Dax-Ausblick

Die Wogen schlagen hoch

Die Börsen kommen nicht zur Ruhe. „Dieselgate“ dürfte die Anleger auch in der kommenden Woche noch belasten. Die meisten Analysten sind skeptisch und erwarten weiterhin große Schwankungen.
Welle im Hafen von Stralsund: Anleger gehen in Deckung. Quelle: dpa
Sturm an der Ostsee

Welle im Hafen von Stralsund: Anleger gehen in Deckung.

(Foto: dpa)

FrankfurtEs war eine harte Woche für Börsianer, vor allem für die Besitzer von Autoaktien. Hoch schlugen die Wogen um die Affäre manipulierter Dieselabgaswerte durch Volkswagen. VW-Chef Martin Winterkorn musste bereits seinen Hut nehmen, und die VW-Aktie brach innerhalb von zwei Tagen um knapp 40 Prozent ein. Das hat den ohnehin durch die Sorgen um die Weltkonjunktur schon angeschlagenen Dax weiter zugesetzt. Am Freitag erholte er sich zwar wieder etwas, aber am Vortag hatte er mit 9.427 Punkten auf dem niedrigsten Stand des Jahres geschlossen.

Wie Autoaktien den VW-Unfall umfahren

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
Xetra

+2,88 +1,60%
+182,74€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Volkswagen
1 von 21

Für Volkswagen ist am Montag in der vergangenen Woche eine neue Ära eingebrochen. Es wurde bekannt, dass der deutsche Vorzeige-Autokonzern bei den Abgaswerten für Diesel-Motoren geschummelt haben soll. Rund 6,5 Milliarden Euro sollen bereits im dritten Quartal dieses Jahres „ergebniswirksam” zurückgestellt werden, so der Konzern. Über 11 Millionen Autos sind betroffen. Der Skandal schlug haushohe Wellen, nicht nur in der Autobranche, sondern vor allem auch bei den Aktionären. Um rund 20 Prozent brach die Aktie am Montag ein. Am Dienstag rauschte sie weiter abwärts. Inzwischen hat sich die Aktie leicht erholt. Dennoch ist sie inzwischen fast 40 Prozent billiger.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -37,7 Prozent

PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING SE INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N

WKN
ISIN
DE000PAH0038
Börse
Xetra

+0,24 +0,31%
+77,74€
Chart von PORSCHE AUTOMOBIL HOLDING SE INHABER-VORZUGSAKTIEN O.ST.O.N
Porsche
2 von 21

Auch die Aktie von Porsche wurde von der VW-Krise heftig gebeutelt. Dabei kommen die beanstandeten Diesel-Vierzylinder-Motoren bei Porsche-Autos gar nicht zum Einsatz. Doch im Sog des Skandals musste auch die Luxusmarke personelle Konsequenzen ziehen.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -35,8 Prozent

AUDI AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006757008
Börse
Xetra

-14,00 -1,65%
+824,00€
Chart von AUDI AG INHABER-AKTIEN O.N.
Audi
3 von 21

Ebenfalls erwischt hat es die Audi-Aktie – wenn auch nicht ganz so schwer wie die Papiere von VW. Dabei finden sich auch Autos dieser Marke mit den Mogel-Motoren.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -11,3 Prozent

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
Xetra

+0,50 +0,67%
+75,02€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
4 von 21

Daimler setzt nach eigenen Angaben keine Manipulationstechnik zum Herunterregeln von Abgaswerten bei Diesel-Fahrzeugen ein. „Wir betrügen nicht, und wir setzen auch keine 'Defeat-Devices' ein - auch in Europa nicht”, bekräftigte ein Daimler-Sprecher am 24. September. Investoren machen trotzdem einen Bogen um die Papiere des Mercedes-Herstellers.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -11,5 Prozent

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
Xetra

+1,35 +1,45%
+94,41€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN
BMW
5 von 21

BMW geriet am 24. September in Verdacht, Abgaswerte von Diesel-Autos ebenfalls manipuliert zu haben. Ein Bericht der „Auto-Bild” legte das nahe. Daraufhin rutschte die Aktie bis zu neun Prozent nach unten.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -10,6 Prozent

FIAT CHRYSLER AUTOMOBILES N.V. AANDELEN OP NAAM EO 0,01

WKN
ISIN
NL0010877643
Börse
Xetra

+0,34 +1,80%
+19,38€
Chart von FIAT CHRYSLER AUTOMOBILES N.V. AANDELEN OP NAAM EO 0,01
Fiat Chrysler
6 von 21

Auch Fiat Chrysler hat der VW-Skandal Börsenkapital gekostet.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -7,3 Prozent

GENERAL MOTORS CO. REGISTERED SHARES DL -,01

WKN
ISIN
US37045V1008
Börse
Xetra

-0,40 -1,12%
+35,30€
Chart von GENERAL MOTORS CO. REGISTERED SHARES DL -,01
GM
7 von 21

Bei den Aktionären von General Motors (GM) schellten am Dienstag nach dem VW-Skandal ebenfalls die Alarm-Glocken. Die Aktie verlor stufenweise an Wert.

Kursrückgang (gemessen am Schlusskurs 18. September): -3,5 Prozent

„Dieselgate“ wird nicht nur VW, sondern auch den Aktienmarkt noch länger beschäftigen. „Nach den Kurskapriolen rund um die Volkswagen-Aktie dürfte die Marktstimmung rund um die deutschen Automobilhersteller und -zulieferer in den kommenden Monaten belastet bleiben“, fürchten die Analysten der DZ Bank. Zu viele Fragen rund um die Manipulationen bei Volkswagen und Auswirkungen auf das operative Geschäft blieben unbeantwortet. Dazu kämen eventuelle Rechtsrisiken und Unwägbarkeiten, inwieweit auch andere deutsche Hersteller betroffen sind., betonen die DZ-Banker. Dazu kommt: „Im Dax hemmen zudem die Versorger-Titel, sodass die Zukunftsaussichten des deutschen Leitindex in den kommenden Wochen eher verhalten aussehen“.

Das meint auch Andreas Hürkamp, Aktienstratege bei der Commerzbank. Selbst wenn der VW-Skandal größtenteils auf das Unternehmen selbst beschränkt bleibe und nicht im ganzen Autosektor eine Ergebniskrise auslöse, könnte der Dax im Oktober noch stark schwanken und ein neues Tief markieren. Bis zum Jahresende bleibe dann aber Hoffnung auf eine „Erleichterungsrally“.

Diese dürfte es indes nur geben, wenn nicht die Sorgen um die Weltwirtschaft den Börsen erneut dazwischenfunken. In den vergangenen Monaten hat schließlich gerade die Wachstumsschwäche in China die Börsen weltweit unter Druck gebracht. Beides zusammen hat die US-Notenbank im September vor einer Leitzinserhöhung zurückschrecken lassen – was die Investoren zusätzlich verunsicherte. Mit ihrer Verzögerungstaktik habe sich die Fed „keinen Gefallen getan“, meint Wolfgang Bauer, Fondsmanager bei M&G Investments. Investoren müssten sich jetzt noch mehr Gedanken machen: „Wie sieht die Fed die Volatilität an den Märkten, wie sieht sie die Lage der chinesischen Wirtschaft und wie die der Weltwirtschaft? Das verstärkt die Unsicherheit.“

Krisenindikator Brasilien
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