Dax-Ausblick
Dax bleibt auf Zickzack-Kurs

Der deutsche Leitindex kann sich nicht für eine klare Richtung entscheiden. Anleger schwanken zwischen der Hoffnung auf eine Jahresend-Rally und der Sorge vor einem Crash. Was in der neuen Woche wichtig wird.
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DüsseldorfKommt nun die Jahresend-Rally? Oder droht doch ein Aktien-Crash? Das dürften aktuell die häufigsten Fragen vieler Anleger sein. In der vergangenen Woche zeigte sich der Dax wieder einmal unentschlossen. Der Leitindex setzte seinen Zickzackkurs fort und verzeichnete am Ende ein Wochenminus von knapp 1,5 Prozent. Von „November-Blues“ sprach etwa Marktbeobachterin Sarah Brylewski vom Brokerhaus Ayondo. „Anders kann man es kaum bezeichnen, was der Index seit einigen Tagen vollzieht. Denn die US-Märkte hatten die Vorlage für einen Anstieg Richtung 9500 Punkte gegeben.“

Eine vorübergehende Verstimmung also oder doch der Beginn einer schweren Depression? Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank, ist optimistisch: „Im direkten Vergleich sind die Chancen auf eine Jahresend-Rally deutlich größer als die Risiken eines Einbruchs.“ Die Begründung: China wachse weniger dynamisch, doch das sei auch gut so, weil sonst eine Blase zu platzen drohe. Auch die im Frühjahr 2015 startenden US-Zinserhöhungen könnten „positiv als Beweis für eine deutlich erholte US-Wirtschaft“ gewertet werden und der sich abschwächende Euro sei „Wasser auf die Mühlen der Euro-Exportwirtschaft“.

Auch Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, betont die Bedeutung der US-Geldpolitik. Er rechnet für das kommende Jahr jedoch mit zusätzlicher Volatilität am deutschen Aktienmarkt. „Hierunter dürften insbesondere die Aktien von Unternehmen mit einer hohen Verschuldung leiden. Ein Beispiel hierfür ist ThyssenKrupp, dessen Nettoschulden fast fünfmal so hoch sind wie der operative Ertrag vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen.“ Von der Euro-Schwäche könnten insbesondere die Unternehmen profitieren, deren Gewinne positiv auf einen steigenden US-Dollar reagieren. Dies seien zum Bespiel K+S oder auch BMW.

Grund für die Zickzack-Bewegung des Dax ist auch der Mangel an klaren Impulsen von der Konjunkturseite. „Die deutsche Wirtschaft ist knapp an der befürchteten Mini-Rezession vorbeigeschrammt“, kommentiert Jörg Krämer die neuesten Daten zum Bruttoinlandsprodukt in Europa. Eine allmähliche Erholung sei erst im Verlauf des kommenden Jahres zu erwarten. „Wir gehen für 2015 von einer Wachstumsrate von ein Prozent aus.“ Frankreichs Wirtschaft ist dagegen überraschend gut in Schwung gekommen, während Italien hinter den Erwartungen zurück blieb.


In der neuen Woche müssen deutsche Aktienanleger erneut mit einem zähen Handel rechnen. „Uns werden die kursbewegenden Nachrichten fehlen, einige US-Konjunkturdaten aus der zweiten Reihe dürften in den Vordergrund rücken“, sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. Angesichts dieser mauen Impulse rechnet der Experte beim Dax nicht mit großen Kursbewegungen. „Ich bin zwar vorsichtig optimistisch, allerdings sollten Anleger die vielen geopolitischen Krisen im Auge behalten.“

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