Dax-Ausblick

Börsenhandel im Zeichen des Terrors

Der Handel an den europäischen Märkten wird am Montag unter dem Eindruck der Anschlagserie von Paris stehen. Anleger erwarten zunächst deutliche Kursrückschläge.
Anlegern steht eine zähe Börsenwoche bevor. Quelle: Imago
An den Märkten geht es ruckelig zu

Anlegern steht eine zähe Börsenwoche bevor.

(Foto: Imago)

DüsseldorfDie französische Börse wird am Montag nach dem Terrorwochenende in Paris normal geöffnet. Dies teilte eine Sprecherin des Betreibers Euronext der Nachrichtenagentur Bloomberg am Samstagabend mit. Die Börse befindet sich mehrere Kilometer von den Anschlagsorten entfernt.

Es wäre nicht verwunderlich, wenn der Aktienmarkt zwei bis drei Prozent fällt, sagte Yogi Dewan von der britischen Investmentfirma Hassium Asset Management. Die Versicherungsbranche sowie Aktien von Reiseveranstaltern werden wohl auf die Terroranschläge reagieren. Einer der größten Hotelkonzerne der Welt ist die französische Accor Hotels. Ein Hotel der Gruppe in Paris, das Pullman Hotel im 15. Arrondissement, war am Samstag kurzzeitig wegen eines falschen Bombenalarms evakuiert worden.

Die Futures auf die wichtigen US-Indizes hatten am Freitagabend nach US-Börsenschluss in Reaktion darauf bereits nachgegeben. Alles was die weltpolitischen Risiken wieder ins Bewusstsein bringe, werde die Märkte belasten, die derzeit ohnehin anfällig seien, sagte ein Börsianer. „Gerade weil es in den vergangenen Wochen so deutlich nach oben gegangen ist.“

Welche Aktien die Jahresendrally mitmachen – und welche nicht

K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000KSAG888
Börse
Xetra

+0,24 +1,13%
+21,52€
Chart von K+S AKTIENGESELLSCHAFT NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 1: K+S
1 von 15

Der Übernahmepoker mit dem kanadischen Konkurrenten Potash hat K+S einige Punkte gekostet. Letztlich konnte sich der deutsche Düngemittelhersteller gegen eine feindliche Übernahme wehren. Die Investoren hielten von diesem Widerstand wenig. Sie trennten sich von ihren Anteilen an K+S. Unternehmenschef Norbert Steiner hatte mit so einer Reaktion gerechnet. „Wir wissen, dass das Thema auf der Hauptversammlung einen Nachhall haben wird, aber wir haben gewissenhaft gearbeitet und deshalb nichts zu fürchten“, sagte er. „Wir haben absolut sauber agiert, sind materiell und rechtlich auf der sicheren Seite.“

Kursentwicklung (seit Dax-Jahrestief am 29. September): - 17,5 Prozent

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
Xetra

+2,04 +1,13%
+181,90€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Flop 2: Volkswagen
2 von 15

Dass VW nicht der größte Flop seit dem Dax-Jahrestief ist, liegt schlicht am Beobachtungszeitraum. Denn der Abgas-Skandal erschütterte den Autobauer kurz vor dem Jahrestief. Daher sind die größten Verluste nicht mit eingerechnet. Zieht man sie hinzu, hat die VW-Aktie seit dem 17. September satte 43,8 Prozent verloren. Der Skandal ist noch immer nicht aus der Welt. Seit den ersten Erkenntnissen über Manipulationen ist immer mehr ans Tageslicht gekommen. Wie viel VW die Nachbesserungen kosten werden, kann derzeit nicht seriös prognostiziert werden. Doch ein ist klar: Es wird teuer. Keine guten Vorzeichen für die Aktie.

Kursentwicklung: - 4,0 Prozent

VONOVIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1ML7J1
Börse
Xetra

+0,34 +0,85%
+40,55€
Chart von VONOVIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 3: Vonovia
3 von 15

Bislang ist der Dax-Aufstieg der Immobilienkonzerns Vonovia keine Erfolgsgeschichte. Seit dem Dax-Jahrestief konnten sich die Papiere nicht wirklich erholen. Ändern will das Vonovia mit weiteren Übernahmen. Im Visier haben die Verantwortlichen die Deutsche Wohnen. Doch Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn warnt Vonovia-Aktionäre vor einer Übernahme. „Ich bin zutiefst davon überzeugt, dass Sie die Transaktion ablehnen sollten, um den Wert Ihres gegenwärtigen Anteilsbesitzes in Vonovia zu schützen“, schrieb Zahn. Eine Übernahmeschlacht könnte Vonovia letztlich teuer zu stehen kommen.

