Dax-Ausblick
Ein Fass ohne Boden?

Der fallende Ölpreis, Sorgen um China und Terrorängste belasten die Börsen. Viele Experten halten zwar an ihren positiven Einschätzungen fest, aber die Nervosität bleibt groß. Was Anleger in der kommenden Woche erwartet.

FrankfurtDie Investoren an den Aktienmärkten sehen schwarz. An acht von zehn Handelstagen hat allein in Frankfurt der Leitindex Dax in diesem Jahr nachgegeben. Einen so schwachen Jahresauftakt gab es noch nie. Mehr als elf Prozent hat der Dax in diesem noch jungen Jahr verloren. Am Freitag fiel er dabei erstmals seit Ende September vergangenen Jahres zeitweise unter die Marke von 9.500 Punkten.

„Die Stimmung an den Märkten hat sich schlagartig abgekühlt“, beobachtet Markus Reinwand, Aktienstratege bei der Helaba. Die DZ Bank meint, dass es vor allem der „scheinbar unaufhaltsam sinkende Ölpreis“ ist, der die Anleger beunruhigt. Der Grund: „Er wird aktuell als Vorbote einer schwächeren globalen Wirtschaftsentwicklung gesehen.“ Tatsächlich ist der Preis für ein Fass der Nordseesorte Brent in diesem noch jungen Jahr um weitere 17 Prozent gefallen. Allein am Freitag rutschte er in der Spitze um gut fünf Prozent ab und markierte mit 29,30 Dollar ein frisches Zwölfjahrestief. In den USA fiel der Preis für US-Leichtöl der Marke WTI mit 29,28 Dollar ebenfalls auf den niedrigsten Stand seit zwölf Jahren.

Überlaufende Öllager, ein bislang recht milder Winter das hohe Ölangebot durch Fracking, die Möglichkeit der Rückkehr des Irans an den Weltölmarkt und die Uneinigkeit in der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) führen dazu, dass viele Experten den Ölpreis als Fass ohne Boden sehen. Dazu verunsichert die Lage in China die Investoren. Die am Dienstag anstehenden Daten zum Wachstum der chinesischen Wirtschaft im vierten Quartal dürften laut Volkswirten zwar keine neuen Hiobsbotschaften bereithalten. Das Bruttoinlandsprodukt in der Volksrepublik dürfte im Vergleich zum Vorjahr um 6,9 Prozent gewachsen sein. Was der Weltwirtschaft nach Ansicht der Ökonomen der Dekabank allerdings zu schaffen macht, ist die Schwäche des chinesischen Industriesektors. Hierfür werden am Dienstag ebenfalls Zahlen veröffentlicht und ein zumindest leichter Rückgang ist wahrscheinlich.

Genauso wichtig werden auch die anstehenden Bilanzzahlen der Unternehmen. In den USA nimmt die Berichtssaison in nächsten Woche Fahrt auf und das wird auch Anleger hierzulande beschäftigen. Dabei sind die Aussichten allerdings nicht rosig. Die DZ Bank rechnet für die im S&P 500 notierten Unternehmen insgesamt mit einem Gewinnrückgang von fünf Prozent. „Das wäre die schlimmste Gewinnrezession seit 2009“, warnen die Strategen der genossenschaftlichen Bank. Schließlich sind die Gewinne der US-Unternehmen aus dem breiten Börsenindex im Schnitt bereits im zweiten und dritten Quartal 2015 gefallen.

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