Dax

An der Deutschen Börse glaubt man nicht, dass der Deutsche Aktienindex seinen Tiefpunkt bereits erreicht hat.

(Foto: Reuters)

Dax-Ausblick Die nächsten Beben an den Märkten werden kommen

Die Aktienmärkte proben nach den Rückschlägen eine Stabilisierung. Doch Analysten wollen noch keine Entwarnung geben.
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FrankfurtSo schnell können Aktienbörsen ein Zehntel ihres Wertes verlieren. Die Wall Street schaffte es in zwei Wochen. Deutsche Titel benötigten nur wenige Tage mehr. Am Freitag probten die Börsen zwar eine Stabilisierung. Doch viele Analysten zweifeln, dass der Tiefpunkt bereits erreicht ist.

„Mit weiteren Beben ist jederzeit zu rechnen“, glaubt beispielsweise Robert Halver, Leiter Kapitalmarktanalyse bei der Baader Bank. Er urteilt: „Die Aktienmärkte sind auf der Suche nach einem neuen Gleichgewicht. Dieser Prozess wird einstweilen anhalten.“

Auslöser der Turbulenzen waren gute US-Arbeitsmarktdaten, die am vorletzten Freitag veröffentlicht wurden. Die Zahlen schürten Zins- und Inflationsängste. Wachsende Ängste der Anleger setzten eine Verkaufsspirale an den Aktienmärkten in Gang.

Mit diesen Aktien machten Anleger 2017 Kasse

PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000PSM7770
Börse
Xetra

+0,14 +0,53%
0,00€
Chart von PROSIEBENSAT.1 MEDIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Pro Sieben Sat 1
1 von 30

Der Fernsehmarkt verändert sich radikal, und der Medienkonzern Pro Sieben Sat 1 bekommt das deutlich zu spüren. Unterhaltung lieferte der Konzern aus Unterföhring mit der Posse um Vorstandschef Thomas Ebeling selbst. Dieser muss nach unbedachten, teils diskriminierenden Äußerungen über die eigenen Kunden gehen. 23,7 Prozent beträgt das Minus des Aktienkurses in diesem Jahr. Ein Papier ist inzwischen weniger als 29 Euro wert. Experten glauben, dass der Konzern gar aus der ersten Börsenliga absteigen könnte, sollte sich dieser Trend im neuen Jahr fortsetzen.

Quelle: Bloomberg

FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785604
Börse
Xetra

+0,78 +1,16%
0,00€
Chart von FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius
2 von 30

Erst hui, dann eher pfui: Fresenius fiel in der zweiten Jahreshälfte an der Börse deutlich ab. Grund für den Kursverlust dürfte insbesondere der Preisdruck in der US-Medikamentenbranche sein. Auch Verzögerungen bei der Übernahme des US-Konzerns Akorn drückten die Stimmung der Anleger. 13 Prozent beträgt das Minus auf Jahressicht.

MERCK KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006599905
Börse
Xetra

+1,66 +1,98%
0,00€
Chart von MERCK KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Merck
3 von 30

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck muss an der Börse auf ein eher schwaches zweites Halbjahr zurückblicken – auch die Umsätze waren im dritten Quartal rückläufig. In nächster Zeit soll entschieden werden, ob die Sparte mit rezeptfreien Medikamenten verkauft werden soll. Die Aktie sank von 101,25 Euro auf 89,75 Euro (minus 11,4 Prozent).

DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005557508
Börse
Xetra

+0,06 +0,41%
0,00€
Chart von DEUTSCHE TELEKOM AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Telekom
4 von 30

Die Deutsche Telekom hat kürzlich angekündigt, den österreichischen Kabelnetzbetreiber UPC zu übernehmen. Experten erwarten dadurch neue Impulse für den Aktienkurs. Die Telekom könnte ein solches Signal gut gebrauchen. Durch den hohen Preisdruck und eine weitgehende Sättigungen der Kernmärkte war die Performance auf dem Parkett 2017 eher schwach – minus zehn Prozent.

HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N

WKN
ISIN
DE0006048432
Börse
Xetra

+1,30 +1,22%
0,00€
Chart von HENKEL AG & CO. KGAA INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N
Henkel
5 von 30

Zuletzt hatte Henkel mit weiteren Investitionen in den US-Markt geliebäugelt. Ob das dem Aktienkurs stärken würde? Anleger müssen für 2017 ein Minus von vier Prozent hinnehmen.

