Dax-Ausblick: Das Glas ist noch halbleer

Dax-Ausblick
Das Glas ist noch halbleer

Der extreme Pessimismus an den Börsen hat sich zwar gelegt, aber Experten sind immer noch skeptisch. Neue Daten könnten die Börsen in dieser Woche wieder drücken.

Frankfurt„Die Rezessionsängste sind übertrieben.“ Fondshäuser überboten sich in der vergangenen Woche mit Kommentaren dieser Art. Ein bisschen hat es geholfen, denn die Stimmung an den Märkten ist nicht mehr ganz so pessimistisch wie zuvor. Lange hatten der fallende Ölpreis und schwache Konjunkturdaten gerade aus den USA Zweifel am Wachstum der größten Volkswirtschaft der Welt geschürt - mit entsprechenden fatalen Auswirkungen auf die Börsen.

In der vergangenen Woche kam es dann zu einer Gegenbewegung: Unter dem Strich legte der Dax knapp fünf Prozent zu – und schaffte damit die beste Woche in diesem bislang traurigen Börsenjahr. Am Freitag ging es dabei allerdings – parallel mit dem wieder sinkenden Ölpreis schon wieder runter. Der Dax schloss bei einem Stand von 9.388 Punkten. Sein Wochenhoch hatte am Donnerstag bei 9.552 Zählern gelegen. Auf Jahressicht liegt der Index immer noch fast 13 Prozent im Minus.

Die Credit Suisse traut dem Braten noch nicht: „Weltweit gibt es zaghafte Stabilisierungsanzeichen, aber wir sehen Risiken in beide Richtungen und halten es für zu früh, um das Engagement auszubauen“, betonten die Strategen der schweizerischen Großbank. Auch andere Strategen sehen das Glas noch eher halb leer. „Die Frage ist, wie nachhaltig die Kurserholung sein wird“, heißt es bei der WGZ Bank. Gute Nerven blieben auf jeden Fall ein wichtiger Begleiter für Aktieninvestoren.

Bernd Meyer von der Commerzbank wird noch konkreter: „Alleine aus der Einschätzung, dass die von den Märkten eingepreisten Wachstumsängste übertrieben sind, sollte man noch nicht schließen, dass sich die Aktienmärkte schnell und nachhaltig erholen werden“, sagt der Stratege. Er sieht dabei vor allem das Problem, dass es an Anlegern mangelt, „die in der Lage und willens sind, in der aktuellen Situation ihr Aktien-Engagement zu erhöhen.“ Schließlich hätten viele Anleger Geld aus Aktienfonds abgezogen. Zudem hätten Fonds und Investoren mit Wertsicherungsmechanismen ihr Risikobudget wohl schon aufgebraucht. „Von daher werden sie wohl kaum zusätzlich in Risikoanlagen investieren“, fürchtet Meyer.

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