Dax-Ausblick
Die Bären sind los

Nach der Verlustserie der vergangenen Woche fürchten Anleger eine scharfe Korrektur. Die nächste Woche wird zeigen, wie nachhaltig der Börsenboom der letzten Monate war.
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Aus Sicht der hessischen Landesbank ist die Anlegerwelt längst nicht mehr in Ordnung. Schon im Dezember, so die Marktprognose der öffentlichen Bank, soll der Dax die Marke von 9.000 Punkten durchbrochen haben und bei 8.900 Punkten notieren.

„Mangels Alternativen sehen sich viele Anleger gezwungen, den Aktienzyklus bis zuletzt auszureizen“, erklärt Markus Reinwand Aktienmarktstratege der Helaba. Dabei erwarten die Anleger Rückenwind von den Notenbanken. Ob die Europäische Zentralbank (EZB) die gleiche Wucht entfalten kann wie die US-Notenbank Fed sei aber fraglich.

Den europäischen Märkten drohe daher Ungemach. „Angesichts der Währungsentwicklung waren Euro-Aktien für Anleger aus dem Dollar-Raum ein Verlustgeschäft“, sagt Reinwand. „Sollten sich die Euro-Abwertungserwartungen verfestigen, würde sich diese für den Kursaufschwung so wichtige Investorengruppe vermutlich eher zurückziehen“. Die Helaba sieht den Euro zum Ende des Jahres bei 1,25 US-Dollar, knapp 2,5 Cent schlechter als jetzt. „Das jüngste Stimmungshoch an den Aktienmärkten dürfte sich somit kaum als nachhaltig erweisen“, sagt Reinwand.

Auch wenn die anderen öffentlichen Banken weniger skeptisch sind und von einer Baisse noch keine Rede sein kann, werden viele Anleger bei deutschen Aktien vorsichtiger. Der Blick auf den Chart zeigt: Seit Ende vergangener Woche verlor der Dax rund 350 Punkte und fiel unter die Marke von 9500 Punkten. Am Freitag schloss der Leitindex 0,20 Prozent schwächer bei 9490 Punkten. Damit steht auf Wochensicht ein Minus von 3,2 Prozent zu Buche. Ob die Verlustserie weiter anhält, hängt von mehreren wichtigen Terminen ab.

Auf der einen Seite lockt weiterhin das frische Notenbankgeld, auf der anderen Seite wiegt die Sorge um die Konjunkturentwicklung in Europa immer schwerer. Nach der Achterbahnfahrt im September könne deshalb auch der Oktober eine „Schaukelbörse mit höherer Volatilität und Unruhe“ bringen, erklärt Ayondo-Marktstrategin Sarah Brylewski.

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