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
Xetra

-0,05 -0,06%
0,00€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN
BMW
6 von 30

Zum Jahresende konnte sich der Autobauer über das Milliardengeschenk von US-Präsident Trump in Form der Steuerreform freuen. Zuvor gab es bei BMW, zumindest hinsichtlich des Aktienkurses, wenig zu feiern. Die Aktie, die zu Jahresbeginn noch mit über 90 Euro gehandelt wurde, fiel Ende Juli auf ein 52-Wochen-Tief von 77 Euro. Minus 3,5 Prozent unterm Strich insgesamt.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
Xetra

+0,68 +0,59%
0,00€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siemens
7 von 30

Die Nachricht eines Stellenabbaus bei Siemens sorgte im November für sehr starke Aufmerksamkeit. SPD-Parteichef Schulz schaltete sich ein und attackierte das Management des Konzerns scharf, das die Vorwürfe wiederum in einem Brief entscheidend zurückwies. Wie dem auch sei: Der Siemens-Aktienkurs büßte nach einem starken ersten Halbjahr seine Gewinne ein – minus 1,5 Prozent auf Jahressicht.

Allein in der vergangenen Woche verloren marktbreite US-Werte wie Exxon Mobil, 3M, American Express und Johnson & Johnson bis zu neun Prozent. Aus der deutschen Sicht führen Firmen wie Deutsche Bank, Allianz, Fresenius und Münchener Rück mit Abschlägen in ähnlicher Größenordnung die Verliererliste an.

Wichtige Indexmarken im Test

Beim Indexvergleich wurden wichtige Marken getestet. Die Dow-Jones-Messlatte pendelte auf dem Niveau von 24.000 Punkten. In Deutschland liegt die nächste wichtige Dax-Marke im Abschwung bei genau der Hälfte, bei 12.000 Zählern.

Seit den Top-Ständen Ende Januar haben die weltweiten Aktienmärkte massiv verloren. Die bisherigen Rückschläge sind zwar deutlich geringer als im kurzfristigen Abschwung vor zwei Jahren. Doch die Agentur Bloomberg taxiert die Einbußen auf immerhin rund fünf Billionen Dollar.

Auf den hiesigen Markt strahlt auch die politische Lage nach der Einigung auf den Koalitionsvertrag aus. Manche Analysten zweifeln an der Ausgabendisziplin des Staates und fragen, ob sich Deutschland künftig vielleicht auf die Umverteilungsideen des französischen Präsidenten Manuel Macron und EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zubewege.

Bonds für die Ewigkeit
Dollar- und Euro-Scheine
1 von 16

„Trau keinem über 30“ lautete ein Slogan der 68er-Bewegung. Investoren am Anleihemarkt können sich so eine Denke heute nicht mehr leisten. Der Niedergang der Zinsen in den vergangenen Jahren treibt sie verstärkt in Anleihen mit einer Laufzeit von 50 oder sogar 100 Jahren. Die Nachfrage ist groß, denn je länger die Laufzeit, desto höher die Verzinsung. Allerdings steigen mit der Laufzeit auch die Risiken. Ein Überblick über die Schuldner mit Langlauf-Bonds.

Hofburg in Wien
2 von 16

Wien geht am Kapitalmarkt neue Wege: Österreich hat am 12. September 2017 eine Anleihe begeben, die erst in 100 Jahren fällig wird. Eine so langlaufende Anleihe hat noch kein anderes Land in der Euro-Zone öffentlich platziert. Und das mit Erfolg für die Regierung: Für die Anleihe im Umfang von 3,5 Milliarden Euro gaben Investoren Kaufaufträge über mehr als elf Milliarden Euro ab – und das bei einer Rendite von 2,11 Prozent. Im Oktober 2016 hatte Österreich bereits eine 70-jährige Anleihe begeben, auch das ein Novum für Euro-Länder. Eine Anleihe mit 50 Jahren Laufzeit hatte Österreich zuletzt im Jahr 2012 platziert.

Argentinien
3 von 16

2,75 Milliarden Dollar hat Argentinien im Sommer 2017 mit einer Anleihe eingesammelt, die das Land erst im Juni 2117 zurückzahlen wird. „Anleger haben ein kurzes Gedächtnis“, sagt dazu Victor Fu, Stratege für Schwellenländer beim Broker Stifel Nicolaus und Co. mit Blick darauf, dass Argentinien zuletzt im Jahr 2001 pleiteging und sich viele Jahre mit den Gläubigern um die Umschuldungsmodalitäten stritt. Doch der Zinskupon von 7,125 Prozent lockte die Investoren. Platziert wurde der Bond zudem zu einem Kurs von 90 Prozent. Zurückgezahlt wird er – theoretisch – zu 100 Prozent, so dass sich für Käufer eine jährliche Rendite von 7,9 Prozent ergibt.

