Dax-Ausblick
Das lange Warten auf die Notenbanker

Am Donnerstag ist es endlich soweit. Die US-Notenbank gibt an diesem Tag ihren Zinsentscheid bekannt. Eine Überraschung könnte für Turbulenzen an den Märkten sorgen. Was die Woche den Anlegern sonst noch bringt.

FrankfurtDie Stunde der Wahrheit naht. Um 20 Uhr am Donnerstagabend deutscher Zeit gibt die US-Notenbank ihren Zinsentscheid bekannt. Anleger warten mit Spannung darauf, ob die US-Notenbanker um ihre Chefin Janet Yellen ihren Leitzins erstmals seit Ausbruch der Finanzkrise 2008 anheben oder sich wegen der Börsenturbulenzen der vergangenen Monate Zeit lassen werden.

Die Mehrheit des Marktes rechnet nicht mit einer Zinswende. Nach einer Umfrage der Agentur Reuters erwarten zehn von 17 befragten Geldhäuser mit einer Zinserhöhung erst im vierten Quartal 2015 oder später. Die Wahrscheinlichkeit einer baldigen Anhebung des Schlüsselsatzes ist aus Marktsicht in den vergangenen Wochen von 60 Prozent auf 40 Prozent gesunken.

„Das aus unserer Sicht das wahrscheinlichste Szenario wäre, dass die Fed die Leitzinsen im Dezember oder Anfang 2016 um einen Viertelprozentpunkt erhöht“, sagt Burkhard Allgeier, Leiter des Portfoliomanagements bei der Privatbank Hauck Aufhäuser. Eine spätere Erhöhung hätte viele Vorteile.

Die Rohstoffmärkte könnten sich bis dahin erholt haben und die Verbraucherpreise steigen lassen. Wirtschaft und Arbeitsmarkt wären kaum betroffen. Der Dollar dürfte profitieren. „Wir sehen den US-Leitzins Ende 2016 bei höchstens einem Prozent“, sagt Allgeier.

„Wir rechnen mit der Leitzinswende unverändert im Dezember dieses Jahres“, erklären die Analysten der DZ Bank. Die Gefahr einer Trendwende am deutschen Aktienmarkt sehen die Analysten nicht. „Wir sind der Meinung, dass die Korrektur an den Aktienmärkten keine Trendwende hin zum Bärenmarkt ist, sondern vielmehr eine Korrektur, die stark von der Marktstimmung und Absicherungsmechanismen getrieben wurde“.

Anders bei US-Aktien. Wenn die Fed in den nächsten Quartalen die Zinsen erhöht, könnten US-Aktien unter Druck geraten. „Die monatelange Seitwärtsbewegung des S&P 500 ist äußerst ungewöhnlich“, schreiben die Analysten. Der US-Aktienmarkt sei sehr hoch bewertet und der starke Dollar drücke die Unternehmensgewinne. „Allerdings benötigt es einen Katalysator für eine Underperformance des US-Marktes im kommenden Jahr“, erklären die Analysten. „Dieser könnte die nun bevorstehende Leitzinsanhebung der Fed sein“.

Seite 1:

Das lange Warten auf die Notenbanker

Seite 2:

Die Termine der Woche

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%