Dax-Ausblick
Bitte anschnallen

Die Aktienkurse schwanken stark - und das dürfte auch in der kommenden Woche so weiter gehen. Achten werden Anleger dabei auf die Entwicklung des Euros und der Bundesanleihen - und auf die vielen Hauptversammlungen.
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FrankfurtSo gute Nerven wie derzeit haben Anleger an den Aktienmärkten schon lange nicht mehr gebraucht. Der Dax schwankt massiv – Tagesausschläge von 200 Punkten sind keine Seltenheit mehr. Unter dem Strich verlor der Dax dabei in der vergangenen Woche 2,2 Prozent und notierte zuletzt bei 11.447 Punkten. Seit seinem Allzeithoch von von 12.391 Punkten ist der deutsche Leitindex zwischenzeitlich sogar noch stärker, nämlich um 9,9 Prozent eingebrochen.
Und auch in der kommenden Woche müssen sich Anleger auf turbulente Zeiten einstellen. „Noch immer ist der Dax auf Richtungssuche. Die deutlichen Kursausschläge in beide Richtungen machen dies deutlich“, warnt Christian Schmidt, charttechnisch orientierter Analyst bei der Helaba.

Das Zünglein an der Waage dürfte dabei nach Ansicht von vielen Analysten der Euro sein. Vor allem die jüngste Euro -Rally auf zuletzt über 1,14 Dollar trieb, macht dem exportstarken deutschen Leitindex zu schaffen. „Es wird sich erst noch zeigen müssen, wie viel Euro-Aufwertung die Dax-Anleger vertragen können“, sagt Andreas Paciorek von CMC Markets.

In den vergangenen beiden Wochen hat der Euro mehr als zwei Cent zum Dollar zugelegt.„Es lässt einen doch erstaunen, welche Kräfte der eigentlich schon längst abgeschriebene Euro entwickeln kann, bei dessen Zukunftsperspektive sich noch unlängst die Paritätsprognostiker die Klinke in die Hand gegeben haben“, meinen die Experten der DZ Bank. Gründe für den Verfall des Dollars waren eine Reihe schwächerer Konjunkturdaten aus den USA. Dazu gehörten das größere Handelsbilanzdefizit, enttäuschende Einzelhandelsumsätze und am Freitag die erneut gesunkene Industrieproduktion.

Deshalb stehen in der kommenden Woche US-Daten wie die vom US-Immobilienmarkt am Dienstag, die US-Verbraucherpreise, der Konjunkturindex der Notenbank von Philadelphia (Donnerstag) und die Verbraucherpreise (Freitag) besonders im Fokus der Anleger. Wichtig ist zudem das Protokoll der Sitzung des geldmarktpolitischen Ausschusses der US-Notenbank am Mittwoch.

Unter dem gestiegenen Euro leiden besonders die exportorientierten Unternehmen, von denen es gerade in Deutschland viele gibt. „Mit fallendem Euro stellt sich der europäische und insbesondere der deutsche Aktienmarkt als Verlierer heraus“, meint deshalb auch Olaf Stotz, Professor an der Frankfurt School of Finance & Management: Die Triebkraft der Wechselkurse sollte noch eine Weile anhalten, meint Stotz. „Diese sind jedoch nur schwer einzuschätzen, und deshalb sollten Anleger weiter vorsichtig agieren.“

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