Dax-Ausblick
Der Zins macht die Musik

Nun ist die Bilanzsaison vorbei. Anleger blicken in der nächsten Handelswoche auf eine große Anzahl Konjunkturdaten. Am Mittwoch erwarten sie von der Fed ein klares Wort in Sachen Laufzeit ihrer einmaligen Geldpolitik.
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Keine Zeit zum Durchatmen für Börsianer: Kaum ist die Berichtssaison abgearbeitet, gilt es in den kommenden Tagen eine Flut an Konjunkturdaten zu bewältigen. Größte Aufmerksamkeit wird nach Einschätzung von Aktienstrategen die Entwicklung der US-Einzelhandelsumsätze genießen: „Der US-Konsument ist nach wie vor die verlässlichste Stütze der Weltkonjunktur ist“, erklärt Tobias Basse von der NordLB.

Der Dax dürfte in der nächsten Woche nach Einschätzung von Marktexperten in einer Spanne zwischen 8900 und 9100 Punkten pendeln. „Investoren, die von der jüngsten Rally profitiert haben, werden jede Gelegenheit nutzen, ihre Gewinne zu realisieren“, sagt Basse.

"Andere warten nach wie vor auf ihre Chance zum Einstieg und werden bei günstigeren Kursen direkt zugreifen.“ In der Summe dürfte der Markt deshalb auf der Stelle treten.

In der zu Ende gehenden Woche ist der deutsche Leitindex um rund 0,7 Prozent auf 9150 Punkte gestiegen. Seit Jahresbeginn hat er damit etwa 20 Prozent an Wert gewonnen. Der EuroStoxx50 hat in den vergangenen fünf Tagen um 0,4 Prozent auf 3050 Zähler zugelegt, seit Jahresbeginn sind es rund 15 Prozent.

Für die US-Einzelhandelsumsätze (Mittwoch) sagt Commerzbank-Analyst Christoph Weil für Oktober eine Stagnation voraus. Dies wäre zumindest ein Beleg dafür, dass es für die weltgrößte Volkswirtschaft nach dem lähmenden Haushaltsstreit nicht wieder bergab geht.

Weitere Hinweise zur Entwicklung der US-Konjunktur werden im Lauf der Woche der Verbraucherpreisindex, Arbeitsmarktdaten und der Index der Notenbank von Philadelphia liefern.

Am Mittwoch wird zudem das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung veröffentlicht, welches neue Hinweise geben soll, wann mit einer Drosselung der milliardenschweren Konjunkturhilfen zu rechnen ist. Die US-Notenbank ist mit ihrer extrem lockeren Geldpolitik ein wichtiger Grund für die Rally an den internationalen Finanzmärkten.

Auch aus der Eurozone stehen wichtige Indikatoren an. Der Reigen beginnt am Dienstag mit dem ZEW-Index, am Donnerstag folgen die vorläufigen Einkaufsmanagerindizes für die großen Länder im Euroraum, und zum Wochenschluss wird der Ifo-Geschäftsklimaindex veröffentlicht.

Sehr sensibel dürften die Finanzmärkte auf Details zu den Reform-Beschlüssen der chinesischen Führung reagieren. Bislang wurde unter anderem bekannt, dass zur Belebung der Wirtschaft ausländische Investitionen gefördert und Eigentumsrechte in der weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft gestärkt werden sollen.

Im Fokus der hiesigen Investoren werden auch die Veranstaltungen rund um die „Euro Finance Week“ in Frankfurt am Main stehen. Hochrangige Banker und Notenbanker diskutieren ab Montag die Rahmenbedingungen der Finanzwirtschaft. Dabei geht es unter anderem über Details der neuen Bankenaufsicht sowie die politische Ausgestaltung von Abwicklungsmechanismen für Kreditinstitute.

Als Nachzügler wird ThyssenKrupp am Donnerstag seine Bilanz vorlegen. Anleger sind vor allem gespannt, ob der angeschlagene Mischkonzern eine Kapitalerhöhung ankündigen wird.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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