Dax-Ausblick
Die Schaukelbörse hält an – Anleger zwischen Himmel und Hellas

Die Ungewissheit über den Fortgang der Schuldenkrise und konjunkturelle Risiken haben die Aktienmärkte im Griff. Anleger brauchen starke Nerven. Impulse könnten von der auf Hochtouren laufenden Berichtssaison ausgehen.
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Frankfurt, Düsseldorf„Das griechische Drama wird dem Markt wohl auch in der kommenden Woche einen hohen Unterhaltungswert bieten.“ Aktienstratege Carsten Klude von MM Warburg bringt mit dieser Einschätzung die Erwartungen des Aktienmarkts auf den Punkt. Prognosen zum Kursverlauf wagt kein Experte mehr. Lediglich ein heftiges Auf und Ab scheint sicher. „Die Vergangenheit hat uns gelehrt, dass politische Entwicklungen nicht vorhersehbar sind und sich teilweise halbstündlich ändern“, so Klude. „Es ist inzwischen einfach abstrus, auf dieses ganze Hin und Her zu handeln, von daher haben viele einen Galgenhumor entwickelt.“

Die Einigung auf das neue Rettungspaket für Athen hatte nur für einen kurzen  Hoffnungsschimmer an den Märkten gereicht. Zweifel an der Umsetzbarkeit der Pläne und die überraschende Ankündigung einer griechischen Volksabstimmung hatten den Dax dann im Wochenverlauf wieder unter 6.000 Punkte absacken lassen.

Inzwischen ist das Referendum vom Tisch, die griechische Regierung könnte zu Beginn der neuen Woche schon eine andere sein, und wie es mit der Eurozone weitergeht, weiß niemand zu sagen. Politiker arbeiten zunächst mit Hochdruck daran, zu verhindern, dass Italien und Spanien in den Abwärtsstrudel gerissen werden. „Während die chaotischen Zustände in Athen derzeit die Schlagzeilen bestimmen, könnte sich der Schwerpunkt der Berichterstattung schon bald nach Rom verlagern“, warnt Stratege Ulf Krauss von der Helaba. Immerhin hat Italien inzwischen der Überwachung seiner Reformschritte durch den Internationalen Währungsfonds zugestimmt.

Getrieben durch die Entwicklung in Griechenland dürften sich die Risikoprämien auf italienische und spanische Staatsanleihen weiter erhöhen. Zumal aus beiden Ländern nur zögerliche Reform- und Sparanstrengungen zu melden sind und sich die Wachstumsaussichten weiter eintrüben. Der jüngste Einbruch italienischer Frühindikatoren deutet auf akute Rezessionsrisiken in Italien hin. Ob Italien seine Probleme zügig angehen und den Reformstau lösen kann, erscheint angesichts der Zerstrittenheit der Regierung mehr als fraglich. Ministerpräsident Berlusconi sitzt alles andere als fest im Sattel - die Gefahr eines baldigen Regierungswechsels in Italien nimmt weiter zu.

Die gestiegenen Wachstumsrisiken haben die EZB auf ihrer letzten Sitzung zu einer überraschenden Leitzinssenkung veranlasst. Die Aktienmärkte haben die Senkung des Leitzinses auf 1,25 Prozent mit Erleichterung aufgenommen, doch die Rückschlagrisiken bleiben hoch. Erst wenn sich die Wachstumsperspektiven und die weltweiten Frühindikatoren wieder aufhellen, werden sich nach Ansicht der Helaba-Analysten die Aktienmärkte nachhaltig erholen. Bis dahin wird die Schwankungsbreite an den Aktienmärkten hoch bleiben.

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  • Und doch hat der erste Text gestimmt! Somit gibt es, wie bei Politikern, einen Rücktritt vom Rücktritt; oder besser: Eine Rückkorrektur?! Am gesamten Brett befinden sich genau (ohne die Rundung, die normale Taschenrechner vornehmen, die aber auch bei Excel [je nach Einstellung] vorkommt!) 18.446.744.073.709.551.615 Reiskörner, wodurch sich die anderen Zahlen entsprechend verändern. Papier ist eben doch das Beste!

  • ... akkumuliert.

  • Sehr richtig, Birgit, weil der Zins aus folgenden Teilen besteht, wird eine Verschuldung mit zunehmender Inflation immer größer: Liquiditätsprämie, Inflationsausgleich, Wachstumsanteil, Risikozuschlag und Vermittlerentgelt. Das Hauptproblem "deltaones" wäre der Inflationsausgleich bei steigender Inflation, da dieser immer auf die Schuldner übertragen wird und sich zu höheren Tilgungslasten akkumulieren.

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