Dax-Ausblick
„Die Party geht nicht abrupt zu Ende“

Die Rally an den Aktienmärkten ist nun schon acht Jahre alt. Nach den jüngsten Höhenflügen steht der Dax über 12.000 Punkten, der Dow Jones sogar über 21.000 Punkten. Und Anlageprofis rechnen mit weiteren Kursgewinnen.
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Am Montag wird der aktuelle Bullenmarkt acht Jahre alt. Bereits in der Woche vor dem Jubiläum waren Aktienanleger in Feierstimmung: In Deutschland kletterte der Dax wieder die Schwelle von 12.000 Punkten, in den USA erreichten die wichtigen Indizes sogar neue Allzeithochs. Der Dow Jones-Index übersprang erstmals die 21.000 Punkte-Marke. Und nach Ansicht von Anlageprofis ist die Rally noch nicht vorbei: „Es gibt wenig Anzeichen, dass die Party abrupt zu Ende gehen sollte“, sagt DZ Bank-Analyst Michael Bissinger. „Jedoch, mit steigender Sorglosigkeit, zeigt die Historie, dass auch das Risiko einer Korrektur wächst.“

Seit der Wahl von Donald Trump zum neuen US-Präsidenten eilten die Märkte von einem Rekord zum nächsten. Die Investoren setzen auf einen Schub für die Konjunktur durch steigende Staatsausgaben, zahlreiche Deregulierungen und eine umfassende Steuerreform. Zwar ist Trump in seiner ersten Rede vor dem US-Kongress in der abgelaufenen Woche Details zu seinen Plänen schuldig geblieben. Die Anleger zeigten sich aber erleichtert, dass der Republikaner einen verhältnismäßig gemäßigten Ton an den Tag gelegt hatte.

Selbst die Aussicht auf eine baldige Zinserhöhung in den USA konnte die Anleger nicht schrecken – sie werten dies offenbar als Zeichen, dass die Konjunktur robust ist. „Nachdem selbst die Tauben in der Fed für eine baldige Zinserhöhung plädieren, erwarten wir nun bereits für Mitte März einen Zinsschritt“, betont Commerzbank-Chefvolkswirt Jörg Krämer. Als Tauben gelten Anhänger einer expansiven Geldpolitik. „Wir prognostizieren sowohl für dieses als auch für das kommende Jahr jeweils drei Zinserhöhungen“, so der Ökonom weiter.

Fed-Chefin Janet Yellen bestärkte noch am Freitag in einer Rede die Erwartungen: Sie sagte, die bisherige Geldpolitik habe die Wirtschaft immer noch unterstützt. Weil die Inflation sich dem Ziel von zwei Prozent nähere und der Arbeitsmarkt nahezu Vollbeschäftigung erreicht habe, „sieht das Komitee es jetzt als angemessen an, zu einer neutralen Politik überzugehen“, erklärte sie. Das dürfte einen Zinsschritt Mitte März um einen Viertel Prozentpunkt bedeuten, auf eine Spanne zwischen 0,75 und 1,0 Prozent. Interessant dürfte in dem Zusammenhang daher auch der US-Arbeitsmarktbericht für Februar werden, der am kommenden Freitag veröffentlicht wird.

Von der Europäischen Zentralbank (EZB), die am nächsten Donnerstag tagt, sind hingegen keine konkreten Maßnahmen zu erwarten. Zwar ist die Inflationsrate im Euroraum im Februar auf zwei Prozent gestiegen – das allerdings nur wegen höhere Energie- und Nahrungsmittelpreise. „Die EZB befindet sich mal wieder in einer schwierigen Lage. Der Inflationsanstieg hat die Diskussion über einen Ausstieg aus der ultralockeren Geldpolitik befeuert“, sagt Ökonom Ulf Krauss von der Helaba. EZB-Chef Mario Draghi dürfte seiner Ansicht nach jedoch an seinem lockeren geldpolitischen Kurs festhalten.
Ähnlich sehen es die Volkswirte der Commerzbank: „Da die Löhne bis zuletzt nur verhalten zugelegt haben, dürfte die Kernteuerungsrate erst 2018 allmählich anziehen. Ein Kurswechsel der EZB steht noch lange nicht an“, schreiben sie im aktuellen Wochenausblick. Das Anleihekaufprogramm dürfte wie beschlossen ohne Abstriche fortgesetzt werden. Die EZB liefe sonst Gefahr, auf einen kurzen, vorübergehenden Ausreißer der Inflationsrate nach oben zu reagieren. Schließlich verharrte die Kernrate - ohne Energie und Nahrungsmittel - zuletzt bei 0,9 Prozent.

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