Dax-Ausblick
Der Geldhahn bleibt offen – vorerst jedenfalls

Ohne die Notenbanken geht beim Dax nichts mehr. Das galt in der vergangenen Woche, das wird auch in der kommenden Woche gelten. Doch Anleger müssen sich auf einen langsamen Entzug von der Gelddroge gefasst machen.
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FrankfurtDie vergangene Handelswoche stand ganz unter dem Zeichen der US-Arbeitsmarktdaten. Die Angst war groß, dass die Fed ihren Plan einer Reduzierung des Anleihekaufprogramms umsetzt, sollte die Arbeitszahlen zu gut ausfallen. Die am Freitag veröffentlichten Daten zerstreuten diese Ängste und katapultierten den Dax zu Wochenschluss deutlich ins Plus.

Inzwischen sehen Marktbeobachter aber wieder Licht am Ende des Tunnels. "Anleger dürften die Korrektur der vergangenen Wochen zum Wiedereinstieg nutzen und damit für steigende Kurse sorgen", sagt Wolfgang Duwe, Stratege bei der Bremer Landesbank. Der Frankfurter Dax hat seit Ende Mai mehr als fünf Prozent verloren, der New Yorker Dow-Jones-Index rauschte am Mittwoch wieder unter die psychologisch wichtige 15.000-Punkte-Marke.

Die Entwicklung der Aktienmärkte dies- und jenseits des Atlantiks gleicht derzeit einer Achterbahnfahrt. Spekulieren die Anleger auf eine Fortsetzung der ultralockeren US-Geldpolitik durch die Fed, geht es rauf. Hat die Furcht vor einem Zurückfahren der Anleihenkäufe die Oberhand, geht es runter. Für die Analysten der Landesbank Berlin (LBB) ist das Auf und Ab nur allzu verständlich: Die Kursgewinne der letzten Monate seien zu großen Teilen auf die Geldschwemme der internationalen Notenbanken zurückzuführen, erklären die Analysten. "Zieht nun der prominenteste Vertreter die Zügel an, würde dies durchaus negative Effekte auf die Kapitalmärkte aussenden."

Doch auch wenn die US-Arbeitsmarktdaten darauf hindeuten, dass ein baldiges Ende der laxen Geldpolitik der Fed nicht zu erwarten ist, sollten den Anleger bewusst sein, dass sich die Notenbanken immer mehr dem Ende des Expansionskurses nähern. Das ist nicht nur bei der Fed und der EZB zu beobachten, sondern trifft – mit anderen Vorzeichen –auch auf die chinesische Notenbank (PBoC) zu. In der kommende Woche werden die chinesischen Inflations- und Industrieproduktionsdaten veröffentlicht. Experten gehen davon aus, dass sich die Prognosen eines zögerlichen Aufschwungs begleitet von Inflationsrisiken bestätigen werden, was die Stimuli der PBoC eingrenzen dürfte.

Börsianer gehen zudem davon aus, dass Ben Bernanke bei der nächsten Kongressanhörung eher über einen Ausstiegsplan diskutieren wird, denn über eine abermalige Ausweitung des Anleihekaufprogramms.

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