Dax-Ausblick
Anlegern stehen stürmische Zeiten bevor

Glaubt man den Analysten, wird es in den kommenden Wochen ungemütlich am Aktienmarkt. Von den Strategien der Notenbanken dürfte dabei noch die geringste Gefahr ausgehen. Einen Vorteil haben die fallenden Kurse aber.
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DüsseldorfDer September gilt bei Börsianern traditionell als Angstmonat. Nachdem dieser nun überstanden ist, könnte der Weg eigentlich frei sein für eine klassische Jahresendrally, denn im Schlussquartal legen die Börsen häufig noch mal zu. Doch die aktuelle Kursentwicklung der großen Indizes und die konjunkturellen Aussichten stimmen skeptisch.

Der Dax hat in der kurzen Handelswoche ein Minus von knapp drei verbucht, der Euro Stoxx 50 verlor etwa 1,5 Prozent und der Dow Jones etwas mehr als zwei Prozent. Am Donnerstag haben auch die mit Spannung erwarteten Aussagen der Europäischen Zentralbank (EZB) dem deutschen Aktienmarkt nicht den ersehnten Schub verliehen – im Gegenteil, der Dax schloss erneut tiefer bei 9195 Punkten.

Die EZB will Banken durch den Kauf von Kreditpaketen entlasten und ist dabei grundsätzlich auch zum Erwerb von Ramschpapieren bereit. In der zweiten Oktoberhälfte will die EZB mit dem Erwerb von Pfandbriefen (Covered Bonds) beginnen. Im vierten Quartal folgt der Einstieg in den Kauf von Kreditverbriefungen (Asset Backed Securities/ABS).

Beide Programme sollen zwei Jahre laufen. „Am Markt sind einige enttäuscht, dass nach dem Paukenschlag vom September jetzt nicht gleich der nächste Schlag folgte“, sagte Analystin Jana Meier von HSBC Trinkaus. Allerdings habe EZB-Präsident Mario Draghi die Tür für weitere Maßnahmen noch ein Stück weiter geöffnet.

Wenig positiv stimmen aktuell jedoch die Ausblicke zahlreicher Analysten. „Es spricht einiges dafür, dass die westlichen Aktienmärkte auch in den kommenden Wochen eine Underperformance zeigen werden“, so das Research Team der DZ Bank. Das Ende der geldpolitischen Geschlossenheit der großen Notenbanken – die Fed fährt ihre geldpolitischen Impulse zurück, die EZB erhöht sie – stelle dabei in den kommenden Wochen vermutlich noch den kleinsten der potenziellen Gefahrenherde dar.

„Einen weitaus größeren negativen Einfluss dürften das sich derzeit abschwächende Weltwirtschaftswachstum und der Fortgang der eskalierenden geopolitischen Konflikte entfalten“, so die DZ-Banker. Ähnlich sieht es auch Markus Reinwand von der Helaba: „Ein Blick auf die fundamentalen Kurstreiber macht für die kommenden Monate wenig Hoffnung auf nachhaltig steigende Notierungen. Die konjunkturellen Frühindikatoren für Deutschland und die Euro-Zone befinden sich seit Monaten im Rückwärtsgang“, sagt Reinwand. „Eine Wende zum Besseren ist derzeit noch nicht in Sicht.“

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