Dax-Ausblick Die Zuversicht kehrt zurück an den Aktienmarkt

Am Markt scheint die Unruhe überstanden zu sein. Die neue Woche zeigt, ob sich Konjunkturoptimismus oder Inflationsangst durchsetzt.
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„Anleger müssen sich an stärkere Schwankungen gewöhnen“

„Anleger müssen sich an stärkere Schwankungen gewöhnen“

FrankfurtAlles wirkt wieder friedlich am Aktienmarkt: Investoren haben offenbar ihre Zinssorgen zum Ende der Woche abgeschüttelt und sich von guten Firmenzahlen wieder zu Käufen inspirieren lassen. Der deutsche Leitindex Dax kletterte am Freitag um knapp ein Prozent 12.452 Punkte.

Damit schaffte das wichtigste deutsche Börsenbarometer nach zwei desaströsen Wochen mit Einbußen von bis zu 1600 Punkten ein Wochenplus von fast drei Prozent. Der führende US-Index Dow Jones legte am Freitag angesichts der Anklagen gegen 13 Russen wegen versuchter Wahlbeeinflussung der US-Wahl zwar nur leicht zu auf 25.219 Punkte. Doch über die Woche kletterte die New Yorker Benchmark um mehr als vier Prozent – der größte Anstieg seit dem Wahlsieg von Donald Trump im November 2016.

Bei Investoren setzt sich offenbar zunehmend die Meinung durch, dass Aktien mit weiter anziehender Konjunktur noch Potenzial haben. Und das trotz steigender Zinsen und obwohl Ökonomen eine Beschleunigung der geldpolitischen Straffung durch die Fed erwarten.

Diese 10 Dax-Werte haben jetzt Kurspotenzial

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
L&S

+0,56 +0,49%
+115,54€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 10: Siemens
1 von 10

Schwierige Verhandlungen mit Gewerkschaftern belasten die Aktie des Technikkonzerns. Kosteneinsparungen dürften sich daher wohl erst 2019 in der Gewinn- und Verlustrechnung niederschlagen. Auf der anderen Seite: Der im Frühjahr anvisierte Börsengang der Medizintechnik-Sparte könnte der größte deutsche Börsengang seit dem der Deutschen Telekom im Jahre 1996 sein. Zwischen sechs und zehn Milliarden Euro sollen die Anteile der Healthineers genannten Tochter in die Kassen spülen. Ein Grund, warum Analysten höhere Notierungen der Aktie erwarten. Bei einem aktuellen Kurs von 108,44 Euro könnte die Aktie nach Meinung der Experten der Kurs um 18,45 Prozent steigen. Die gewichtete Empfehlung aller Analysen liegt bei 128,45 Euro. Basis für die Empfehlung ist der Analystencheck des Handelsblatts, der nach Einschätzungen verschiedener Banken und Analysten den Durchschnittskurs aller Studien ermittelt. Dabei handelt es sich um eine gewichtetes Kursziel: Jüngere Analysen werden bei der Berechnung des durchschnittlichen Kurspotenzials stärker gewichtet als ältere.

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
L&S

+1,76 +1,05%
+169,87€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Platz 9: VW
2 von 10

Ein Verkaufsplus von zehn Prozent bescherte dem deutschen Auto-Hersteller einen starken Start ins Jahr 2018. Allerdings stützen schwache Vergleichswerte aus dem Vorjahr dieses Ergebnis. Trotz des Dieselskandals sind die Analysten positiv für die weitere Kursentwicklung der Aktie gestimmt. Den 49 Kaufempfehlungen stehen neun neutrale Einschätzungen und drei Mail die Einschätzung Verkaufen gegenüber. Aktuell wird die Vorzugsaktie bei 163,10 Euro gehandelt, das gewichtete Kursziel liegt bei 195,51 Euro steigen. Das wäre ein Plus von knapp 20 Prozent.

THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007500001
Börse
L&S

+0,07 +0,29%
+23,05€
Chart von THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 8: Thyssen Krupp
3 von 10

Effekte der Ausgliederung des europäischen Stahlgeschäfts wirken sich auf die Bewertung und die Liquidität der Unternehmensaktien aus. Für die Thyssen-Krupp-Aktie aber sieht es trotzdem gut aus: Von aktuell 22,77 Euro sollte die Aktie auf 27,50 Euro und damit um 20,77 Prozent steigen. Das zeigt das zumindest gewichtete Kursziel des Handelsblatts-Analystencheck.

FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785604
Börse
L&S

+0,65 +0,96%
+67,61€
Chart von FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Platz 7: Fresenius
4 von 10

Das Kurspotenzial des internationalen Gesundheitsunternehmens liegt bei 21,87 Prozent. Der aktuelle Kurs von 63,36 Euro sollte laut Analysten in den nächsten zwölf Monaten auf 77,22 Euro steigen.

VONOVIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1ML7J1
Börse
L&S

+0,62 +1,60%
+39,23€
Chart von VONOVIA SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 6: Vonovia
5 von 10

Obwohl die Aktie des Immobilienkonzerns im Zuge der Marktkorrektur deutlich nachgegeben hat, sei die Perspektiven für das operative Geschäft weiterhin gut, sagen Analysten. Zur Zeit wird sie bei 36,55 Euro gehandelt, könnte aber in den nächsten Monaten bei 45,07 Euro liegen. Die Aktie hat damit ein Kurspotenzial von 23,34 Prozent.

ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000A1EWWW0
Börse
L&S

+0,76 +0,39%
+193,64€
Chart von ADIDAS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Platz 5: Adidas
6 von 10

Unter allen Dax-Titeln sehen Analysten beim Sportartikelhersteller das größte Kurspotenzial. Trotz anziehendem Wachstum beim Konkurrenzen Nike konnten die Aktien der Marke mit den drei Streifen zulegen. Das überzeugt auch die Analysten: Sie bescheinigen ihr ein Kurspotenzial von 24,1 Prozent und einen Anstieg auf 217,12 Euro. Damit ist die Adidas-Aktie das teuerste Papier im Dax. Aktuell liegt der Kurs bei 174,95 Euro.

LINDE AG Z.UMTAUSCH EING.INHABER-AKTIEN

WKN
ISIN
DE000A2E4L75
Börse
L&S

-0,42 -0,22%
+194,23€
Chart von LINDE AG Z.UMTAUSCH EING.INHABER-AKTIEN
Platz 4: Linde
7 von 10

Gute Aussichten für Industriegas-Hersteller : Sie profitieren aktuell von der US-Steuerreform. Für die Linde AG wirkt sich die geplante Fusion mit Praxair positiv auf das Ergebnis aus. Analysten schätzen, dass sich der aktuelle Kurs von 177,20 Euro auf 223,03 Euro erhöhen dürfte. Ein Kurspotenzial von 25,83 Prozent.

Auch einige Strategen äußern sich zuversichtlich. „Nach der jüngsten Korrektur erscheinen die Aktienmärkte weltweit bereit für eine Fortsetzung ihrer Rally“, sagt Luca Paolini vom Schweizer Vermögensverwalter Pictet. Und Christian Heger, Chef-Anlagestratege für Deutschland bei der Vermögensverwaltung der Großbank HSBC meint, „dass die Zinsen längerfristig das Ende des Börsenaufschwungs einläuten können, es jetzt dazu aber noch zu früh ist“.

Für andere Experten gelten hingegen weitere Turbulenzen als wahrscheinlich. „Wir sind weiterhin davon überzeugt, dass die Korrekturphase bei Aktien noch nicht ausgestanden ist“, meint Claudia Windt von der Helaba. „Es sollte schon zu denken geben, dass die letzten Auslöser, Inflationssorgen und Überhitzungstendenzen innerhalb der US-Wirtschaft, nun beiseite gewischt und sogar als Ausdruck einer starken Wirtschaft interpretiert werden.“

Schon in der kommenden Woche dürften die Themen Inflation und US-Zinsen wie auch die Konjunktur wieder in den Blick der Investoren rücken. Besonders gespannt sind Anleger, Strategen und Ökonomen auf den ersten großen Auftritt des neuen US-Notenbankchefs Jerome Powell am Freitag. Sie erhoffen sich von dem turnusgemäßen Auftritt vor dem US-Kongress Hinweise auf die Geldpolitik der Fed. Besonders interessiert sie die Frage, wie Powell eine Überhitzung der weltgrößten Volkswirtschaft verhindern will.

Wie es insgesamt um die Stimmung der Börsianer bestellt ist, dürfte der ZEW-Index am Dienstag zeigen. Einen Tag später folgen die Einkaufsmanager-Indizes für Deutschland und die Euro-Zone.

Am Donnerstag steht dann der viel beachtete Ifo-Index auf der Agenda, der die Stimmung in den Chef-Etagen der Firmen misst. „Alles andere als ein Rückgang der Einkaufsmanager-Indizes im Euro-Raum und des Ifo-Geschäftsklimas in Deutschland wären eine Überraschung“, prognostiziert Commerzbank-Analyst Christoph Weil. Ein Ende des Konjunkturaufschwungs im Euro-Raum bedeutet das laut Weil aber nicht. Dieser geriete nur bei Zinserhöhungen der EZB in Gefahr, die vorerst allerdings nicht in Sicht seien.

Deutsche Anleger werden in der neuen Woche zahlreiche Firmenbilanzen genau prüfen. Allein etwa ein halbes Dutzend Dax-Konzerne legt Zahlen vor. Hierzu gehören die Deutsche Telekom, ProSiebenSat.1 und Henkel, die ihre Bücher allesamt am Donnerstag öffnen. Aus dem Ausland kommen Geschäftszahlen des US-Einzelhändlers Wal-Mart am Dienstag, der britischen Lloyds Bank am Mittwoch und Berkshire Hathaway am Freitag, der Investment-Gesellschaft des Börsengurus Warren Buffett.

Spannend wird es auch beim Thema Cyber-Devisen. Am Dienstag beginnt der Vorverkauf für die erste staatliche Kryptowährung, den venezolanischen Petro. Sie soll mit Ölreserven des südamerikanischen Landes besichert werden und Venezuela aus seiner Wirtschaftskrise helfen. Staatspräsident Nicolas Maduro will den Petro zum Preis eines Fasses US-Rohöl – also etwa 60 Dollar – verkaufen. Regierungsberater plädieren jedoch für einen Abschlag von 60 Prozent.

mit Reuters

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