Frankreich
4 von 16

Frankreich ist der Vorreiter bei der Bond-Generation „50 plus“. Die erste französische Anleihe mit dieser langen Laufzeit stammt aus dem Jahr 2005. Im Jahr 2017 war Frankreich erneut der erste Schuldner, der sich nach der Finanzkrise mit einem Ultra-Langläufer an den Markt wagte. Die Franzosen stockten am 5. Januar ihre im Mai 2066 fällige Anleihe um eine Milliarde Euro auf. Die Rendite des Papiers mit einem Zinskupon von 1,75 Prozent lag nur bei zwei Prozent. Dennoch sammelten die Banken bei der Bond-Auktion Kaufaufträge über gut zwei Milliarden Euro ein. Gefragt war das Papier vor allem bei Versicherern und Pensionskassen, die langfristige Anlagen suchen. Ein Großteil der Nachfrage kam laut Bankern dabei aus Japan. Zuletzt hatte Frankreich die im Mai 2066 fällige Anleihe im Juni 2016 aufgestockt. Damals lag die Rendite bei nur 1,4 Prozent.

Italien, Teil 1
5 von 16

Ein italienischer Schuldschein über 50 Jahre hat Anfang Oktober 2016 Bond-Anleger begeistert. Für das Papier gingen Bestellungen im Volumen von 16,5 Milliarden Euro ein. Damit war der Bond fünfeinhalbfach überzeichnet. Weniger begeistert über die Rendite war Ulrich Stephan, Chefanlagestratege für Privat- und Firmenkunden der Deutschen Bank: Italien biete hier einen Zinskupon von 2,8 Prozent - wenig lohnenswert angesichts der langen Laufzeit.

Italien,Teil 2
6 von 16

Bereits im Mai 2013 machte Italien mit einer 50-jährigen Anleihe von sich reden. Rom begab einen Bond über 500 Millionen Euro, der mit jährlich 4,75 Prozent verzinst wird. Die ersten 50-jährigen hat Italien im Jahr 2007 begeben, weitere folgten 2008 und 2010.

Spanien
7 von 16

Gut sechs Wochen vor den vorgezogenen Neuwahlen hatte Spanien am 11. Mai 2016 bereits eine 50jährige Anleihe platziert. Die Nachfrage nach dem Bond im Umfang von drei Milliarden Euro war mit Kaufaufträgen von 10,5 Milliarden Euro enorm – und das obwohl das Land seit Dezember 2015 keine Regierung hat. Doch Kupon und Rendite von je knapp 3,5 Prozent, mit der die Anleihe platziert wurde, lockten Investoren. Zuletzt hatte sich Spanien im September 2014 für 50 Jahre eine Milliarde Euro bei Investoren geliehen. Der Kupon dieser Anleihe liegt bei vier Prozent.

Diese Diskussion sieht Eugen Keller, Analyst beim Bankhaus Metzler, an den Märkten reflektiert. „Die Zinsvorsprünge von Peripherieländeranleihen gegenüber Bundesanleihen sind auf den tiefsten Stand seit 2010 gefallen“, beobachtet er. Darüber hinaus sei der Euro gegenüber dem Dollar unter Druck geraten.

Vor dem Hintergrund der Diskussionen um die Konjunkturlage und die Zinsperspektiven werden die Anleger gespannt auf die anstehenden Daten der neuen Woche schauen. Am Dienstag werden Januar-Inflationsdaten aus Großbritannien veröffentlicht. Einen Tag darauf folgen die Angaben zum Wirtschaftswachstum im vierten Quartal aus Japan, Deutschland und Italien.

Ebenfalls am Mittwoch stehen aus den USA die Verbraucherpreisinflation und Einzelhandelsumsätze für Januar an. „Man kann sich die Turbulenzen nur vorstellen, falls die Inflation höher ausfällt als erwartet“, glaubt Jim Reid, Stratege bei Deutsche Bank Research.

Am Donnerstag setzt sich der Zahlenreigen aus Übersee fort. Erwartet werden Angaben zur Industrieproduktion im Januar, darüber hinaus ein konjunktureller Frühindikator und ein Geschäftsklimaindex für Februar.

Der Freitag bleibt vorwiegend den US-Daten vorbehalten. Auf dem Tagesplan notiert sind Daten zum Häusermarkt im Januar, außerdem Angaben zum Verbrauchervertrauen im Februar. Dazu kommen die Importpreisveränderungen im Januar.

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