Dax-Ausblick
Die Luft ist erstmal raus

Die Verschnaufpause ist da: Erstmals seit zehn Wochen ist der Dax ohne neue Höchststände ausgekommen. Auch in der neuen Woche sieht es nicht nach Rekorden aus. Anleger könnten wieder mehr auf politische Risiken schauen.
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DüsseldorfWochenlang war der deutsche Leitindex von einem Rekord zum nächsten geeilt. Doch in der vergangenen Woche war von der Euphorie so gut wie nichts mehr übrig. Das erste Mal seit zehn Wochen hat der Dax keinen neuen Höchststand erreicht. Im Gegenteil: Nach deutlichen Abschlägen am Donnerstag, konnte er sich zum Wochenausklang mit Mühe und Not auf gut 11.900 Punkte retten.

Damit ist eingetreten, was viele Beobachter zuvor bereits erwartet hatten: die Verschnaufpause. Nach dem rasanten Jahresauftakt hätten die Anleger zunehmend „Höhenangst“ verspürt, schrieb zum Beispiel Investmentanalyst Uwe Streich von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). In der Tat hielten viele die anhaltende Rally für nicht mehr gesund. Gewinnmitnahmen waren die Folge.

Vieles spricht dafür, dass der Dax auch in der kommenden Woche nicht unbedingt zu neuen Höhen ansetzen wird. „Nach dem starken Jahresauftakt scheint die Luft erst einmal raus zu sein“, sagt LBBW-Analyst Streich. Profi-Anleger seien dabei, Kasse zu machen und sich an die Seitenlinie zu stellen.

Eher als eine Fortsetzung der Aufwärtsrally könnten die Kurse durch politische Ereignisse unter Druck stehen. Bis spätestens Montag will etwa die griechische Regierung ihre Reformvorschläge auf den Tisch legen. Wirtschaftsminister Georgios Stathakis erwartet eine Einigung mit der Eurogruppe auf weitere finanzielle Hilfen. „Fakten dazu fehlen jedoch“, urteilen die Analysten der National-Bank.

Wenn keine finanzielle Hilfe mehr fließt, geht dem Land voraussichtlich am 20. April Regierungskreisen zufolge das Geld aus. Die neue griechische Regierung ringt seit Wochen mit den Euro-Partnern und dem IWF um die Auszahlung weiterer Milliarden aus dem zweiten Hilfspaket.

Genau beäugt wird auch die Militäraktion unter Führung Saudi-Arabiens im benachbarten Jemen, sagt Windt. Am Aktienmarkt schlug das bislang zwar noch keine hohen Wellen, allerdings kam es am Ölmarkt bereits zu Verwerfungen. Die Angst vor einer Ausweitung des Konfliktes im Nahen Osten und möglichen Versorgungsengpässen hatte die Rohöl-Preise zeitweise nach oben getrieben.

Neben diesen politischen Treiben fehlen für die kommende Woche ein wenig die Impulse. Die Berichtssaison der Unternehmen ist nahezu vorbei. Weitere „Aufreger“, namentlich die Geldpolitik und die Euro-Schwäche, seien „bereits überproportional in den Kursen berücksichtigt worden“, sagt Helaba-Strategin Claudia Windt.

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