Dax-Ausblick
Der Dax bricht ab

Das tat weh: Innerhalb kurzer Zeit ist der Dax um 500 Punkte gefallen. Geht es nun noch weiter abwärts? Experten warnen vor einer größeren Korrektur. Auf einen Mann können sich Anleger aber noch verlassen.
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DüsseldorfWar das erst der Anfang? In der vergangenen Woche ist der Dax um 500 Punkte gefallen. Nachdem der Index zunächst fast bis auf 9.800 Punkte gestiegen war, fiel er in einem Rutsch deutlich unter 9.300 Zähler. Das kommt nicht alle Tage vor. Und deshalb verlangen Anleger nach einer Erklärung. Die naheliegende: Die vielen Krisen und Konflikte (Ukraine, Gaza, Irak, Argentinien) sorgen für Unsicherheit an den Börsen. Sicherlich, politische Krisen sind nie besonders förderlich für die Aktienmärkte. Doch es gibt tiefer liegende Gründe für die Korrektur.

Auf lange Sicht bewegen sich die Aktienkurse immer im Gleichklang mit den Gewinnen der Unternehmen. Anders ausgedrückt: Die Kurse können nur dann steigen, wenn die Unternehmen mehr verdienen. Genau das ist aber aktuell das Problem. Die Unternehmensgewinne legen nicht mehr in dem Maße zu, das nötig wäre, um die Börsen anzuschieben. In einzelnen Fällen liegen Erwartung und Realität meilenweit auseinander – so sorgten die jüngsten Zahlen von Adidas für einen Schock. Analysten hatten erwartet, dass die Fußball-WM die Geschäfte beflügeln würde. Tatsächlich fiel der Gewinn des Sportartikelherstellers deutlich geringer aus als gedacht. Die Aktie stürzte sofort um 15 Prozent ab.

Über längere Zeit sind die Kurse am Aktienmarkt schneller gestiegen als die Gewinne. „Unter dem Strich wurde in den vergangenen drei Jahren sogar überhaupt kein Gewinnwachstum erzielt, während auf der anderen Seite der Markt um über 50 Prozent zugelegt hat“, sagt Cédric de Fonclare, Fondsmanager des Jupiter European Opportunities. Ein Großteil der jüngsten Überschwänglichkeit sei langfristig kaum haltbar – es sei denn, diese Unternehmen überzeugten doch noch allmählich mit deutlichen Gewinnsteigerungen. „In den Fällen allerdings, in denen die Gewinne enttäuschen, sollten wir uns auf stark negative Aktienkursreaktionen einstellen“, sagt Fonclare.

Am Dienstag stehen die Zahlen von BMW und Deutsche Post auf der Agenda. Bei Lanxess (Mittwoch) erhoffen sich Anleger ähnlich wie bei der Commerzbank (Donnerstag) Details zu den geplanten Einsparungen. Die Zahlen der Allianz (Freitag) treten ebenfalls in den Hintergrund. Börsianer richten ihre Aufmerksamkeit stattdessen auf Aussagen, wie es bei der Fondstochter Pimco nach den Turbulenzen in den vergangenen Monaten weitergehen soll.

In den USA will Time Warner am Mittwoch seine Bücher öffnen. Hier dreht sich alles um die geplante 80 Milliarden Dollar schwere Offerte des Medienzaren Rupert Murdoch. Dessen Firma News Corp hat für Freitag die Bekanntgabe ihrer Zwischenbilanz angekündigt.

Fest steht: Aktien sind nicht mehr günstig. Das durchschnittliche Kurs-Gewinn-Verhältnis im Dax liegt nicht mehr wie 2012 bei neun, sondern bei 13 – die Dax-Konzerne sind also im Schnitt mit dem 13-Fachen eines Jahresgewinns bewertet. Aber der Markt ist damit auch nicht völlig überteuert. An den US-Börsen ist die Überbewertung noch deutlicher ausgeprägt. Für Aufsehen sorgte kürzlich Alan Greenspan, der frühere Chef der US-Notenbank: „Der Aktienmarkt hat sich für so lange Zeit so scharf erholt, dass man davon ausgehen muss, dass wir es irgendwann mit einer signifikanten Korrektur zu tun bekommen werden“, sagte er in einem Interview mit Bloomberg Television. „Wann das ist, weiß ich nicht.“

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