Dax-Ausblick
Die Stunde der Wahrheit rückt näher

Wieder einmal dreht sich alles um die Konjunktur. Auf der Agenda für die nächsten Tage stehen gleich mehrere bedeutende Termine. Doch im Vergleich zu dem, was am Ende der Woche ansteht, sind sie doch nur Vorgeplänkel. Dann könnte sich zeigen, wie es wirklich um die größte Volkswirtschaft der Welt steht.
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HB FRANKFURT. Zum Wochenende feierte der Dax eine Konjunktur-Bonanza. Der deutsche Leitindex preschte am Freitag nach positiven Konjunkturdaten um 1,8 Prozent auf 6 298 Punkte vor. Auf Wochensicht legte er um 1,4 Prozent zu. Die lange Sicht ist weniger eindrucksvoll. Die generelle Unentschlossenheit der Investoren lässt sich an der Entwicklung in den vergangenen Monaten ablesen - seit Mitte Mai pendelt der Dax in einer Spanne zwischen 5 800 und 6 400 Punkten. Das Potenzial nach oben bis zum Jahresende wäre einer Reuters-Umfrage zufolge damit auch schon ausgeschöpft.

In den nächsten Tagen werden sich Investoren ein recht klares Bild über den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft machen können. Aus allen wichtigen Bereichen stehen Daten an - von der Entwicklung der Hauspreise bis zum Verbrauchervertrauen.

Auf den spannendsten Termin müssen Anleger allerdings lange warten: Am Freitag um 16 Uhr wird in den USA der nationale Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe veröffentlicht (ISM Manufacturing Index).

Der Index gilt als zuverlässiger Frühindikator für die weitere Wirtschaftsentwicklung. Die Experten von ING Investment Management erwarten einen Rückgang des Index. Die Angst vor einem Double Dip in den USA habe in den letzten Wochen zwar nachgelassen. Grundsätzlich bleibe die US-Konjunktur aber schwach.

Aus diesem Grund seien auch die Aussichten für den Aktienmarkt nicht gerade gut. "Wir die risikoreicheren Anlageformen weiterhin mit Skepsis. Aktien sind zwar attraktiv bewertet, es besteht aber keine Aussicht auf einen deutlichen Kursanstieg in absehbarer Zeit", heißt es bei ING IM.

Christoph Balz von der Commerzbank sagt für den wichtigen Vorlaufindikator ebenfalls einen deutlichen Rückgang voraus. Das wäre ein neuer Hinweis darauf, dass die Industrie an Schwung verliert.

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  • Guten Tag,....Da Sie alle wissen was ich von "Daten" halte;..... gestern sind etliche frisierte Zahlen ( Home building ) unters Volk geschmissen worden. Jedoch waren diese Zahlen eher lausig,..... dennoch explodierte die U.S. boerse und schloss 197,84 im Plus. Gleichzeitig berieselte uns NTV mit guter Stimmung ( ? ! ) durch Aufschwung. Wo denn ?. Etwa an der Harz 4 Front, wo die armen Schlucker jetzt mit 18 Euro mehr die Volklswirtschaft zum brummen bringen. Ah-ja unsere " Chef-Consultants " rechneten fuer die abgelaufene Woche mit einem Sturz auf 5950. CONsultant kommt aus dem Franzoesischen, und wird von CON abgeleitet. CON heisst Arsc.....). besten Dank

  • Dabei ist die bedeutung des Manufacturing- gegenüber dem Diestleistungs-index deutlich gesunken, auch wegen der Auslagerung der Produktion. Dennoch schaut man drauf. Allerdings bietet sich dem betrachter bereits seit vielen Monaten ein verläßliches bild der schlechten US-Verhältnisse, welches auch durch gelegentliches Zucken der einen oder anderen Kurve an Klarheit nicht verliert: weder Hausverkäufe noch Arbeitsplätze bewegen sich auf wachstumsträchtigem Niveau. Damit kann die US-Wirtschaft nicht auf Erholungskurs kommen, die Rezession hält an und das künstliche Päppeln der börsen bei niedrigen Umsätzen hilft auch nicht weiter. Weit über den Vorwahltermin Anfang November läßt sich die getürkte Fassade ohnehin nicht aufrecht erhalten.

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