Kursentwicklung: - 0,5 Prozent

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
Xetra

+0,04 +0,28%
+14,49€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Flop 4: Deutsche Telekom
4 von 15

Dank starker Geschäfte in den USA und des anziehenden Dollars dürfte der Gewinn der Deutschen Telekom eine Milliarden Euro höher ausfallen. „Bei den aktuellen Wechselkursen wären wir eher bei 19,3 Milliarden Euro“, sagte Telekom-Finanzchef Thomas Dannenfeldt. In seiner Jahresprognose rechnete der Bonner Konzern bislang mit 18,3 Milliarden Euro Betriebsgewinn. Die Aktionäre ließen sich davon dennoch nicht wirklich locken. Die Papiere konnten nur leicht zulegen.

Kursentwicklung: + 4,0 Prozent

HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N

WKN
ISIN
DE0006048432
Börse
Xetra

+0,05 +0,04%
+113,75€
Chart von HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N
Flop 5: Henkel
5 von 15

Henkel könnte die Jahresendrally noch bevorstehen. Analysten zufolge dürfte der bereinigte Gewinn im dritten Quartal um rund acht Prozent auf 748 Millionen Euro gestiegen sein. Die Bilanz könnte der Aktien neuen Schub verleihen. Denn bislang konnte Henkel seit dem Dax-Jahrestief am 29. September kaum zulegen.

Kursentwicklung: + 6,0 Prozent

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
Xetra

+1,04 +0,85%
+123,14€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Top 10: Siemens
6 von 15

Eine gute Auftragslage lässt Zuversicht bei Siemens-Aktionären aufkommen. Unter anderem konnte sich der Mischkonzern Aufträge in Großbritannien, Ägypten und Bolivien sichern. Außerdem hat Siemens Anfang November sein milliardenschweres Aktienrückkaufprogramm abgeschlossen.

Kursentwicklung: + 16,3 Prozent

ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1EWWW0
Börse
Xetra

+0,70 +0,41%
+169,90€
Chart von ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Top 9: Adidas
7 von 15

Die Sanktionen gegen Russland und die Konjunkturabkühlung in China treffen den Sportartikelhersteller Adidas. Auch in den USA läuft es nicht rund. US-Konkurrent Nike ist den Herzogenauracher bereits weit enteilt und mit Under Armour steht in Amerika ein aufstrebender Rivale gegenüber. Dennoch gibt sich Adidas nicht geschlagen. Zuletzt überraschte der Konzern mit guten Geschäften mit Fußballausrüstung und Sportmode. Und die Aktionäre trauen dem Konzern weitere Überraschungen zu.

Kursentwicklung: + 17,0 Prozent

In der abgelaufenen Woche hatte der Dax fast drei Prozent eingebüßt – nach einem Kursgewinn von 13 Prozent seit Oktober. Die deutschen Privatanleger hatten sich zuletzt für eine Jahresendrally positioniert – also auf weitere Kursgewinne gesetzt. Das zeigte auch der aktuelle Comdirect Brokerage Index, der derzeit bei 113,9 Zählern steht. Eine kurzfristige Neigung zu Gewinnmitnahmen war lediglich am 23. Oktober zu vermerken – nachdem der Dax innerhalb von wenigen Handelstagen um rund 700 Punkte angestiegen war, so Stefan Wolf, Produktmanager Trading bei Comdirect.

Vor allem der neuerliche Schwächeanfall der europäischen Einheitswährung hatte die Aktienkurse getrieben. Auch wenn NordLB-Experte Tobias Basse zunächst keine großen Kurssprünge an den Aktienmärkten erwartet. „Allerdings dürfte der Euro angesichts der gegensätzlichen Geldpolitik in den USA und der Euro-Zone weiter unter Druck stehen, wovon wiederum vor allem die deutschen Exportwerte profitieren werden.“ In der alten Woche war der Kurs der Gemeinschaftswährung bis auf 1,0673 Dollar gefallen, das war der tiefste Stand seit rund sieben Monaten. „Der Devisenmarkt wird im Fokus der Börsen bleiben.“

„Nichts als Taschenspielertricks befeuern die Jahresendrally“

„Nichts als Taschenspielertricks befeuern die Jahresendrally“

Zuletzt notierte die Gemeinschaftswährung knapp unter der Marke von 1,08 Dollar. In der vergangenen Woche verlor der Euro zum US-Dollar damit weitere 0,7 Prozent. Binnen Monatsfrist sind es sogar fast fünf Prozent und seit Jahresbeginn sogar knapp elf Prozent. „Grundsätzlich kommt deutschen, typischerweise exportorientierten Aktien eine abwertende Währung zugute“, sagt Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. „Von einer Währungsabschwächung profitiert der MDax als noch industrie- und exportlastigerer Aktienindex umso stärker.“

Wirtschaftsdaten mit Spannung erwartet
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