sind vorbei und mit ihnen hoffentlich auch der Sommer-Blues an den Märkten. Zumindest an kursbewegenden Nachrichten sollte es nun nicht mangeln. Während kommende Woche hierzulande die anstehende Bundestagswahl am 24. September das beherrschende Medienthema sein dürfte, werden die Finanzmärkte in erster Linie in die USA blicken.

Experten rechnen damit, dass die Chefin der amerikanischen Notenbank Fed, Janet Yellen, den Plan ausrollt, mit dem sie die Bilanzsumme ihres Hauses reduzieren will – und damit den Startschuss für den Abbau der billionenschweren Wertpapier-Bestände gibt. Für die Märkte sind das wichtige Informationen. „Denn dann sollte die künftige US-Geldpolitik klarer werden“, sagt Robert Greil, Chefstratege von Merck Finck Privatbankiers. „Viel wichtiger sind aber Hinweise auf die weitere Zinspolitik“, ergänzt Commerzbank-Analyst Bernd Weidensteiner.

Yellen könnte diejenigen, die nicht mit einer weiteren Zinsanhebung vor dem Jahresende rechnen, auf dem falschen Fuß erwischen. Investoren taxieren die Wahrscheinlichkeit eines solchen Schritts derzeit auf etwas mehr als 50 Prozent. Er gehe zwar weiter von einer Anhebung im Dezember aus, sagt Anlagestratege Carsten Klude vom Bankhaus MM Warburg. „Allerdings könnte die bislang von der US-Notenbank postulierte Annahme von drei Zinserhöhungen im Jahr 2018 zu optimistisch sein.“

Robert Halver erwartet von der Sitzung der Fed keine großen Impulse. Der Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank ist insgesamt skeptisch, was die amerikanische Konjunktur angeht. Er sagt voraus, dass der Einkaufsmanagerindex der Philadelphia Fed seinen Abwärtstrend fortsetzt und damit die Konjunkturbedenken untermauert. Auch vom US-Immobiliensektor würden angesichts lebloser Baubeginne und -genehmigungen keine nennenswerten Wirtschaftsimpulse ausgehen. „Entsprechend wird die US-Notenbank auf ihrer Sitzung von einer weiteren Leitzinserhöhung Abstand nehmen“, sagt Halver. „Konkrete Details zur Entblähung ihrer Notenbankbilanz werden ebenfalls nicht gegeben.“

In der abgelaufenen Woche waren es vor allem geopolitische Spannungen, die Anleger wiederholt in Atem hielten. Mit einem erneuten Raketentest rief sich Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zum Abschluss der alten Woche in ihr Gedächtnis zurück.

Größere Kursreaktionen blieben zunächst zwar aus. „Man kann sich aber des Gefühls nicht erwehren, dass dieses sogenannte Schattenboxen zwischen Nordkorea und dem Rest der Welt am Ende zu einer Fehleinschätzung auf der einen oder anderen Seite führt“, warnt Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. In den vergangenen Tagen hatte die relative Ruhe in der Nordkorea-Krise dem Dax zu einem Kursplus von insgesamt etwa zwei Prozent verholfen. Damit stand er vor dem größten Wochengewinn seit zwei Monaten.

Seite 1:

Anleger warten auf Yellens Signale

Seite 2:

Hokuspokus an der Börse

Kommentare zu " Dax-Ausblick: Anleger warten auf Yellens Signale"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%