Dax-Ausblick
Die Stunde der Notenbanken

Sieben Wochen lang lag der Dax im Plus. Hält die einzigartige Hausse an? Das hängt von den Notenbanken ab. In der kommenden Woche warten Anleger auf wichtige Entscheidungen der europäischen EZB und amerikanischen Fed.
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Der März dieses Jahres könnte in die Memoiren der Geldanleger eingehen. In diesem Monat soll der bereits angekündigte Kauf von Staatsanleihen Wirklichkeit werden. Schon jetzt sind erste positive Effekte spürbar, die EZB habe einen „Wirkungstreffer erzielt“, erklären die Analysten der Hessischen Landesbank.

Einige Beispiele: Die zwischenzeitlichen Grexit-Sorgen tangierten die Börsen in den meisten Euroländern kaum, der Dax erzielte in dieser Woche ein neues Allzeithoch mit 11.401 Punkten. Die Anleiherenditen fielen auf historische Tiefstände, bei zehnjährigen portugiesischen Staatsanleihen lagen sie unter zwei Prozent, bei Bunds zeitweise unter 0,3 Prozent. Und auch die Konjunkturaussichten haben sich verbessert.

Kein Wunder also, dass die Anleger mit großer Spannung auf den Donnerstag der neuen Woche schauen. Dann trifft sich der EZB-Rat um die Detailfragen des nahenden Quantitative- Easing zu besprechen. Und die Bundesbank muss lernen, wie ein Anleihe-Broker zu denken.

Welchen Preis muss sie akzeptieren, wenn sie Bundesanleihen erwirbt ? „An den Terminmärkten wird offenbar auf Knappheitspreise gesetzt“, schreiben die Analysten der Helaba. „Der aktuelle Bund-Future-Kontrakt erreichte kurzzeitig die Marke von 160 Punkten“. Am Sekundärmarkt werden jeden Monat Anleihen im Wert von rund 400 bis 500 Milliarden Euro gehandelt. Da dürfte es auch für die Bundesbank genügend Chancen geben.

In der kommenden Woche erwarten Anleger wichtige Daten aus den USA. Auch hier bestimmen die Notenbanken die Kursentwicklung an den Börsen. „Das Highlight der neuen Woche sind die Beschäftigtenzahlen am Freitag“, sagt NordLB-Aktienstratege Tobias Basse. Die Entwicklung des Arbeitsmarktes ist ein wichtiger Faktor für die US-Notenbank Fed bei ihrer Entscheidung über den Zeitpunkt der geplanten Zinserhöhung.

Analysten rechnen im Schnitt mit dem Aufbau von 243.000 Stellen im Februar, nach einem Plus von 257.000 im Vormonat. Einen Vorgeschmack auf die Konjunkturaussichten könnten zwei Tage zuvor die Zahlen der privaten Arbeitsagentur ADP bieten.

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