Dax-Ausblick
Die Woche der Entscheidung

Zuletzt hatte sich der Leitindex kaum vom Fleck bewegt. Damit dürfte in der nächsten Woche Schluss sein. Wichtige Daten aus den Vereinigten Staaten könnten einen klaren Trend vorgeben. Mit Spannung erwarten Anleger Nachrichten vom US-Arbeitsmarkt, ein wichtiger Indikator für die größte Volkswirtschaft der Welt. Damit nicht genug: In den USA beginnt die Quartalssaison. Die Erwartungen sind hoch.
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HB FRANKFURT. Es wird spannend an der Börse. Nächste Woche, sagen Händler, müsse sich der Deutsche Aktienindex (Dax) entscheiden, wohin die Reise gehen soll. Anleger erwarten klare Trendvorgaben und die sollen vor allem aus den USA kommen. "Wir erleben unruhige Zeiten", sagte Aktienstratege Tobias Basse von der NordLB. "Die Unsicherheit ist hoch, und die Seitwärtsbewegung dürfte bei hoher Volatilität weiter gehen." Außer guten Nerven werden Investoren Geduld brauchen.

Wie es mit dem Dax in den kommenden Wochen weitergeht, wird vor allem vom Zustand der US-Wirtschaft abhängen. Als Top-Ereignis der Woche gilt der US-Arbeitsmarktbericht, der allerdings erst für Freitag erwartet wird. Sollte er wider erwarten positiv ausfallen, könnte der Dax nach Einschätzung von Börsianern durchaus sein Jahreshoch von 6 386 Zählern testen - ein Rückfall auf 6 100 Punkte sei aber ebenso vorstellbar. Am Freitag ging der deutsche Leitindex bei 6 211 Punkten 0,3 Prozent schwächer aus dem Handel und hat sich damit auf Wochensicht kaum bewegt.

Der US-Arbeitsmarkt steht vor allem deshalb im Fokus, weil das Wachstum in der weltgrößten Volkswirtschaft stärker als in exportorientierten Ländern wie Deutschland und China vom privaten Konsum getragen wird. Für September rechnen Analysten mit einem Zuwachs in der Privatwirtschaft von 60 000 bis 80 000 Stellen. "Dies passt in das Bild, dass sich die US-Wirtschaft weiter langsam erholt und weder ein klassischer Aufschwung noch ein Rückfall in die Rezession ansteht", erklärte Commerzbank-Volkswirt Ralph Solveen.

Da wegen des Abschlusses der Volkszählung im öffentlichen Bereich jedoch Arbeitsplätze wegfallen, könnte die Jobbilanz unter dem Strich eine Zahl knapp über oder unter Null ausweisen. Damit würde die Arbeitslosenquote knapp unter zehn Prozent verharren. "Am Ende könnte das Vorzeichen vor der Null über die Marktreaktion entscheiden", sagte Basse. Die Analysten der West LB sind eher skeptisch. Sie erwarten in ihrer Wochenprognose nur einen Zuwachs von 10 000 Jobs.

Zur Einstimmung auf die Daten dürften der Bericht des privaten Arbeitsmarktdienstleisters ADP (Mittwoch) und die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe (Donnerstag) dienen.

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  • Unter den US-Aktien sind die globalisierten Großfirmen völlig unversehrt durch die Krise gekommen, weil sie in mehr als hundert Ländern vor Ort produzieren und verkaufen. Die Krise am einheimischen US-Markt war für sie daher bedeutungslos.

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