Dax-Ausblick
Das nervöse Ringen um die 10.000 Dax-Punkte

Globale Konjunkturprogramme? Der G7-Gipfel beschließt: Nein, danke! Baldige US-Zinsanhebung? Die Analysten sagen: Jein! Brexit? Die Vorhersagen verwirren. Drei Themen und drei Gründe, warum Anleger unsicher bleiben.

DüsseldorfDas fing doch gut an nach Pfingsten. Der Deutsche Aktienindex (Dax) ging über 10.000 Punkte. Doch dabei blieb es nicht, und so erwarten die Aktienanalysten der Helaba für diese Woche: „Das Ringen mit der magischen Grenze von 10.000 Punkten geht in die nächste Runde.“ Ob die Optimisten oder Pessimisten gewinnen, wird auch von Signalen vom G7-Gipfel in Japan abhängen, der erst am kommenden Freitag zu Ende geht.

An diesem Freitag hatten die Japaner unter den anderen führenden Industrienationen für finanzielle Konjunkturanreize geworben – vergeblich. Es sei aber Einigkeit erzielt worden, das Wachstum weltweit zu stärken. Aber eben nicht mit Geld vom Staat.

Dagegen wehrte sich vor allem Deutschlands Finanzminister Wolfgang Schäuble. Der interpretiert die Nervosität an den Finanzmärkten als Folge der weltweit hohen Staatsverschuldung und der ultralockeren Geldpolitik der Notenbanken. Die bescherte Deutschland eine rasant wachsende Nachfrage nach Sachwerten.

Die US-Notenbank Fed will künftig eine etwas weniger lockere Geldpolitik betreiben. Dass die Fed im Laufe des Jahres widersprüchliche Signale zum Zeitpunkt einer Zinserhöhung aussandte, sorgt auch nicht für Stabilität. Nun soll die Zinsanhebung doch wieder etwas früher kommen als bisher erwartet – vielleicht sogar schon im Juni.

Aus Sicht der DZ Bank scheint eine baldige Zinsanhebung in den USA gerechtfertigt, weil die US-Industrie die negativen Auswirkungen der Dollar-Aufwertung und des Rohölpreisrückgangs scheinbar verarbeitet habe.

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