Dax-Ausblick
Die Börsen-Euphorie schwindet

Das nächste Tief kommt bestimmt. Der Optimismus der letzten Wochen kann sich an den Märkten nicht halten. Die Schuldenkrise drückt auf die Kurse, auch der hohe Ölpreis belastet. Selbst in China kriselt es.
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Frankfurt, DüsseldorfNach wochenlanger Euphorie an den Märkten sieht es für den Dax nun wieder etwas düsterer aus. Zwar endet für den deutschen Leitindex an diesem Wochenende eins der stärksten ersten Quartale aller Zeiten. Fast 18 Prozent hat er seit Jahresbeginn zugelegt. Doch in der vergangenen Woche gab der Index fast ein Prozent nach.

Die Aussichten für die kommenden Wochen sind eher trüb. Schuld ist neben dem steigenden Ölpreis mal wieder die Euro-Schuldenkrise. Die Ausweitung des Rettungsschirms wird eher skeptisch gesehen. Und auch Chinas Wachstum wird schwächer.

Entgegen der Hoffnung vieler Anleger brachte der griechische Schuldenschnitt nicht das Ende der Krise. Im Gegenteil, die Probleme beeinflussen die Entwicklung der Märkte weiterhin. Vor allem die Diskussionen um die Aufstockung der europäischen Rettungsgelder haben die Nervosität wieder deutlich erhöht. „Der Markt hat sich zuletzt zwar sehr gut entwickelt und ist fundamental auch immer noch gut gestützt; Anleger schauen aber wieder verstärkt auf die Risikofaktoren“, sagt Aktienstratege Matthias Thiel von MM Warburg. Eine Prognose für die Karwoche abzugeben, gleiche dem Blick in die Glaskugel.

Börsianer sind sich uneins bei der Frage, wie es für den Dax weitergeht. Die Aktienmarktexperten der öffentlichen Banken sind vergleichsweise optimistisch: Zwar dürfe es in den kommenden Wochen weiter aufwärtsgehen, doch nicht mehr in diesem Tempo. „Die positiven Impulsgeber verlieren in den kommenden Monaten (...) an Kraft“, erklärte jüngst BayernLB-Chefanalyst Jürgen Pfister. Schließlich sei die Staatsschuldenkrise in Europa noch lange nicht ausgestanden.

Von den Rohstoffmärkten könnte bei einer Eskalation des Irankonflikts Ungemach drohen. Steigende Rohölpreise heizen Inflationssorgen an, was Anlegern in der Regel die Stimmung verdirbt. Erschwerend hinzu kommt die hohe Verschuldung in vielen Industrieländern, die das Wachstum der Weltwirtschaft bremsen dürfte. „Die Anfälligkeit der Anleger für schlechte Nachrichten steigt“, meinen Experten der öffentlichen Banken. Dennoch sehen sie den Leitindex bis Jahresende bei 7.000 bis 7.700 Punkten.

Pessimistischer sind die Analysten der DZ Bank. Aktuell sei der Dax fair bewertet, schreiben sie in ihrer wöchentlichen Wertpapierstrategie. Da die Unternehmensgewinne stagnierten, sei der jüngste Kursanstieg korrekturbedürftig. „Wir erwarten den Dax zum Jahresende bei 6.600 Punkten.“ Bisher hatten vor allem die niedrigen Zinsen im Euro-Raum und die jüngste Geldflut der Europäischen Zentralbank (EZB) die Kauflaune der Investoren angeheizt. Seitdem ist viel Liquidität im Markt, und gerade deutsche Aktien strahlen aktuell eine große Anziehungskraft aus.

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  • Habe in jeder "kriese" wenn alle am lautesten geschrien haben investiert, bei der aktuellen bewegung habe ich bereits teile wieder abgestossen.

    The smartest financial guy in the world, Warren Buffett, has a saying that goes something like this:
    you should be fearful when others are greedy and be greedy when others are fearful. What Warren means is that if everyone is jumping on the bandwagon you should hesitate because in most cases when something looks too good to be true, it usually is. And when people aren’t jumping on the bandwagon you should take a closer look at it because the reward of doing so could be extremely high.

  • @Wasserpumpe

    etwas Logik für Sie :
    der Wert eines Objektes (auch Geld) gemessen in
    Währungseinheiten (Euro, Dollar, Muscheln, Glasperlen) läßt sich nur zu einem bestimmten Zeitpunkt t durch Auktion feststellen.
    Alles andere ist Unsinn.
    Ich wette , Sie wissen nicht was Sie mit billig meinen.

  • Zitat: "mir scheint, daß Sie nicht begriffen haben, daß der Wert eines Objektes von der Nachfrage oder der Gier
    der Menschen abhängt."

    Falsch! Weil das gilt nur für Raritäten! Billiges Geld zur Stützung des Geldsystems jedoch, ist ein Massenartikel, der jetzt krampfhaft nach "Anlagemöglichkeiten" zwecks Vermehrung sucht, da ja 1% Zinsen mehr zurück zu zahlen sind in 2 Jahren an den Ausgeber, die EZB. Prinzipiell hat man Bankenpleiten daher immer noch nicht abgewendet.

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