Dax-Ausblick
Die Vorfreude ist die schönste Freude

Alle Augen sind nächste Woche auf  Mario Draghi und Janet Yellen gewandt. Der EZB-Präsident wird wohl weitere Geldspritzen ankündigen, die Fed-Chefin stimmt Anleger auf die US-Zinswende ein. Wie reagieren die Märkte?

DüsseldorfSeit Tagen gibt es an den europäischen Aktienmärkten kaum ein anderes Thema. Verkündet EZB-Präsident Mario Draghi am kommenden Donnerstag weitere Geldspritzen? Unter Börsianern gilt als sicher, dass die EZB ihre Anleihenkäufe ausweitet. „Die EZB wird liefern“, sagt Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB.

Die Frage ist nur, wie sehr Draghi die Geldschleusen öffnet. Denkbar ist eine Verlängerung der Ankauffrist bis ins Jahr 2017, wie beispielsweise die Postbank-Experten erwarten, oder eine Aufstockung des Volumens von derzeit 60 Milliarden Euro monatlich. Auch eine Anhebung des Strafzinses auf Einlagen bei der Notenbank schließen viele Marktteilnehmer nicht aus. Damit sollen die Banken dazu gedrängt werden, Kredite zu vergeben statt das Geld bei der EZB zu horten.

„Das Hauptziel der EZB dürfte sein, einen möglichst starken Effekt auf die Märkte zu erzielen“, betont Commerzbank-Analyst Michael Schubert. Er rechnet daher damit, dass Draghi weitere Schritte in Aussicht stellt, sollte sich die Inflation nicht wie gewünscht in Richtung der Zielmarke von knapp zwei Prozent bewegen. Mit der erneuten Lockerung der Geldpolitik will er die drohende Deflation, eine Spirale fallender Preise und rückläufiger Investitionen, abwenden. Wasser auf die Mühlen der Befürworter weiterer EZB-Geldspritzen könnten die Inflationsdaten aus Deutschland (Montag) und der Euro-Zone (Mittwoch) liefern.

An der Börse sorgte die Aussicht auf die Geldflut bereits für gute Stimmung. Kein Wunder, bekanntlich ist die Vorfreude ja die schönste Freude. In der alten Woche legte der Dax deshalb allen Terror- und Krisenängsten zum Trotz auch zwei Prozent zu. Die Experten der Helaba sprechen schon von einer „vorweihnachtlichen Bescherung“. In den kommenden Tagen dürfte die Luft allerdings dünner werden. Basse blickt deshalb auch nur vorsichtig optimistisch in die neue Woche.

Den Euro wird die EZB-Entscheidung in der neuen Woche voraussichtlich näher an die Parität führen. Noch vor Jahresende könnte er unter die Marke von einem Dollar rutschen, prognostizieren Experten. Es wäre das erste Mal seit dem 6. Dezember 2002. Aktuell kostet die Gemeinschaftswährung etwa 1,06 Dollar.

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