Dax-Ausblick
Bedrohung aus Fernost

Neue Daten aus China zeigen deutlich: Die Konjunktur wird schwach. In Ostasien eskaliert der Konflikt zwischen Nord- und Südkorea. Nun fürchten Deutschlands Börsianer, die Dax-Marke von 10.000 Punkten könnte reißen.
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DüsseldorfSchlechter hätten die Vorzeichen für die europäischen Börsen am Freitagmorgen kaum sein können. Chinas wichtiges Börsenbarometer, der Shanghai-Composite-Index war in der Nacht um 4,2 Prozent eingebrochen. Der Nikkei, das Pendant im Nachbarland Japan, gab - davon gezeichnet – um knapp drei Prozent nach.

Kein Wunder, reißen die schlechten Nachrichten aus China auch nicht ab. Der Einkaufsmanagerindex für die verarbeitende Industrie des Wirtschaftsmagazins „Caixin“ ging im August auf 47,1 Punkte zurück. Analysten hatten mit einem Wert von 48,2 gerechnet.

Als ob dies nicht genug wäre, verunsicherte auch noch Nordkoreas berüchtigter und unberechenbarer Diktator Kim Jong-Un Südostasien, indem er seine Armee an die Waffen rief. Später, als es dort schon lange dunkel und hier der Börsenhandel voll im Gang war, wurde bekannt, dass er Südkorea mit Beschuss droht für den Fall, dass das Land seine Propaganda-Durchsagen an der Grenze nicht einstellt.

Und so kam es, wie es kommen musste: Der Deutsche Aktienindex (Dax) rutschte um fast drei Prozent auf 10.124 Punkte ab. Ähnliche Verluste erlitt das europäische Börsenbarometer Euro Stoxx 50. Der Index schloss den Freitag mit 3.254 Punkten, was ein Minus von ebenfalls knapp drei Prozent bedeutet. Ob sich die Lage am Grenzstreifen zwischen Nord- und Südkorea wieder beruhigt und wieviel Unruhe eine weitere Eskalation in der kommenden Woche in die Märkte bringen würde, ist schwer einzuschätzen.

Chinas Wirtschaft sendet dagegen ein klares Zeichen: weniger Wachstum. Die Geschäfte der chinesischen Industrie geben laut Umfragen im Land im August so stark nach wie seit sechseinhalb Jahren nicht mehr. „Die Zahl reiht sich ein in eine lange Kette von Enttäuschungen, die uns in den vergangenen Wochen aus dem Land erreicht haben, das noch vor wenigen Monaten als der große Hoffnungsträger für die weltkonjunkturelle Entwicklung galt“, erklärten die Analysten der Metzler Bank gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.

Und weil sich die Weltwirtschaft so schön darauf eingerichtet hatte, dass die Konjunktur in Asiens größter Volkswirtschaft brummt, wird es auch etwas länger dauern, bis man sich mit der neuen Situation angefreundet hat. Das gilt ganz besonders für die Autobauer – und unter ihnen ganz besonders für VW.

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