Dax-Ausblick
„Der Optimismus scheint verflogen“

In der kommenden Woche werden vor allem die Quartalssaison und die europäischen Staaten im Fokus der Anleger stehen. Die Wahlen in Frankreich und Griechenland könnten die Märkte in nächster Zeit bewegen.
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Frankfurt, DüsseldorfDie zarte Erholung des Dax wird nach Einschätzung von Börsianern in der neuen Woche ihr vorläufiges Ende finden. „Angesichts der schwelenden Schuldenkrise und der konjunkturellen Schwierigkeiten gehen wir nicht davon aus, dass die Nervosität der Marktteilnehmer in nächster Zeit spürbar abflauen wird“, warnen die Experten der Landesbank Berlin.

„Der Optimismus mit Beginn des Frühjahres scheint verflogen“, bilanziert Helaba-Analyst Ulf Krauss. Nun seien wieder die Euro-Skeptiker mit ihrer Prophezeiung eines spanischen Schuldenschnitts am Drücker. Da die spanische Staatsverschuldung verglichen mit der Griechenlands überschaubar sei, werde die Refinanzierung am Markt weiterhin möglich sein.

Die Analysten der DZ Bank gehen davon aus, dass auch in den kommenden Wochen der Fokus der Finanzmärkte auf die europäischen Staaten gerichtet sein dürfte. „Hinter dem fulminanten Auftakt der Aktienmärkte in das laufende Jahr stand vor allem die gute Stimmung infolge der reichlichen Liquiditätszufuhr durch die EZB, die die Sorge vor einer erneuten Krise eliminiert hat“, heißt es in der Wertpapierstrategie der Bank. Inzwischen aber lasse die Betäubung durch das Beruhigungsmittel „LTRO“ wieder nach.

Stattdessen dominierten die Sorgen darüber, ob die Kurse nicht den Fundamentaldaten zu weit vorgelaufen seien. Dieser Trend könne sich in den kommenden Wochen verstärken, so die Analysten. Käme es zu einem weiteren Kursrutsch, erschiene der Bereich um 6.200 Punkte für Käufe attraktiv, heißt es von der DZ Bank.

In der vergangenen Woche legte der Dax unter anderem dank positiver Konjunkturdaten und einer erfolgreichen Auktion spanischer Anleihen gut zwei Prozent zu und erreichte damit sein erstes Wochenplus seit einem Monat.

Doch so positiv muss es nicht weitergehen. Der Ausgang der ersten Runde der französischen Präsidentenwahlen könnte die Stimmung der Anleger drücken, sagt Markt-Analyst Giuseppe Amato vom Brokerhaus Lang & Schwarz. Zwar fällt die Entscheidung wohl erst bei der Stichwahl Anfang Mai, in Umfragen liegt der Herausforderer Francois Hollande jedoch vorn. Der Sozialist will nach einem Wahlsieg den europäischen Fiskalpakt nachverhandeln.

Die Spekulationen über die Auswirkungen eines Machtwechsels auf das deutsch-französische Verhältnis sowie den Fortgang der Euro-Schuldenkrise würden für erhebliche Nervosität an den Märkten sorgen, meint Helaba-Analyst Krauss. Das Misstrauen gegenüber Frankreich sei zuletzt spürbar angestiegen, was sowohl Aktien als auch französischen Anleihen unter Druck setzte.

Lang & Schwarz-Experte Amato bezweifelt, dass sich ein Politikwechsel in Frankreich bereits in den Kursen widerspiegelt. „Viele trösten sich noch damit, dass es sich nur um Wahlkampf-Rhetorik handelt.“ Ähnlich könnten ungünstige Entwicklungen bei den Wahlen in Griechenland die Märkte deutlich bewegen, heißt es von den Analysten der DZ Bank.

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  • Oops, nur wegen DAX 10.000 faucht man sich dämlich an? Da fragt man sich echt, welche Experten hier rumhängen, dass die so schlecht in Wahrscheinlichkeitsrechnung sind. Also ich komme für DAX 10.000 auf über 50%. Weil, ja weil das freie Kapital Gewinne machen muss, wird angefüttert und dann abgefischt.

  • <HeidelbergCement!>

  • Genau, raus an die frische Luft mit Ihnen, oder haben Sie von Ihren Eltern Stubenarrest bekommen und müssen deshalb bei dem schönen Wetter in Ihrem Zimmer verweilen?
    Wie auch immer, schönen Sonntag noch!

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