Dax-Ausblick
Die Wogen schlagen hoch

Die Börsen kommen nicht zur Ruhe. „Dieselgate“ dürfte die Anleger auch in der kommenden Woche noch belasten. Die meisten Analysten sind skeptisch und erwarten weiterhin große Schwankungen.

FrankfurtEs war eine harte Woche für Börsianer, vor allem für die Besitzer von Autoaktien. Hoch schlugen die Wogen um die Affäre manipulierter Dieselabgaswerte durch Volkswagen. VW-Chef Martin Winterkorn musste bereits seinen Hut nehmen, und die VW-Aktie brach innerhalb von zwei Tagen um knapp 40 Prozent ein. Das hat den ohnehin durch die Sorgen um die Weltkonjunktur schon angeschlagenen Dax weiter zugesetzt. Am Freitag erholte er sich zwar wieder etwas, aber am Vortag hatte er mit 9.427 Punkten auf dem niedrigsten Stand des Jahres geschlossen.

„Dieselgate“ wird nicht nur VW, sondern auch den Aktienmarkt noch länger beschäftigen. „Nach den Kurskapriolen rund um die Volkswagen-Aktie dürfte die Marktstimmung rund um die deutschen Automobilhersteller und -zulieferer in den kommenden Monaten belastet bleiben“, fürchten die Analysten der DZ Bank. Zu viele Fragen rund um die Manipulationen bei Volkswagen und Auswirkungen auf das operative Geschäft blieben unbeantwortet. Dazu kämen eventuelle Rechtsrisiken und Unwägbarkeiten, inwieweit auch andere deutsche Hersteller betroffen sind., betonen die DZ-Banker. Dazu kommt: „Im Dax hemmen zudem die Versorger-Titel, sodass die Zukunftsaussichten des deutschen Leitindex in den kommenden Wochen eher verhalten aussehen“.

Das meint auch Andreas Hürkamp, Aktienstratege bei der Commerzbank. Selbst wenn der VW-Skandal größtenteils auf das Unternehmen selbst beschränkt bleibe und nicht im ganzen Autosektor eine Ergebniskrise auslöse, könnte der Dax im Oktober noch stark schwanken und ein neues Tief markieren. Bis zum Jahresende bleibe dann aber Hoffnung auf eine „Erleichterungsrally“.

Diese dürfte es indes nur geben, wenn nicht die Sorgen um die Weltwirtschaft den Börsen erneut dazwischenfunken. In den vergangenen Monaten hat schließlich gerade die Wachstumsschwäche in China die Börsen weltweit unter Druck gebracht. Beides zusammen hat die US-Notenbank im September vor einer Leitzinserhöhung zurückschrecken lassen – was die Investoren zusätzlich verunsicherte. Mit ihrer Verzögerungstaktik habe sich die Fed „keinen Gefallen getan“, meint Wolfgang Bauer, Fondsmanager bei M&G Investments. Investoren müssten sich jetzt noch mehr Gedanken machen: „Wie sieht die Fed die Volatilität an den Märkten, wie sieht sie die Lage der chinesischen Wirtschaft und wie die der Weltwirtschaft? Das verstärkt die Unsicherheit.“

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