Dax-Ausblick
Das Angstniveau ist hoch

Am Wochenende soll Spanien den Hilfsantrag beim Rettungsfonds EFSF stellen. Anleger schienen am Freitag unsicher, wie sie diese Nachricht bewerten sollen. Die Krise wird die Märkte weiterhin belasten, meinen Experten.
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Frankfurt, DüsseldorfEine turbulente Woche liegt hinter dem Dax. Nach Höhen und Tiefen bleibt am Ende der Handelswoche ein kleines Plus von rund 0,7 Prozent. Das deutsche Börsenbarometer schloss mit 6130 Punkten. Am Freitag fiel der Leitindex rund 0,2 Prozent zurück.

„Die Kapitalmärkte glichen in der vergangenen Woche einer Achterbahn“, beschreibt Claudia Windt von der Helaba die Situation. „Eine Lösung der spanischen Bankenkrise ist bislang nicht gefunden, der weiterhin offene Wahlausgang in Griechenland mit der möglichen Folge eines „Grexit“ und schließlich Konjunktursorgen aus den USA und China setzten den Aktienmärkten gehörig zu“, fasst sie die vergangene Handelswoche zusammen.

Auch in der kommenden Woche dürfte die europäische Krisenpolitik das Marktgeschehen dominieren. „Die Schuldenkrise bleibt im Vordergrund“, sagt Marktstratege Jörg Rahn von Marcard Stein & Co. Vor allem Spanien steht im Fokus. Die Frage ist, ob das Land eine Geldspritze bekommt, um seine maroden Banken zu retten. Am Freitag machten Gerüchte die Runde, dass die spanische Regierung am Wochenende einen entsprechenden Antrag beim Rettungsfonds EFSF stellen werde. „Das ist grundsätzlich eine positive Nachricht, denn es wirkt erst einmal stabilisierend“, so Rahn. „Die EU nimmt Spanien noch vor der Wahl in Griechenland unter ihre Fittiche, damit die Unsicherheiten nicht überhandnehmen.“

Auch Claudia Windt von der Helaba rechnet mit „einer gewissen Erleichterung an den Kapitalmärkten“, sollte Spanien in den kommenden Tagen Schutz unter dem Rettungsschirm finden. „Man könnte dann den Wahlausgang in Griechenland am 17. Juni mit etwas mehr Gelassenheit abwarten“, so Windt.

Seit Anfang Mai kommt der Dax immer noch auf einen Abschlag von gut zehn Prozent. „Nach einer kurzzeitigen Weltuntergangsstimmung ist wieder Atemholen angesagt“, schreiben die Experten der HSH Nordbank. Viele Marktteilnehmer gingen davon aus, dass die Politik den Ernst der Lage erkannt habe und nun entschieden handeln werde.

Die Analysten der DZ Bank sprechen bereits von einem „Angstniveau“. „Der VDAX-Stand von 34 Punkten zeigt an, dass schon ein hohes Maß an Unsicherheit am Aktienmarkt eingepreist ist“, so die Experten in ihrer Wertpapierstrategie. Bisher zeichne sich aber nicht ab, „dass die realwirtschaftliche Entwicklung noch stärker als bisher erwartet durch die Schuldenkrise in Mitleidenschaft gezogen wird.“ Die Analysten gehen davon aus, dass die Kurse im Spätsommer zeitweilig noch höher stehen könnten. Eine solche Erholung könne aus aktueller Sicht jedoch nur ausgelöst werden durch die Hoffnung spekulativer Marktteilnehmer auf weitere geldpolitische Lockerungen der großen Zentralbanken.

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