Dax-Ausblick
„Aus Europa drohen Enttäuschungen“

Die Bilanzsaison beginnt kommende Woche. Analysten versprechen sich wenig Überraschungen, bereiten sich aber auch auf das Schlimmste vor. Investoren achten derweil mehr auf das Umfeld und weniger auf die Unternehmen.
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Die nächste Börsenwoche könnte langweilig von Seitwärtsbewegung geprägt oder von Enttäuschungen und Kurseinbrüchen gebeutelt werden. Die Meinungen gehen auseinander.

„Ich erwarte keine deutlich steigenden Kurse, weil es eine Woche ist, in der nur wenige Daten anstehen. Viele positive Nachrichten sind auch schon in den Kursen enthalten“, sagt Marktstratege Tobias Basse von der NordLB. In der ersten Oktoberwoche legte der Dax bis zum Freitagmittag 1,6 Prozent zu.

Die Aktienexperten der Commerzbank rechnen für die kommenden Wochen mit einer Seitwärtsbewegung, obwohl für die anstehende Berichtssaison eher negative Überraschungen drohten. Zwei Gründe gebe es dafür, dass sich der Markt trotzdem halten könne. „Dafür spricht einerseits die immer noch relativ niedrige Bewertung auf Basis des Kurs-Gewinn-Verhältnisses“, schreibt Aktienstratege Markus Wallner in einem Kommentar. „Andererseits sollten die angekündigten geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank die Lage weiter beruhigen.“

Dies sehen Analysten der DZ Bank ebenfalls so, allerdings nur für den Rentenmarkt: „Die nun etablierten Mechanismen sollten zunächst ausreichen, um eine erneute Panik an den Märkten zu verhindern.“ Für den Aktienmarkt sehen die Experten jedoch Gewinnmitnahmen als sinnvoll an. Nach dem Anstieg seit Mai ( rund 13 Prozent), wachse die Gefahr eine Konsolidierung. Bei der Berichtssaison würden Enttäuschungen aus Europa drohen. Die DZ Bank hat ihr Portfolio dementsprechend defensiver ausgerichtet. Folgen mehrere Marktteilnehmer dieser Ansicht, könnte der Dax nächste Woche kräftig einknicken - eine selbsterfüllende Prophezeiung.

Alcoa startet Bilanzreigen

Am Donnerstag startet der Aluminiumkonzern Alcoa die Berichtssaison der US-Unternehmen. Von Reuters befragte Analysten rechnen damit, dass der Gewinn pro Aktie im zurückliegenden Quartal auf 0,01 Dollar gefallen ist von 0,15 Dollar im Vorjahr. Am Freitag gibt die Großbank JP Morgan Einblick in ihre Bücher. Hier erwarten die Fachleute einen Anstieg des Gewinns pro Aktie auf 1,21 Dollar.

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Das Umfeld ist entscheidend - nicht das Unternehmen

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  • Zitat:
    ..um nicht die Jahresend-Rally zu verpassen...

    Antwort:
    Nach der Jahresend-Rally 2012 kann man sicherlich im Verlauf des Jahres 2013 zu optisch sehr guten Preisen kaufen.

  • Das Handelsblatt ist eine gefährliche Zeitung für Investoren, die sich auf das Urteil vom Handelsblatt verlassen. Wurden Investoren noch letzte Woche ermutigt in Aktien zu investieren, ist diese Woche schon wieder das Gegenteil angesagt.

    So widersprüchlich habe ich das in noch keiner anderen Zeitung gesehen.

  • +++ Beitrag von der Redaktion gelöscht +++

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