Dax-Ausblick
Die Berichtssaison läuft heiß

Der Dax steht in der kommenden Woche ganz im Zeichen der Unternehmenszahlen. Die Konzerne in Europa und den USA müssen zeigen, wie sie sich im konjunkturell schwierigen Umfeld geschlagen haben. Anleger können hoffen.
  • 3

FrankfurtScheint die Sonne, steigen die Kurse - dieser Trend der vergangenen Tage könnte sich auch in der neuen Woche fortsetzen. „Ein Mix aus besseren Konjunkturdaten, kaum vorhandenen Risiken am Zinsmarkt und einer recht positiven Berichtssaison sollte den Markt weiter nach oben treiben“, sagt Marktstratege Jörg Rahn von Marcard, Stein & Co.

In der zu Ende gehenden Woche hat der Dax bislang knapp ein Prozent zugelegt, ebenso der EuroStoxx50. Der deutsche Leitindex schloss am Freitag bei einem Kurs von 8315 Zähler, der EuroStoxx50 um 2712 Punkte. Nach Einschätzung von Rahn hat vor allem die Klarstellung von Fed-Chef Ben Bernanke, wonach die Geldpolitik der US-Notenbank noch lange expansiv bleiben wird, Investoren spürbar beruhigt. „Der Markt reagiert immer noch vor allem auf die US-Geldpolitik“, erläutert Rahn. Der die Volatilität anzeigende und damit die Nervosität der Anleger in Zahlen ausdrückende VDax sackte in der vergangen Handelswoche weiter spürbar ab.

Als Bernanke Mitte Juni einen Fahrplan zur Rückführung der milliardenschweren Fed-Anleihenkäufe vorgelegt hatte, war das von etlichen Investoren als Zinswende interpretiert worden. Aktien- und Rentenmärkte waren daraufhin auf Talfahrt gegangen. Inzwischen hat Bernanke klargestellt, dass er die Geldpolitik abhängig von der konjunkturellen Entwicklung justieren werde. Nichts stehe fest. Anleger entspannten sich nach diesen Aussagen spürbar, da sie mit dem billigen Geld nun weiter investieren können.

Start der Bilanzsaison lässt hoffen

Die Bilanzsaison nimmt auch hierzulande allmählich Fahrt auf. So werden mit Daimler, BASF und der Deutschen Börse drei Dax-Werte über ihre Geschäfte im zweiten Quartal informieren. Während der Autobauer seine wichtigsten Kennzahlen schon im Vorfeld bekannt gegeben hat und Investoren deswegen am Mittwoch auf Details warten, wird es bei BASF (Donnerstag) spannender. Die Frage ist, wie sich das Chemieunternehmen in einem schwierigen Umfeld schlägt. Der Branchenverband hatte vor etwa einer Woche einen sehr zurückhaltenden Ausblick gegeben.

Insgesamt dürften die Unternehmen hierzulande, als auch im europäischen Ausland kaum an bisherige Gewinnsteigerungen anknüpfen. Der ifo-Geschäftsklimaindex, der in der kommenden Woche veröffentlicht wird, dürfte angesichts der fragilen Erholung der Euro-Peripherieländer und der stockenden Konjunktur in China als auch Indien schwächer ausfallen als erwartet.

Volkswirte gehen davon aus, dass Indien, ähnlich wie China, nicht das angepeilte Wachstum erreichen wird. In neuesten Schätzungen gehen sie davon aus, dass das Land statt der prognostizierten sechs nur fünf Prozent Wachstum erreichen wird.

Kommentare zu " Dax-Ausblick: Die Berichtssaison läuft heiß"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Ich hab die Schn... voll. MOrgen wird alles glatt gestellt.
    Verluste und Gewinn der letzten 4 WOchen halten sich die Waage wenn keine gravierenden Ausschläge nach obe oder unten daziwschen kommen. Dann bleib ich solange flat bis sich wieder ein klarer Trend ausmachen lässt. Puts sind mir zu heiss und Calls auch. Das kann rasend schnell in beide Richtungen gehen. Allerdings gehe ich aktuell von einem Dax bei 9.000 aus bis Ende August.Japan knallt morgen hoch, der Dax zieht nach und der Dow setzt das Sahnehäubchen drauf. Würde mich wirklich wundern wenn es anders käme.

  • I decided a long time ago that

    1) I can't time the market, that
    2) probably nobody can, but that
    3) even if some people can, I can't tell which people they are.

  • Es wäre schön, wenn Firmen transparenter werden müssten.
    So wäre es sinnvoll, dass sie erkären, woher die Gewinne stammen. Dies gilt vorwiegend für die Konzerne, die mit Daten und Werbung handeln.

    Europa und Deutschland muss stärker werden - nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch im Bereich Datenschutz.

    Die Politiker müssten auch die jährlich 20% Wirtschaftsspionagefälle* ( Dunkelziffer höher ) wahrnehmen, die in einer *Corporate Trust studie als Ergebnis von Firmen veröffentlicht wurde.

    Die Firmen sollten unverzüglich, sowie in ihren Berichten auf diese Fälle und den wirtschaftlichen Schaden hinweisen müssen.

    Wieso kann sich die deutsche Wirtschaft einen jährlichen Schaden durch Wirtschafts- und Industriespionage von 5 Mill. €* noch leisten? Wie viele Arbeitsplätze sind dies?

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%