Dax-Ausblick
Dax nimmt Anlauf auf Rekordhöhen

Am Freitag scheiterte der Dax knapp an seinem Allzeithoch. Doch der Rekord bleibt in Schlagdistanz. Sollten die Parteien in den USA im Haushaltsstreit einen Kompromiss finden, sind Kurse über 8800 Punkte möglich.
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FrankfurtDie Begrifflichkeiten ändern sich, doch der Themengeber ist der Gleiche: Amerika. Egal ob es das „Tapering“ oder nun der „goverment shutdown“ ist. Die USA bestimmen das Marktgeschehen. Besonders gut war das am Donnerstag zu beobachten. Nur die Andeutung auf eine mögliche Verschiebung der „Galgenfrist“ zur Erhöhung der Schuldenobergrenze löste einen wahren Ansturm auf Aktientitel aus.

Der Dax schloss am Donnerstag satte zwei Prozent fester. Am Freitag hielt der positive Trend an. Das Rekordhoch von 8770 Punkten lag am Freitag nur noch einen Steinwurf entfernt. Mit den letzten zwei Tagen der abgelaufenen Handelswoche konnte der Deutsche Aktienindex seine Verluste aus den ersten drei Tagen mehr als wettmachen. Am Ende der Woche notierte der Leitindex über ein Prozent im Plus.

Viele Anleger werden ihre weiteren Anlageentscheidungen von den Fortschritten in der Debatte um den US-Haushalt in Washington zwischen den Demokraten und den Republikanern abhängig machen.

„Die Lage ist ernst, aber nicht hoffnungslos“, betont NordLB-Aktienstratege Tobias Basse. Er rechne mit einer Einigung in letzter Minute. Aktienanleger setzen offenbar ebenfalls darauf, dass die Schuldenobergrenze von derzeit 16,7 Billionen Dollar zumindest leicht angehoben wird, um Zeit für weitere Verhandlungen zu bekommen.

Davon gehen auch die Experten der Helaba aus. Das Geplänkel der beiden Parteien in den vergangenen Tagen überdeckt nur die eigentliche Intention beider Lager, die Zahlungsunfähigkeit zu vermeiden. Am Ende werde eine Einigung zur Anhebung der Schuldenobergrenze herbeigeführt.

In so einem Fall rechnet Aktienstratege Basse mit einer Erleichterungsrally an den Aktienbörsen. In Anbetracht der Nähe des Dax zu seinem Allzeithochs, sind neue Rekordstände denkbar. Dieser positive Effekt könnte aber schnell wieder verpuffen, warnen die Analysten der Landesbank Berlin (LBB). „Denn zum einen wird der andauernde Anstieg des Schuldenstands von keiner Seite grundlegend angegangen. Zum anderen hält das Aufschieben der Diskussion die Unsicherheit an den Märkten hoch.“

Sollten sich die Parteien bis zum Stichtag 17. Oktober doch nicht einigen, ist das für sich genommen nach Einschätzung des NordLB-Strategen Basse noch kein Beinbruch. Das US-Finanzministerium habe bei ähnlichen Situationen in der Vergangenheit bewiesen, dass es über kreative Möglichkeiten verfüge, den Schuldendienst für eine Übergangszeit sicherzustellen.

Die Federal Reserve könnte hierbei eine entscheidende Rolle spielen. Der US-Haushaltsnotstand beeinflusse auch die US-Geldpolitik, erklärte Commerzbank-Analyst Ralph Solveen. Schließlich stehe die US-Notenbank Fed vor der Entscheidung, ab wann und wie stark sie ihre Wertpapierkäufe von derzeit 85 Milliarden Dollar monatlich drosselt.

Kommentare zu " Dax-Ausblick: Dax nimmt Anlauf auf Rekordhöhen"

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  • @hagadi

    Billiges Luftgeld treibt Zombie-Indizes nach oben auf Voodoo-Höchsstände.

    Und wenn die Notenbanken die Zinsschraube anziehen müssen , dan ist der ganze Zauber verflogen. Dann ist Götterdämmerung in den Finanzmärkten...

  • Bei Kompromiss 8000 Punkte im DAX möglich...wenn nicht auch mal locker 5000 Punkte auf die Schnelle.
    Ehrlich gesagt wird es auch Zeit sich von der Immer-mehr-Schulden-Politik abzuwenden. Warum sollen zukünftige Generationen ausbaden was jetzige anrichten?
    Dann lieber jetzt den großen Crash für eine neue wirtschaftlich stabilere Zukunft.

  • Ist das schon die Jahresendrally? Wie weit geht es noch hoch?
    Am besten die billigen Aktien weiter halten, die Stoppkurse hochziehen und abwarten.

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