Dax-Ausblick
Dax nimmt wieder Kurs auf die 10.000

Nach einem ordentlichen Sprint am Freitagmittag, hat der Leitindex zum Wochenende wieder abgebremst. Für die neue Woche sehen Analysten viel Potenzial. Auf lange Sicht dominieren jedoch die Skeptiker.
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FrankfurtZum Wochenende ist dem Dax die Puste ausgegangen. Nachdem der Leitindex am Freitag zwischenzeitlich auf 9891 Punkte geklettert war, ging er schließlich mit 9799 Punkten aus dem Handel – auf Wochensicht also nahezu unverändert. Der morgendliche Anstieg zeigt jedoch, wie schnell es bei der Punktejagd gehen kann. Börsianer halten einen Angriff auf die zuletzt im Juli erreichte Marke von 10.000 Punkten deshalb in der neuen Woche wieder für möglich.

Die Aussicht auf eine anhaltende Geldschwemme der Notenbanken dies- und jenseits des Atlantiks und ein schwächerer Euro-Wechselkurs dürften die Anleger bei Laune halten. „Spätestens das Referendum der Schotten und der Verbleib im Königreich hat die Fesseln gelöst“, sagt Strategin Sarah Brylewski von Ayondo. „Viele Investoren sind noch immer skeptisch, doch erst einmal steht die Börsenampel nun auf grün und der Spurt Richtung 10.000 kann beginnen.“

Der Euro fiel am Freitag bis auf 1,2833 Dollar und war damit so billig wie zuletzt im Juli 2013. Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer rechnet damit, dass der Trend eines schwächeren Euro anhalten wird. Das könnte denjenigen deutschen Unternehmen Rückenwind geben, die einen großen Anteil ihrer Umsätze in Ländern erzielen, deren Handel überwiegend in Dollar abgewickelt wird oder deren Währung stark an den Dollar gebunden ist. „Dies gilt insbesondere für Dax-Unternehmen wie Lanxess, Infineon, Bayer, Linde und BMW“, so Krämer.

Die Aussicht auf längerfristig niedrige US-Zinsen lockt die Anleger weiter in Aktien. Darüber hinaus wetten viele auf umfassende Anleihekäufe der Europäischen Zentralbank (EZB), im Börsenjargon Quantitative Easing (QE) genannt. Eine Zinswende könnte sehr negative Folgen haben: „Es bestehen erhebliche Risiken für die Aktien und Anleihenmärkte, wenn die Fed überraschend schnell oder kräftig die Zinsen anheben sollte oder dies für die Zukunft in Aussicht stellt“, so die Experten von M.M. Warburg. Auch die kommenden Zinsentscheide der US-Notenbank dürften deshalb weltweit an den Kapitalmärkten mit zu den wichtigsten Terminen zählen.

Nachrichten wie die politischen Krisen im Nahen Osten und in der Ukraine wurden an der Börse zuletzt ausgeblendet. „Ich frage mich was noch passieren müsste, dass es wirklich ernsthaft nach unten geht?“, sagt Postbank-Stratege Heinz-Gerd Sonnenschein. Analysten haben diese Probleme allerdings weiter im Blick: „Die Terrorwarnungen durch IS, die laufende Sanktionsspirale mit Russland und auch die Ebola-Epidemie stellen zusätzliche konkrete Gefahren für das weltwirtschaftliche Wachstum und die Gewinne der Unternehmen dar“, heißt es etwa aus dem Research-Team der DZ Bank.

Gleichzeitig halten die DZ-Bank-Analysten die meisten Aktienmärkte gegenüber ihren historischen Mittelwerten für überbewertet. „Dies betrifft insbesondere den größten Aktienmarkt der Welt in den USA. Nur während der extremen Bullenmärkte des letzten Jahrhunderts, die in den Crashs 1929 und 2000 mündeten, sowie im Sommer 2007 war der S&P 500, gemessen an der Höhe des Shiller-PEs, noch klarer überbewertet als heute.“ Trotz der Überbewertung werden US-Aktien nach wie vor gekauft, eine Entwicklung, die stark an die der Blasenjahre 1998 bis 2000 erinnerte.

„Die Mischung aus spürbarer Abkühlung der Wachstumsdynamik und gedehnter Bewertung stellt einen giftigen Cocktail für wachstumssensitive Assetklassen wie Aktien dar, die letztendlich zu einer Korrektur an diesen Märkten führen könnte“, so die DZ Bank.

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