Dax-Ausblick
Der Dax lässt es langsam angehen

Fallende Rohstoffpreise und die schwelende Krise an den chinesischen Märkten dürften kommende Woche die Stimmung bei Dax-Anlegern dämpfen. Deutlich abrutschen sollten die europäischen Börsen deshalb aber nicht.
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FrankfurtEs war kein schöner Wochenausklang für Dax-Anleger: Am Freitag ging der Dax deutlich geschwächt mit einem Minus von 1,4 Prozent bei 11.347 Punkten aus dem Handel. Und so wirklich besser dürfte es in der neuen Woche auch nicht werden. Denn die Sorgen der vergangenen Woche dürften auch in der kommenden Woche dominieren. Börsianer haben vor allem mit zwei Gedanken: den an die fallenden Rohstoffpreise, die schwelenden Krise in China und die anstehende Flut an Quartalsdaten. Alles drei dürfte die Tagestendenzen bestimmen.

Am Freitag fühlten die Anleger eine anhaltende Schwäche der Rohstoffpreise. Der entsprechende Bloomberg-Index lag so tief wie zuletzt vor 13 Jahren. Für den wichtigsten Energierohstoff Öl wurden nur noch 55 Dollar je Barrel gezahlt. Noch vor wenigen Wochen lag der Preis für die rund 159 Liter der Nordseemarke Brent bei knapp 70 Dollar.

Nicht anders sieht es bei den übrigen wichtigen Rohstoffen aus. Auch der Kupferpreis sinkt. Dahinter stecken die Sorgen vor einer wirtschaftlichen Eintrübung in China, einem wichtigen Verbraucherland für den am meisten beachteten Industrie-Basisrohstoff. Die Ängste wurden jetzt noch gestärkt, denn der Juli-Einkaufsmanagerindex fiel so schwach aus wie seit 15 Monaten nicht mehr. Nach wie vor drückt außerdem der Aktiencrash der vergangenen Wochen an den Inlandsbörsen auf die Stimmung.

Die Analysten sind eher skeptisch für Commodities. Experten der Citigroup empfohlen beispielsweise, auf weiter fallende Eisenerzpreise zu setzen. Die Belastungen treffen ebenfalls die Börsen aller Rohstoff exportierenden Länder, meistens Emerging Markets. Unter Druck stehen auch die Firmen aus dieser Branche. Es geht beispielsweise um große Konzerne wie die Minengesellschaften Rio Tinto, Vale oder BHP Billiton.

Weit besser kommen in den Einschätzungen die Aktienbörsen der Industrieländer weg. Die Hausse an den Aktienmärkten hält zwar nun schon sieben Jahre an. Das ist deutlich länger als in der Vergangenheit üblich. Die Investmentstrategen von Axa Investment Managers glauben jedoch, dass sich zurzeit so verhalten wie bei einer vorübergehenden Konsolidierung. Sie erwarten keine starke Korrektur an Wall Street und in Europa.

Fast euphorisch heißt es bei der Berenberg Bank, dass Börsenumfeld in Europa sei „exzellent“. Die Strategen setzen auf den niedrigen Euro, niedrige Zinsen, den niedrigen Ölpreis und das Anleihe-Kaufprogramm der EZB.Auf kürzere Sicht und damit in der neuen Handelswoche bleiben jedoch die Themen China und Rohstoffe oben auf der Agenda. Daneben wird die laufende Berichtssaison Aufmerksamkeit verlangen.

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