Dax-Ausblick
Eher Bangen als Hoffen

Die europäische Schuldenkrise belastet die Märkte: Nach Griechenland könnte auch Irland zu einem Intensivpatienten werden. Zudem droht neues Ungemach aus Portugal. Gepaart mit der zu Ende gehenden Berichtssaison sehen Analysten für die kommende Woche denn auch gedämpfte Aussichten für den Dax. Der Fokus richtet sich auf Konjunkturdaten.
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HB FRANKFURT DÜSSELDORF. In der zu Ende gehenden Woche legte der Dax noch einmal zu. Am Freitagmorgen konnte er kurzzeitig auf ein Zweieinhalb-Jahres-Hoch von 6 854 Zählern steigen, bevor der Leitindex sich am Nachmittag auf über 6 800 Punkten einpendelte. Zuletzt schloss er mit einem Aufschlag von 0,2 Prozent auf 6843 Zähler nur knapp im Plus. Damit ging es für den Dax in dieser Woche gut ein Prozent nach oben. Seit Anfang November stehen mehr als drei Prozent Zuwachs zu Buche.

Angesichts der zu Ende gehenden Berichtssaison und der Schuldenkrise in Irland sehen Analysten die Aussichten für den Dax in der neuen Woche jedoch gedämpft. Statt mit großen Ausschlägen nach oben rechnen die Experten eher mit einem Krebsgang der Börsen-Indizes. "Nachdem bei der Berichtssaison zum dritten Quartal inzwischen die Luft raus ist, dürfte sich der Markt in der nächsten Woche seitwärts bewegen", ist Aktienstratege Markus Wallner von der Commerzbank überzeugt.

Belastet werden die Märkte durch die Sorge der Investoren, nach Griechenland könne auch Irland wegen der Schuldenkrise zu einem Intensivpatienten werden. Die Spekulationen, Irland müsse unter dem Rettungsschirm der EU Schutz suchen, hatten schon in den vergangenen Tagen Anleger an den Renten- und Devisenmärkten in Atem gehalten. Und auch am Aktienmarkt wären nach Einschätzung der Analysten der Landesbank Berlin erkennbare Fortschritte beim Thema Irland erforderlich, damit sich die Stimmung bei den Börsianern verbessert.

Doch nicht nur Irland steht angesichts seiner massiven Staatsverschuldung am Pranger. Inzwischen wird auch Portugal als Kandidat für den EU-Rettungsschirm gehandelt. Anders als zum Beispiel Spanien droht Europas südwestlichstes Mitgliedsland 2010 sein Defizitziel zu verfehlen. Und auf mittlere Sicht könnte Portugal wirtschaftlich weiter zurückfallen. Analysten glauben, dass die langfristigen Zweifel an der Tragfähigkeit der Staatsfinanzen die Risikoaufschläge portugiesischer Staatsanleihen auf einem sehr hohen Niveau halten werden. Der Blick der Anleger dürfte in der kommenden Woche allerdings nicht nur auf Europas Schuldenkrise liegen.

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