Dax-Ausblick
China könnte Anlegern die Laune verderben

Setzt der Dax noch einmal zum Endspurt an? Zwar trauen einige Analysten dem Leitindex zu, die Marke von 7 100 Punkten zu knacken. Doch sie könnten die Rechnung ohne China gemacht haben. Mit den US-Daten zum Verbrauchervertrauen steht in der kommenden Woche ein weiterer wichtiger Termin an.
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HB FRANKFURT/DÜSSELDORF. Der Dax hat sich in der abgelaufenen Handelswoche weiter an die 7 100 Punkte herangepirscht. Der Leitindex kam in der Weihnachtswoche bis auf 13 Stellen an jene Marke heran, die er zuletzt Anfang Juni 2008 erreicht hatte. Am Donnerstagnachmittag schloss der Dax bei 7 056 Punkten.

Analysten halten einen Ausflug über die Marke von 7 100 Punkten in der letzten Handelswoche für plausibel. Doch sollte man einer solchen Bewegung angesichts der geringen Umsätze an der Börse nicht allzu viel Bedeutung zumessen. Viele Anleger scheinen sich bereits in die Weihnachtsferien verabschiedet zu haben. Und auch die Märkte dürften das Jahr in der kommenden Woche eher gemütlich ausklingen lassen.

In Frankfurt wird von Montag bis Mittwoch noch normal von 9.00 bis 17.30 Uhr gehandelt, am Donnerstag endet der Xetra-Handel schon um 14.00 Uhr. An Silvester bleibt der Frankfurter Börsenplatz ganz geschlossen. In London, wo die meisten auf Europa spezialisierten Profi-Investoren zuhause sind, wird nur am Mittwoch und Donnerstag ganztägig gehandelt. An Silvester schließt die Börse dort dann am Mittag.

Nicht gerade begeistert dürften die Anleger von der Zinserhöhung in China sein. Chinas Zentralbank hat zum zweiten Mal in gut zwei Monaten die Zinsen erhöht und damit den Kampf gegen die hohe Inflation verstärkt. Der Leitzins für Kredite steige ab Sonntag um 25 Basispunkte auf 5,81 Prozent, der Schlüsselzins für Einlagen um 25 Basispunkte auf 2,75 Prozent, teilte die Notenbank am Samstag mit.

Mit der erneuten Zinsanhebung demonstrierten die chinesischen Behörden ihre Entschlossenheit im Kampf gegen die Inflation, sagte Qing Wang, Chefökonom für China bei Morgan Stanley in Hongkong. Eine Zinserhöhung zum Jahresende sei wirkungsvoller, da die Zinssätze für mittel- und langfristige Darlehen und Einlagen Anfang jedes Jahres entsprechend der Basis-Zinssätze angepasst würden.

Die meisten Experten hatten mit einer Zinsanhebung gerechnet, waren sich jedoch nicht sicher, ob sie noch in diesem Jahr beschlossen würde. Die chinesischen Aktienmärkte haben in Erwartung einer weiteren Straffung der Geldpolitik seit Mitte November fast zehn Prozent nachgegeben.

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  • Laune verderben, Seltene Erden, schwacher Yuan, blasen überall, zu starkes Wachstum dann zu schwaches Wachstum, China kauft Europa ...
    Wann hat die permanente negativ berichterstattung über China endlich ein Ende?

  • Zunächst ist der iSM Produktionsindex kein Schwergewicht, der iSM Dienstleistungsindex ist viermal so schwer. beide haben keine wesentlichen Auswirkungen - es sei denn man ist sich mal wieder einig, die Kurse hochreden zu wollen. Das kam in den letzten Monaten recht häufig vor. Da wurde noch die mieseste Zahl mit "...aber höher als erwartet" zum Treibsatz an der börse manipuliert.
    Zeitbomben ticken in USA, wenn das bewußtsein um sich greift, daß die Wirklichkeit die Anstiege der bewertungen nicht rechtfertigt, in Europa, wenn dto. und deren Krise sich weitet, in China, wo inflation weiterläuft und die blasen in immobilien und Krediten zu platzen drohen. Da die Anleger immer die letzten sind, die etwas begreifen, werden sie große Verluste erleiden. Das sind die Gewinne der paar Anderen. Da kommen dann die hohen boni her.

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